Institutional Money, Ausgabe 2 | 2026

INTERVIEW Anja Maiberger | CACEIS 82 2/2026 | institutional-money.com Sachwertefonds sowie im Bereich Private Equity. Haben sich diese Para- meter inder jüngerenZeitverschoben? ANJA MAIBERGER: Im Grundsatz eigentlich nicht. Das Transaktionsvolumen im Real-Estate-Sektor hat sich, zugegeben, verlangsamt. ImGegenzug ist der Shift hin zu Private Equity und Infrastrukturinvest- ments deutlich, und dieser Trend setzt sich XQJHPLQGHUW IRUW $OV VLJQLljNDQWHV QHXHV Wachstumsfeld sindETFs hinzugekommen. Wir haben dieses Segment gruppenweit strategisch lanciert und können bald auch aus Deutschland heraus die gesamte Wert- schöpfungskette vollumfänglich abbilden, inklusive eines White-Labeling-Service. Und die Wachstumsraten im ETF-Markt sind beeindruckend. CACEIShat indenvergangenenJahren drei große Integrationen gemeistert: die Übernahme der KAS Bank, der Santander Securities Services sowie des Europageschäfts von RBC Inves- tor Services. Steht die Organisation in Deutschland nach diesen Kraftakten noch stabil da, fragt sich mancher Beobachter. ANJA MAIBERGER: Ja, absolut sta- bil. Unsere deutsche Gesellschaft war lediglich an der Integration der KAS Bank in die CACEIS Gruppe unmittelbar beteiligt. Seit dieser Integration verfügen wir nun über das zentrale Kompetenz- center für komplexe Pensionsthemen der gesamtenGruppe, das in Amsterdamange- siedelt ist. Besonders für unsere Kunden aus Deutschland ist dieses hoch speziali- sierte Know-how eine echte Bereicherung. Die anderen Akquisitionen der Gruppe hat- ten keine unmittelbaren Auswirkungen auf unser operatives Deutschlandgeschäft. Es gab hierzulande weder Stellenabbau noch weitreichende Reorganisationen. Im *HJHQWHLO :LU EHljQGHQ XQV LQ HLQHU VWDU - kenWachstumsphase und haben gerade in GHQ YHUJDQJHQHQ ]ZHL -DKUHQ VLJQLljNDQW expandiert. Angenommen, CACEIS erreicht das Ziel, bis 2030 die Nummer eins in Europa zu sein. Welche Weichenstel- lungen werden dann rückblickend entscheidend gewesen sein? ANJA MAIBERGER: Für mich ist ganz klar: Wir dürfen bei unseremStreben nach Wachstum zu keinem Zeitpunkt unsere treuen Bestandskunden vernachlässigen. Um diesen Standard zu halten, benötigt man exzellente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, in die man wie gesagt konse- quent investieren muss. Das Management muss penibel darauf achten, dass die Kun- denbetreuung qualitativ mitwächst und alle operativen Einheiten die neuen Volu- mina auch absorbieren können. „Human &HQWULFĺ GDV EHWULȬW .XQGHQ XQG XQV intern gleichermaßen. Das ist kein Slogan, sondern die Philosophie, die nachhaltig Erfolg garantiert. Und ich bin fest davon überzeugt, dass diese Prämisse ganz beson- ders für einen anspruchsvollen Markt wie Deutschland gilt. Deutsche institutionelle Kunden sind nicht wechselfreudig. Wenn eine Partnerschaft gut funktioniert, streben sie nach langfristigen Beziehungen. Das ist ein enormer Vorteil, der uns Planungssi- cherheit gibt. Aber er bedeutet zugleich HLQH HQRUPH WÌJOLFKH 9HUSijLFKWXQJ 0DQ muss diese Geschäftsbeziehungen intensiv SijHJHQ 'LH HQWVFKHLGHQGH :HLFKHQVWHO - lung auf unserem Weg bis 2030 ist nicht zwingend die nächste große Akquisition. Die wahre Herausforderung besteht darin, RE ZLU HV VFKDȬHQ EHL DOOHP:DFKVWXP DOV Organisation nahbar und authentisch zu bleiben. Technologie, Prozessautomatisie- UXQJ XQG 6NDOHQHȬHNWH DOO GDV LVW ]ZHLIHOORV geschäftskritisch. Aber am Ende des Tages bleibt Asset Servicing ein Geschäft von Menschen für Menschen. Das ist der Kern unserer DNA, und das dürfenwir bei allem Ehrgeiz nie vergessen. HANS HEUSER DIVERSITY CHAMPION Nicht ohne Grund hat das Karrierenetzwerk „Fondsfrauen“ im Oktober 2025 CACEIS mit dem Award „Company of the Year“ ausgezeichnet. Denn das Unternehmen blickt bereits auf eine längere Diversity-Entwicklung zurück. Die Belegschaft besteht zu 49 Prozent aus Frauen, rund 30 Prozent davon belegen Führungspositionen. Auch im Topmanagement von CACEIS liegt der Frauenanteil bei 50 Prozent. Bezogen auf die Asset-Management-Branche ist das ein überdurchschnittlich hoher Wert. Zum Hintergrund: CACEIS ist nicht nur von der gesellschaftlichen Notwendigkeit von mehr Geschlechtergleichstellung überzeugt, man arbeitet dort auch konkret daran. Neben einem eigens eingerichteten „Female Talent“-Programm bietet die Gesellschaft diverse Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Im Jahr 2024 wurde bei CACEIS Deutschland sogar ein firmeneigenes Frauennetzwerk namens „Women at CACEIS“ gegründet. Dabei geht es demUnternehmen vor allem umGleichberechtigung und Glaubwürdigkeit, nicht nur um seine Verantwortung als Arbeitgeber zu unterstreichen, sondern um sich auch als attraktiver und fairer Partner seiner Mitarbeitenden zu präsentieren. „Je diverser ein Unternehmen ist, desto größer sind Potenzial und Kreativität, mit denen sich die Herausforderungen in einemmodernen Unternehmen lösen lassen“, hebt Anja Maiberger die Vorteile heraus, die sich auch wirtschaftlich positiv für das Unternehmen auswirken.

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