Institutional Money, Ausgabe 2 | 2026
Gold PRODUKTE & STRATEGIEN 2/2026 | institutional-money.com 221 Privatanleger – wird Gold entweder gar nicht oder aber in einer spürbaren Quote von über fünf Prozent eingesetzt“, beob- achtet Röder von Erste Asset Management. „Unter fünf Prozent hat Gold als Sicherheit im Portfolio eigentlich keine spürbar posi- tiven Auswirkungen, wenn es hart auf hart käme“, erklärt Wrzesniok-Roßbach. „Über zehn Prozent sollte man aber auch nicht gehen, weil Gold eben keine laufenden Erträge liefert und die Rendite des Gesamt- SRUWIROLRV QHJDWLY EHHLQijXVVHQ NDQQĺ Ob und in welchem Umfang Gold Port- foliobestandteil ist, hängt stark vom MHZHLOLJHQ5LVLNRSURljO XQG GHU *HVDPWDOOR - kation ab. Dass auch höhere Gewichtungen möglich sind, zeigt das Beispiel der Pen- sionskasse der Hamburger Hochbahn. Dort entspricht allein der Marktwert des physi- schen Goldbestands im freien Vermögen rund elf Prozent des Gesamtportfolios, LQNOXVLYH ZHLWHUHU 5RKVWRȯQYHVWPHQWV OLHJW die Quote bei etwa 15 Prozent. „Wir fahren schon immer einen sachwertorientierten Kurs mit Immobilien, Aktien und Gold, neben einer Fixed-Income-Quote von rund 30 Prozent“, sagt Vorstand Frank Oliver Paschen. Eine solche Allokation erfordere jedoch ein intensives, aktives Monitoring und Risikomanagement sowie ausreichend Risikokapital. „Wir fühlen uns mit dieser Allokation sehr wohl und haben die wirt- schaftliche Lage der Pensionskasse damit in den letzten Jahren stetig optimieren können“, sagt Paschen. Zugleich warnt er: „Kassen, die defensiver unterwegs sein wollen oder bei schlechterer Eigenkapi- talausstattung beziehungsweise mangels Risikokapital unterwegs sein müssen, für die ist eine strategische Asset Allocation PLW KRKHU 5RKVWRȬ EH]LHKXQJVZHLVH *ROG - quote dagegen nichts.“ Die große Spannbreite der Goldquoten verdeutlicht: Gold ist kein standardisier- ter Portfoliobaustein, sondern stark von individuellenRahmenbedingungen abhän- gig. Während es für einige Investoren eine zentrale Rolle in der strategischen Asset Allocation spielt, bleibt es für andere eine gezielte Beimischung – oder wird ganz gemieden. Dollar- vs. Zinseinfluss Nach der starken Rallye der vergangenen Jahre stellt sich zunehmend die Frage nach der Beurteilung des Bewertungsniveaus. .ODVVLVFKH (LQijXVVIDNWRUHQ OLHIHUQ GHU]HLW ein gemischtes Bild. Steigende Realzinsen sprechen grundsätzlich gegen ein weiteres Aufwärtspotenzial, während ein schwä- cherer US-Dollar unterstützend wirkt. 8QHLQGHXWLJ LVW GHU (LQijXVV GHV JHRSROLWL - schen Umfelds. „Krisen und Kriege sind streng genommen für Goldwerterhöhend“, sagt Paschen. Gleichzeitig könnten sie aber DXFK PLW ,QijDWLRQV XQG =LQVHUZDUWXQ - gen einhergehen, die kurzfristig belastend wirken. „Es kann neben liquiditätsbeding- ten Verkäufen auch zu zwischenzeitlichen Rücksetzern kommen.“ Der Rücksetzer zu Beginn dieses Jahres ist vor diesemHinter- grund zu sehen. Damit ergibt sich ein zweigeteiltes Bild: Kurzfristig spricht die hohe Markt- positionierung für eine erhöhte Rück- schlagsanfälligkeit, während strukturelle Faktoren wie Zentralbankkäufe und geopolitische Unsicherheit den Goldpreis weiterhin stützen. Gesunde Konsolidierung Hinzu kommt, dass die Dynamik des jüngsten Preisanstiegs selbst erfahrene Marktteilnehmer überrascht hat. „Der Anstieg im letzten Jahr war in dieser Geschwindigkeit fundamental nicht gerechtfertigt“, sagt Wrzesniok-Roßbach. Die Korrektur zu Jahresbeginn sei daher „eine gesunde und notwendige Konsoli- dierung“ gewesen. Baumbach sieht das Käufe auf sehr hohem Niveau Goldnachfrage der Zentralbanken Die Grafik zeigt die stark gestiegene Goldnachfrage der Zentralbanken in den vergangenen Jahren. 2022 erreichen die Käufe einen historischen Höchststand und bleiben auch 2023/24 auf sehr hohemNiveau. Zentralbanken sind damit ein zentraler Treiber der Goldnachfrage und stützen den Preis trotz widriger Zinsbedingungen. Quelle: WisdomTree, Goldausblick bis Q4/2025: Gold wert, 2025 -200 0 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 20121 2022 2023 2024 200 400 600 800 1.000 Q1 1.200 Tonnen Q2 Q3 Q4
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