Institutional Money, Ausgabe 2 | 2026
Fondsrisikobegrenzungsgesetz STEUER & RECHT 2/2026 | institutional-money.com 253 lich zu behandeln ist“, so Guzialowski. Bislang war es rechtlich ungeklärt, ob die Darlehensvergabe als „aktive unternehme- rische Bewirtschaftung“ zu werten sei. „So hatte man immer eine Gewerbesteuerthe- matik auf Fondsebene, wodurch die Gefahr GHU *HZHUEHVWHXHUSijLFKW EHVWDQGĺ Zugleich glaubt Guzialowski jedoch nicht, dass der nun regulatorisch geebnete Markt für kreditvergebende AIFs in Deutsch- land rasch wächst und der insbesondere für Private Markets wichtige Fondsstand- ort Luxemburg kurzfristig an Bedeutung auch für deutsche Anleger verlieren dürfte: „Für Luxemburg sprechen nach wie vor Soft Facts wie der geübte Umgang mit der dortigen Regulierungsbehörde Commis- sion de Surveillance du Secteur Financier (CSSF) und die Fondsstrukturierungspra- xis – und das auch auf mittlere Sicht“, meint Guzialowski. „Aus deutscher Sicht ist aber wichtig, dass sich der Markt in den kommenden Jahren in eine günstige Richtung entwickelt, sodass er sich mittelfristig als Markt für Kreditfonds eta- blieren kann.“ Die Hansainvest verfügt als Kapitalverwaltungsgesellschaft selbst über eine Niederlassung in Luxemburg, über die sie Privatmarktanlagen steuert. Zugang zu Kreditstrategien Der Fondsstandort Luxemburg wird durch die neuen Regeln für das Liquiditäts- management mit anderen EU-Staaten gleichgestellt. Nicht zuletzt wegen der in RȬHQHQ )RQGVVWUXNWXUHQ LPPDQHQWHQ 3UR - blematik der Fristentransformation glaubt Guzialowski von der Hansainvest, dass Kreditfonds für institutionelle Anleger bes- ser als geschlossene Vehikel aufzulegen VHLHQ VWDWW LQ HLQHP RȬHQHQ 6SH]LDOIRQGV „Um das Thema Fristentransformation zu steuern, sind zudem künftig EU-weit zwei Liquiditätsmanagement-Tools nötig“, so Guzialowski. „Strukturell passt hier unse- rer Ansicht nach für eine Strategie der Darlehensvergabe der geschlossene Spezial- fonds besser. Dieser hat vor allem nicht das Thema der Fristentransformation.“ Geschlossene Vehikel eigneten sich besser gerade für den Fall, dass diese üblicherweise illiquiden Privatmarktdarlehen investie- ren wollen. „Für uns als KVG kommen hier eher geschlossene Strukturen infrage, da Anlageziele und Struktur strategisch zusammenpassenmüssen“, so Guzialowski von der Hansainvest. 'DPLW GLH ,QIUDVWUXNWXUljQDQ]LHUXQJ LQ Deutschland von den neuen Regelungen SURljWLHUHQ NDQQ VLQG DXV 6LFKW YRQ0DUFHO Koch von PwC drei Hebel zentral: „Ers- tens können geschlossene Sondervermögen jetzt auch als Publikumsfonds aufgelegt werden, was besonders für ELTIF-2.0-Struk- WXUHQ LQ GHU ,QIUDVWUXNWXUljQDQ]LHUXQJ QHXH 0ĆJOLFKNHLWHQ HUĆȬQHWĺ VR .RFK Zweitens würden Bürgerbeteiligungen an Erneuerbare-Energien-Projekten durch die Lockerung der bisherigenRisikomischungs- anforderungen für geschlossene Fonds für Kleinanleger erleichtert. Und drittens: „Die ijH[LELOLVLHUWH .UHGLWYHUJDEH GXUFK 6SH]LDO AIFs ermöglicht institutionellen Anlegern den Zugang zu Private-Debt-Strategien über deutsche Fondsvehikel. Deutschland schließt damit eine Lücke gegenüber Standorten wie Luxemburg und Irland, die solche Strategien schon länger ermög- lichen“, fasst Marcel Koch, Senior Manager von PwC, zusammen. DANIELA ENGLERT Versicherer diversifizieren Alternatives stark in ihren Portfolios Anzahl der alternativen Assetklassen, in die investiert wird, nach Investorentyp Deutsche Versicherungsunternehmen diversifizieren demBundesverband Alternative Investments (BAI) zufolge imSchnitt jeweils mehr in alternative Assetklassen als andere Investoren. Versicherungsunternehmen sind also breiter in den Private Markets diversifiziert als andere Investorengruppen. Die Mehrheit investiert in mehr als fünf verschiedene alternative Assetklassen. Quelle: BAI Investor Report deutsche Versicherungsunternehmen 2026 0% 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 10% 5% 15% 20% 25% Versicherungsunternehmen Nicht-Versicherungsunternehmen
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