Institutional Money, Ausgabe 2 | 2026
Foto: © jozefmicic | Adobe Stock STEUER & RECHT Altersvorsorge 262 2/2026 | institutional-money.com Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) gerät unter Druck: Einerseits führt die Reform der privaten Altersvorsorge laut aba zu einer Verschiebung der Altersvorsorge weg von der bAV, andererseits droht auch Ungemach aus Brüssel. VON ALLEN SEITEN ES FIELEN Begriffe wie „Kanniba- lisierung“, „drohende Schieflage“ und „Regulierungstsunami“: Vor dem Hin- tergrund des frisch verabschiedeten Altersvorsorgereformgesetzes und den jüngsten Regulierungsabsichten in Form des „Pension Package“ aus Brüssel steht die betriebliche Altersversorgung in Deutschland aktuell vor verschiedenen Herausforderungen. Einerseits sieht sich die betriebliche Altersversorgung durch die jüngste Reform in zunehmender Kon- kurrenz zur privatenAltersvorsorge (pAV), andererseits nimmt von EU-Ebene auch der Regulierungsdruck deutlich zu, soll- tendieVorschläge der EU-Kommission für eineÜberarbeitungder EbAV-II-Richtlinie tatsächlich umgesetzt werden. In diesem Spannungsfeld aus Politik, Regulierung unddringendbenötigtenReformenbeweg- ten sich die Themen der Jahrestagung der aba –Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgunge.V. am12. und13.Mai in Berlin. Schwerpunkte wiedasRentenpaket, das Betriebsrentenstärkungsgesetz II, das Altersvorsorgereformgesetz, ein mögliches Obligatorium sowie der erwartete Bericht der Alterssicherungskommission prägten die Debatte – wichtig sei jetzt eine klare Prioritätensetzung,forderteBeatePetry,aba- VorstandsvorsitzendeundHeadofPensions RWKHU %HQHljWV GHU %$6) 6( Ľ(LQ $OWHUV - sicherungssystem mit einem dualen Kern aus gesetzlicherundbetrieblicherAltersver- sorgung – das muss, wie auch im Ausland, Priorität bei uns haben.“ Man habe „kein Erkenntnisproblem, wir haben ein Umset- zungsproblem“, sagte Petry. Konkurrenzdruck durch die pAV Petry zeigte unter anderem auf, wie viel derzeit aus iher Sicht an den verschiedenen politischen Stellschrauben in Bewegung ist. Die jüngst verabschiedete Reform der privaten Altersvorsorge sieht die aba-Vor- sitzende mit Sorge. „Die Neugestaltung der Rahmenbedingungen für die Förde- rung der privaten Altersvorsorge wird die betriebliche Altersversorgung nachhaltig beschädigen“, machte Petry auf der aba- Jahrestagung deutlich. Der starke Fokus auf ETF-Sparen und die Abkehr vom Leit- bild der lebenslangen Leistung setzen aus Sicht der aba falsche Anreize und verschö- ben Risiken in die Auszahlungsphase. Nach dem vom Bundesrat Anfang Mai verabschiedeten Altersvorsorgereformge- setz könnenBegünstigtewählen zwischen Produkten, in denen die Beiträge zu 100 Prozent oder zu 80 Prozent garantiert sind oder solchen, die auf jegliche Garan- tienverzichten–mit entsprechendhöheren Renditechancen. Auszahlpläne sind demnach bis zumAlter von 85 Jahren möglich. Die aba kritisiert diesenAspekt der Begrenzung auf 85 Jahre als Abkehr vomPrinzip lebenslanger Leis- tungen. Petry: „Das Gesetz fördert keine nachhaltige Altersvorsorge, sondern eher die Vermögensbildung.“ Zudem warnt die aba-Vorsitzende vor Fehlsteuerungen im Gesamtsystem. Wenn Förderung und politische Kommunikation den Eindruck
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