Institutional Money, Ausgabe 2 | 2026

Foto: © Sebastian Widmann Hagen Hügelschäffer | AKA INTERVIEW 2/2026 | institutional-money.com 233 und der Neuzugang von Versicherten in die Systeme gesichert. Hinzu kommt die große Planbarkeit der Zahlungs- ströme. Wir haben also kontrollierbare Zahlungszeitpunkte, keine Storno- oder .ĞQGLJXQJVUHFKWH LQ GHU 3ijLFKWYHUVLFKH - rung sowie einen gesicherten Neuzugang. Das ist die Grundvoraussetzung, dass die verschiedenen Finanzierungsverfahren möglich sind, und begründet, warum das traditionelle Risikoverständnis – Stichwort „Volatilität“ – nur eingeschränkt auf das Geschäftsmodell der AKA-Kassen passt und die Steuerung des langfristigen Geschäfts- verlaufs wichtiger ist als die Erreichung von stichtagsbezogenen – kurzfristigen – Kennzahlen. Langfristige Entwicklungen bei den Beständen und der Ertragskraft des Kapitals sind wesentlich für die langfristige Finanzierung. DieseMöglichkeit setzen die Zusatzversorgungskassen verantwortungs- voll um, da sie bei der Berechnung des Umlagesatzes einen Betrachtungshorizont von 100 Jahren zugrunde legen können. Insgesamt stellt die Aufsicht höhere Anforderungen anRisikomanagement und ALM-Prozesse. Wie beeinflusst das Ihre Anlagepolitik? HAGEN HÜGELSCHÄFFER: Risikoma- nagement und ALM-Prozesse sind seit jeher gelebtePraxis bei unserenZusatzversorgungs- kassen. Wir haben das Risikomanagement mit der Systemumstellung in der Zusatzver- sorgung Anfang der Nullerjahre eingeführt. Damals habenwir aufgrundder Einführung vonvermehrtenkapitalgedecktenElementen in der Zusatzversorgung auch mehr Kapital eingesammelt. Vor diesemHintergrundund aufgrund des langfristigen Anlagehorizonts stehen die Kassen mit den Aufsichten im fortlaufenden Dialog, um den gestiegenen Anforderungen Rechnung zu tragen. Gibt es einen festen Prozentsatz vom Gehalt, den die Arbeitgeber in die Zusatzversorgung einzahlen? HAGEN HÜGELSCHÄFFER: Nein, der Umlagesatz ist von Kasse zu Kasse unter- schiedlich. Er wird vom verantwortlichen Aktuar auf Basis der voraussichtlichen Versorgungslasten in den nächsten 100 Jah- ren berechnet. Der Aktuar präsentiert der Geschäftsführung den errechnetenUmlage- satz, und der Verwaltungsausschuss oder der Verwaltungsrat genehmigen ihn dann. Der Umlagesatz wird alle fünf Jahre überprüft und gegebenenfalls nachjustiert. Die BaFin hat unlängst den Pensions- kassen geraten, sich umFachpersonal zu bemühen. Wie sieht das bei Ihren Kassen aus: Ist es leicht, Fachperso- nal zu finden und zu halten? HAGEN HÜGELSCHÄFFER: Einfach LVW HV QLFKW GDV JHEHQ ZLU JDQ] RȬHQ ]X (V JLEW MD GHQ JUXQGVÌW]OLFKHQ .RQijLNW ]ZL - VFKHQ 3ULYDWZLUWVFKDIW XQG ĆȬHQWOLFKHP Dienst. Unsere Zusatzversorgungskassen XQWHUOLHJHQ DOOH GHP ĆȬHQWOLFKHQ 'LHQVW und dort ist die Grundvergütung nicht sonderlich attraktiv. Wir werben dann mit GHQ 9RUWHLOHQ GLH GHU ĆȬHQWOLFKH 'LHQVW DOV JURIST MIT INTERNATIONALEM BLICK HagenHügelschäffer studierte Rechtswissenschaften an denUniversi- tätenWürzburg, Münster undMontpellier. Seit 1999 ist er bei der AKA tätig und dort seit Januar 2005 Geschäftsführer und Stellvertreter des Hauptgeschäftsführers. Darüber hinaus war Hügelschäffer von Juli 2005 bis Dezember 2012 Generalsekretär des europäischen Verbands EAPSPI (European Association of Public Sector Pension Institutions). In dieser Zeit war er auch Mitglied des Pensionsforums der EU-Kommission. Er befasst sich nicht nur mit dem Recht der Zusatzversorgung des öffentlichen und kirchlichen Dienstes in Deutschland, sondern auch mit den damit verbundenen Rechtsgebieten sowie dem europäischen und internationalen Recht der Altersversorgung. Einen Namen hat er sich gemacht durch zahlreiche Veröffentlichungen, Vorträge sowie als Moderator undTeilnehmer anPodiumsdiskussionen inDeutschlandund imAusland zu Themen der Altersversorgung. So ist er etwa Co-Autor des von der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung (aba) herausgegebenenHandbuchs der betrieblichenAltersversorgung (H-BetrAV), des Kommentars Sponer/Steinherr zum TVöD und TVL sowie des Kommentars Breier/Dassau zum TVöD und zum TV-L. Seit November 2014 ist er auch Sachverständiger im Rahmen des Programms SOCIEUX+ in Lateinamerika, Afrika und Asien zu Fragen der europäischen und deutschen Altersversorgung.

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