Institutional Money, Ausgabe 2 | 2026
Foto: © Hai | Adobe Stock Anja Maiberger | CACEIS INTERVIEW 2/2026 | institutional-money.com 81 ANJA MAIBERGER: Wir verfügen über eine dedizierte Digital Asset Business Line, die personell optimal aufgestellt ist. Wir haben dem Vorstand in Frankreich vorge- schlagen, Deutschland als drittes Land innerhalb der Gruppe in dieses Geschäfts- feld zu integrieren. Auf Konzernebene haben wir bereits erfolgreich Tokenized Funds gemeinsam mit Amundi aufgelegt. Und in Deutschland bereiten wir den voll- ständigen Roll-out dieser Infrastruktur gerade vor. Im operativen Tagesgeschäft nutzen wir Künstliche Intelligenz und Automatisierung bereits heute sehr kon- kret, um Prozesse schneller zu gestalten. An welchen Stellen bringt der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im deut- schen Geschäft bereits messbare Effizienzgewinne? ANJA MAIBERGER: Erstens in unserer Funktion als Verwahrstelle für Real Estate: Die vertragliche Bearbeitung in diesem Segment ist oftmals noch stark manuell JHSUÌJW +LHU KLOIW XQV ., VLJQLljNDQW EHL der strukturierten Analyse und Automa- tisierung der Dokumentenverarbeitung. Zweitens imClient Service: Dort setzenwir ., HUIROJUHLFK HLQ XP GHQ ( 0DLO 7UDȯF zu kanalisieren, Dringlichkeiten zu priori- sieren und schnelle Zusammenfassungen ]X JHQHULHUHQ 'DUĞEHU KLQDXV SURljWLHUW der Post-Trade-Bereich enorm: Wenn bei Corporate Actions unterschiedlichste Para- meter in kürzester Zeit bewertet werden PĞVVHQ NDQQ ., HFKWH (ȯ]LHQ]JHZLQQH realisieren. Was KI jedoch nicht ersetzen wird, ist der persönliche Kontakt zum Kunden. Rein KI-basierte Callcenter für institutionelle Kunden schließe ich kate- gorisch aus. Wo ziehen Sie denn die rote Linie bei der Automatisierung? ANJA MAIBERGER: Die rote Linie verläuft ganz eindeutig bei den Kontroll- prozessen. Diese dürfen und können nicht vollständig an Maschinen delegiert wer- den. Wir forcieren den Einsatz von APIs und den automatisierten Datenaustausch. Doch amEnde der Kettemuss es zwingend HLQHQ TXDOLlj]LHUWHQ 6SH]LDOLVWHQ JHEHQ GHU den Prozess überwacht und die Kontrolle EHKÌOW 'DV ljQDOH 8UWHLOVYHUPĆJHQ OLHJW und bleibt beimMenschen. Spielt eine digitale Fondsinfrastruktur für denreibungslosenDatenaustausch zwischenAssetManagern, Distributo- renund Investoren inDeutschlandeine Rolle? ANJA MAIBERGER: Für uns ist es jedenfalls ein hochrelevantes Thema. Der deutscheMarkt agiert in Teilen noch etwas traditioneller, aber der Bedarf an integrier- ten Lösungen wächst spürbar. Dies gilt insbesondere, wenn es darum geht, Daten- VFKQLWWVWHOOHQ VDXEHUHU ]X GHljQLHUHQ (LQH intelligente Fondsinfrastruktur gehört für mich untrennbar zu einer modernen Asset-Servicing-Plattform. Bisher lagendie von IhrerGesellschaft identifizierten Wachstumsfelder vor- rangig bei komplexen Immobilien- und CACEIS CACEIS ist die Asset-Servicing-Einheit von Crédit Agricole und richtet sich an Asset Manager sowie institutionelle Investoren. Die Gruppe verwahrt 5,3 Billionen Euro (Assets under Custody) und administriert 3,4Billionen Euro (Assets under Administration). Mit Standorten in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien zählt CACEIS zu den führenden Asset-Servicing-Anbietern weltweit. Im Juli 2025 schloss Crédit Agricole die Übernahme des verbliebenen 30,5-prozentigen Santander-Anteils ab, seither ist sie wieder alleiniger Gesellschafter. In Deutschland betreibt CACEIS Niederlassungen in München und Frankfurt mit rund 450 Mitarbeitenden. Das Institut zählt zu den Top- Ten-Verwahrstellen in Deutschland und belegt einen Platz unter den Top drei. Das Dienstleistungsangebot umfasst Verwahrstellen- und Fondsadministrations-Services, Custody, Middle Office Outsourcing sowie Emittenten- Services für alle Assetklassen. Im deutschen Fondsmarkt, einem der größten Europas, ist CACEIS seit mehr als zehn Jahren aktiv.
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