Institutional Money, Ausgabe 2 | 2026

AIF-Liquiditäts-Tools STEUER & RECHT 2/2026 | institutional-money.com 257 Notice Periods‘ noch einmal verlängern lassen“, so Staudt. Als Allheilmittel in jeder Situationmöchte er LMTs nicht verstanden wissen: „Unter normalen Marktbedingun- gen und in leichten Stresssituationen klappt es meist. ImWorst Case helfen LMTs auch nur bedingt.“ Er verweist aber auf die Vor- teile, die die jeweiligen Assetklassen bieten: „Schließlichmöchteman damit eine Illiqui- ditätsprämie erzielen. Es gibt eben keinen Free Lunch“, argumentiert Staudt. Lebenserhaltende Maßnahmen Was den Einsatz von Gating bei einzelnen US-amerikanischen Private-Credit-Fonds EHWULȬW VLHKW :DJQHU GLHV DOV (UIROJ Ľ'HU Sinn von LMTs ist, den Fonds am Leben zu erhalten, daher ist ihre Aktivierung kein schädliches Ereignis.Wennman es dadurch VFKDȬW HLQHQ )RQGV RȬHQ ]X KDOWHQ GDQQ war es ein Erfolg.“ Er verweist darauf, dass es, wenn man keine LMTs aktivieren ZĞUGH ]X 1RWYHUNÌXIHQ NÌPH Ľ'LHVHU (ȬHNW ZÌUH YLHO VFKZHUZLHJHQGHU (U ZĞUGH die Bewertung der gesamten Assetklasse mit nach unten ziehen.“ Sein Kollege Staudt sieht das Liqui- ditätsthema eng verbunden mit dem Fondsvertrieb. „In den USA konnten wir beobachten, dass die Anwendung von Gating bei einzelnen Fonds Zweitrun- GHQHȬHNWH YHUXUVDFKW XQG ]X ZHLWHUHQ 5ĞFNJDEHQ JHIĞKUW KDW 'DV KDW XQWHU anderem mit dem Vertrieb zu tun. In den USA werden Private-Credit-Fonds anders verkauft als in Europa; sie werden dort in großem Stil auch an Retailkunden ver- trieben. Investoren müssen aufgeklärt sein; womöglich ist das in den USA nicht immer gelungen“, so Staudt. Bei europäi- schen Fonds sieht er diese Gefahr weniger. „Beispielsweise schaut sich die CSSF in Luxemburg genau an, ob die Assetliquidi- WÌW ]XU )RQGVOLTXLGLWÌWbSDVVW ĺ UntermStrichmussman trotz der regulato- rischen Bemühungen davon ausgehen, dass auch LMTs das Liquiditätsrisiko nicht end- JĞOWLJ HOLPLQLHUHQ 'LH 5HJXOLHUXQJ VFKDȬW einen Rahmen, der imNormalfall und bei leichten Verwerfungen funktioniert. Für den Ernstfall, also echte Stresssituationen, EOHLEW VLH GDV ZDV VLH LPPHU ZDU HLQ 3XȬHU kein Schutzschild. ANKE DEMBOWSKI Die unterschiedlichen Liquiditätsmanagement-Tools Laut Anhang IV der AIFMD II (Richtlinie EU 2024/927) können neun unterschiedliche Liquiditätsmanagement-Instrumente aktiviert oder deaktiviert werden. Ganz frei sind die Fondsgesellschaften nicht in der Auswahl der aufgeführten Instrumente, denn die ESMA hat eine Liste mit Empfehlungen herausgegeben, welche Instrumente sie für welche Art von Fonds für geeignet hält. Bei Dachfonds kann es außerdem Rücknahmebeschränkungen auf Fund-of-Funds-Ebene geben, um LMT-Kaskaden aus Zielfonds zu steuern. Quelle: Nagler & Company, AIFM-II-Richtlinie, sonstige Quellen Quantitative/mengenbasierte Tools Instrument Funktionsweise Geeignet für Rücknahmebeschränkung (Redemption Gates) Eine teilweise Beschränkung des Rechts der Anteilsinhaber auf Rückgabe ihrer Anteile durch Festlegung einer Rücknahmequote (z.B. Begrenzung der Rückgaben pro Bewertungs- tag auf 5 oder 10 %). Private Markets, Immo- bilien-, Credit-Fonds Verlängerung der Rückgabe- frist (Minimum Holding Periods oder Notice Periods) Ein Anteilsinhaber, der Anteile zurückgeben will, muss eine über die etwaige Mindest- frist hinausgehende Anzahl an Tagen warten, bevor seine Order ausgeführt wird und er den Rücknahmepreis ausgezahlt bekommt. Private Markets, Real Assets (Evergreen-Struktu- ren und Hedgefonds) Preisbasierte Tools Instrument Funktionsweise Geeignet für Swing Pricing Je nachdem, ob es mehr Mittelzuflüsse oder -abflüsse durch Zeichnungen beziehungswei- se Rückgaben gibt, wird der Nettoinventar- wert (NAV) des Fonds mithilfe eines soge- nannten Swing-Faktors in die eine oder die andere Richtung angepasst, um die Liquidi- tätskosten zu berücksichtigen. OGAW, liquide AIFs, große Publikumsfonds Dual Pricing Hier wird nicht mehr nur ein einzelner NAV berechnet und veröffentlicht, sondern zwei verschiedene, deren Unterschied die Trans- aktionskosten widerspiegeln und abdecken soll. Dabei können die beiden Nettoinventar- werte entweder direkt bewertet werden, z.B. wenn die meisten Vermögensgegenstände des Fonds mit Geld-Brief-Spanne gehandelt werden, oder durch die Anwendung eines dynamischen Faktors berechnet werden. Märkte mit breiten Spreads, (viele UK-Fonds wenden dieses Instrument an) Verwässerungsschutzgebühr (Anti-Dilution Levy, ADL) Diese Gebühr wird sowohl bei Zeichnung als auch bei Rücknahme von Fondsanteilen für den Anleger fällig und soll die bereits inves- tierten beziehungsweise verbliebenenAnleger vor Transaktionskosten schützen. Die Einnah- men fließen in das Fondsvermögen. Fonds mit hohen Trans- aktionskosten, Immobilien, Anleihen Rückgabegebühr Im Gegensatz zur Verwässerungsschutzge- bühr wird diese Gebühr nur bei der Rückgabe von Anteilen fällig. Außerdem dient sie in erster Linie zur Steuerung des Rückgabever- haltens, und die Einnahmen können sowohl in das Fondsvermögen fließen als auch für die Verwaltung verwendet werden. Publikumsfonds, Spezialfonds Strukturelle Tools Instrument Funktionsweise Geeignet für Abspaltung illiquider Anlagen (Side Pockets) Illiquide Vermögenswerte werden vom restli- chen Fondsvermögen abgetrennt, um Bewer- tung und Fondsbetrieb weiterhin zu ermög- lichen. Stressphasen, Distressed Situationen Aussetzung von Zeichnun- gen, Rückkäufen und Rück- nahmen (Suspension of Redemptions) Im Gegensatz zur Fristverlängerung werden Orders nicht nur aufgeschoben, sondern den Anlegern die Zeichnung oder Rückgabe von Anteilen vorübergehend komplett untersagt. Extreme Marktstress Situ- ationen Sachauskehr (In-Kind Redemptions) Will ein Anleger Anteile zurückgeben, so wer- den ihm vom Fonds gehaltene Vermögens- werte anstelle von Geld übertragen. Dies ist jedoch nur dann erlaubt, wenn es sich umpro- fessionelle Investoren handelt. Institutionelle Mandate, große Tickets

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