Institutional Money, Ausgabe 2 | 2026

Foto: © Universal Investment, Stefan Gröpper Photography STEUER & RECHT AIF-Liquiditäts-Tools 256 2/2026 | institutional-money.com tatsächlich wirksam sind“, erklärt Wagner. Er verweist darauf, dass die luxemburgische Aufsicht CSSF einen genauen Blick darauf hat, ob die LMTs zum Fonds passen. „Die Asset- und die Redemption-Liquidity des Fonds müssen ,in line‘ sein, darauf ach- tet die CSSF schon immer sehr genau“, VRb:DJQHU Zufrieden mit der Erweiterung des Werkzeugkastens Die Fondsbranche ist imGroßen und Gan- zen zufrieden mit der Erweiterung ihres Werkzeugkastens. „Wir halten die neuen LMTs grundsätzlich für sinnvoll. Mit dem neuen Werkzeugkasten steht Fondsgesell- schaften ein breiteres Spektrum anMitteln ]XU /LTXLGLWÌWVVWHXHUXQJ LQ RȬHQHQ )RQGV ]XU 9HUIĞJXQJĺ VDJW 3HJJ\ 6WHȬHQ /HLWHULQ Risikomanagement beimdeutschen Fonds- verband BVI. Sie ergänzt, dass der Einsatz der Liquiditäts-Tools vor allen Dingen der Anlegerschaft zugutekommt: „Bislang war als Reaktion auf Liquiditätskrisenmeist nur die zeitweise Aussetzung der Anteilsschein- rücknahme möglich gewesen. Mit dem Einsatz einzelner LMTs können Anleger in solchen Fällen künftig in der Regel schnel- ler an ihr Geld kommen, beziehungsweise die im Fonds verbleibenden Anleger wer- den besser geschützt.“ Entsprechend unterstützt der BVI seine Mitglieder bei der Auswahl geeigneter Tools mit Musterklauseln für alle LMTs in den Fondsdokumenten. „Von uns gemeinsam mit Vertretern der Verwahr- und depotführenden Stellen erarbeitete Informationsblätter geben als praktische Orientierungshilfe einen kompakten Überblick, für welche Fonds die LMTs geeignet sind, wie sie funktionieren, welche Besonderheiten bei der Aktivie- rung beziehungsweise Deaktivierung und Kalibrierung bestehen sowie welche grundsätzlichen Aufgaben die Fonds- gesellschaft, die Verwahrstelle und die depotführende Stelle in der Abwicklungs- kette übernehmen müssen“, erklärt Peggy 6WHȬHQ 'LH $XVZDKO GHU MHZHLOLJHQ /07V WULȬW GDQQ MHGH .DSLWDOYHUZDOWXQJVJHVHOO - VFKDIW LP HLJHQHQb(UPHVVHQ Umdie einzelnen Tools zu verstehen, muss man sich bewusst machen, dass Liquiditäts- engpässe nicht konstant sind. Eine illiquide Assetklasse kann über viele Jahre – teil- weise über Jahrzehnte – gut in liquiden Fonds funktionieren, und dann kommt es mehr oder minder plötzlich zu einer Stresssituation, in der die Liquidität mas- siv zurückgeht. Man erinnere sich an die VFKZLHULJH =HLW GHU RȬHQHQ ,PPRELOLHQ - fonds in Deutschland und Österreich von 2008 bis 2012. Davor liefen die Anlagevehikel über meh- rere Dekaden weitgehend problemlos. Als die Liquiditätsprobleme auftraten, pro- bierte es der deutsche Gesetzgeber zunächst mit einem Freibetrag von 30.000 Euro SUR .DOHQGHUMDKU KDW GDQQ DEHU ]ZHL andere LMTs im Kapitalanlagegesetz- buch eingeführt. Seit Juli 2013 müssen neu HUZRUEHQH $QWHLOH DQ RȬHQHQ ,PPREL - lienfonds mindestens 24 Monate gehalten und die Rückgabe zwölf Monate vorher angekündigt werden. Österreich hat mit der Novelle des Immobilien-Investment- fondsgesetzes eine ähnliche Regelung eingeführt, allerdings mit einer Mindest- haltedauer von nur zwölf Monaten. Seit JHUDXPHU =HLW VWHOOHQ KRKH 0LWWHODEijĞVVH RȬHQH ,PPRELOLHQIRQGV HUQHXW DXI HLQH Belastungsprobe, sodass es seit Ende 2023 bei mehreren Immobilienfonds wieder zu Liquiditätsproblemen beziehungsweise hef- tigen Abwertungen kam (etwa die Fonds Leading Cities Invest von Kanam Grund, Wohnen ZBI von Union Investment, Wertgrund Wohnselect D und Wohnen Deutschland von Industria/IntReal). Liqui- ditätsdruck tritt oft wellenförmig auf. Semiliquide Fonds Neben Immobilien kamen zuletzt auch weitere illiquide Assetklassen, verpackt in Fondshüllen, auf denMarkt. Das verursachte einen Aufschwung „semiliquider“ Fonds. „Semiliquide heißt nicht, dass ein Fonds dauerhaft eine mittlere Liquidität aufweist. Bei ungünstigen Marktbedingungen kann ein solcher Fonds zu einer länger andauern- den geschlossenen Struktur werden“, warnt MatthiasWagner. Auch ELTIFs fallen unter die semiliquiden Fonds. „Für ELTIFs mit einem hohen Anteil illiquider Vermögens- werte sehen die regulatorischen Vorgaben lange Kündigungsfristen vor, die in der 3UD[LV KÌXljJ ELV ]X ]ZĆOI 0RQDWH EHWUD - gen und sich mit dem LMT ,Extension of » Die Aufsicht erwartet, dass AIFMs die Auswahl ihrer LMTs begründen und dokumentieren. Ferner müssen sie nachweisen, dass die Tools in Stresssituationen tatsächlich wirksam sind. « Matthias Wagner, Head of Risk Controlling, Universal Investment in Luxemburg » Mit dem neuen Werkzeugkasten steht Fondsgesellschaften ein breiteres Spektrum an Mitteln zur Liquiditätssteuerung in offenen Fonds zur Verfügung. « Peggy Steffen, Leiterin Risikomanagement beim deutschen Fondsverband BVI Fondsverband BVI in Luxemburg

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