Institutional Money, Ausgabe 2 | 2026
Foto: © MUFG Pension & Market Services 2/2026 | institutional-money.com 131 Natascha Winberg | MUFG INTERVIEW Infrastruktur. Das Portfoliomanagement- team schauen wir sehr genau an: Sind das erfahrene Leute, oder probiert jemand zum ersten Mal eine neue Strategie aus? Von Letzterem lassen wir die Finger. Der Markt für diese Finanzierungen ist in den letzten Jahren rasant gewach- sen. Hat sich durch das veränderte Zinsumfeld und die geopolitischen Spannungen auch das Wettbewerbs- umfeld unter den Banken verändert? NATASCHA WINBERG: Ja, das merken wir deutlich. In der Nullzinsphase war das Geschäft für viele leicht zu generieren. Weil Subscription Lines, die gegen einen Pool bonitätsstarker Institutioneller besichert sind, für Banken attraktiv und risikoarm sind, stiegen immer mehr Wettbewerber in diesen Markt ein, was das Pricing unter Druck brachte. Mit den geopolitischen Kri- sen und der höheren Volatilität schauen nun alle wieder genauer hin, und bei der Ermittlung der Borrowing Base werden die Investoren präziser geprüft. Da wir als Bank stark imNahen Osten vertreten sind, haben wir bei Investoren aus dieser Region einen guten Einblick und einen echten Wettbewerbsvorteil. Ich muss noch einmal auf die „IRR- Kosmetik“ zurückkommen. Sie sagten vorhin, das sei keine Kosmetik, son- dern eine zeitliche Verschiebung. Dennoch ist die Skepsis im Markt lautstark vernehmbar. Woher kommt diese Kritik? NATASCHA WINBERG: Die Skepsis kommt nicht von ungefähr und bezieht sich weniger auf einfache Subscription Lines als vielmehr auf NAV-Finanzierungen amhin- teren Ende des Fondslebenszyklus. Manche Fondsmanager haben dieses Instrument in der Vergangenheit überstrapaziert. Stellen Sie sich vor, ein Private-Equity-Fonds hat Portfoliounternehmen, die auf operativer Ebene bereits stark mit Krediten gehebelt sind. Wenn der Fonds auf Portfolioebene GDQQ QRFK HLQPDO VLJQLljNDQW /HYHUDJH durch eine NAV-Line aufnimmt, ohne das GHQ ,QYHVWRUHQ RȬHQ]XOHJHQ LVW GLH 9HU - ärgerung der LPs völlig verständlich. Es geht im Kern um Transparenz. Der Markt hat hier aber stark dazugelernt. Die Loan- to-Value Ratios (LTV), die wir heute bei solchen Finanzierungen sehen, bewegen sich meist zwischen 15 und 35 Prozent, was überschaubar und gesund ist. Probleme entstanden in der Vergangenheit, wenn die Verschuldung zu hoch getrieben und nicht RȬHQ NRPPXQL]LHUW ZXUGH ImPrivate-Equity-Umfeld hörtman ak- tuell oft das Stichwort „Dry Powder“. Wie wichtig ist dieser Aspekt für Ihre Finanzierungslösungen? NATASCHA WINBERG: Das ist ein sehr relevanter Punkt. Manchmal spreche ich mit Fondsmanagern, die spannende Ziel- unternehmen vor Augen, aber kein „Dry Powder“ mehr haben, weil ihr Fonds bereits voll investiert ist und das nächste Fundraising noch nicht läuft. In solchen Momenten können wir durch unsere Linien Liquidität bereitstellen, damit der Fonds die Gelegenheit wahrnehmen kann. Sehr interessant ist auch ein neuer Trend bei Evergreen-Fonds. Man könnte ja denken, solche Strukturen bräuchten das nicht. Aber auch dort gibt es der- artige Situationen: Ein Fonds will von 500 DATEN & FAKTEN MUFG INVESTOR SERVICES: Assets under Administration: mehr als 1 Billion US-Dollar Anzahl der Niederlassungen: 17 in 11 Ländern Anzahl der Mitarbeiter: 2.300 Gründungsjahr: 2013 HQ in Europa: Amsterdam
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