Institutional Money, Ausgabe 2 | 2026

130 2/2026 | institutional-money.com INTERVIEW Natascha Winberg | MUFG neering“ betrieben wird, das Risiken verschleiert? NATASCHA WINBERG: Die IRR fällt durch den früheren Investitionsstart und den verzögerten Kapitalabruf bei den LPs höher aus, als wenn der Fonds erst das Geld mühsameinsammeln und dann investieren ZĞUGH :LFKWLJ LVW GDVV GDV DOOHV RȬHQ - gelegt ist. Die LPs sehen genau, dass wir diese Finanzierungen machen und wie sie strukturiert sind. Da gibt es keine Magie und kein Verschleiern. Zweitens, und das ist der entscheidende Punkt: Oft sagen mir meine Kunden: „I don’t want to leave assets on the table.“ Dass sie dank unserer Linien früher investieren können, kommt den Investoren zugute. Wenn sich eine gute Investitionsgelegenheit bietet, muss der Fonds schnell zuschlagen können. Es geht XP RSHUDWLRQHOOH (ȯ]LHQ] XP GLH SUDN - tische Notwendigkeit, handlungsfähig zu sein und im Sinne der Anleger Rendite zu erwirtschaften. Die MUFG hat ihr Angebot in diesem Segment stark ausgebaut. Welche Philosophie verfolgen Sie dabei – gerade auch in Konkurrenz zu anderen Playern am Markt? NATASCHA WINBERG: Wir sind eine echte Relationship-Bank, und das ist tief in unserer japanischen Unternehmenskultur verankert. Für uns ist es essenziell, nicht nur ein einzelnes Produkt zu verkaufen oder rein auf Transaktionsbasis zu arbeiten. Wir wollen verschiedene Produkte anbie- ten und langfristige Beziehungen aufbauen. Das bedeutet: Wenn die Zeiten schwieriger werden und dieMärkte schlecht laufen, ste- henwir unserenKunden bei und schrecken nicht vor Finanzierungen zurück. Unsere Devise lautet: Wir waren da, und wir blei- ben da. Wenn ich zu unserem CEO gehe, um eine neue Transaktion vorzustellen, fragt er mich immer: Warum sollenwir das machen? Die Antwort ist dann nicht nur ein starker Return on Investment, sondern: Hier habenwir eine bestehende Beziehung, oder hier entsteht eine wertvolle neue. 'LHVHU SDUWQHUVFKDIWOLFKH *HGDQNH GLȬH - renziert uns spürbar imMarkt. Bleiben wir bei der Technik. Welche Rolle spielen sogenannte Asset- Backed Financings im Vergleich zu NAV-Finanzierungen, über die oft debattiert wird? NATASCHAWINBERG: Das ist einwich- tiger Unterschied. Eine NAV-Finanzierung, also eine Net-Asset-Value-Finanzierung, schaut auf das gesamte Portfolio eines Fonds und kommt typischerweise erst spä- ter im Lebenszyklus zum Einsatz, wenn die Capital Calls der LPs ausgereizt sind. Das Asset-Backed Financing fokussiert sich KLQJHJHQ DXI HLQHQ VSH]LljVFKHQ 3RRO YRQ Assets. Stellen Sie sich einen Private-Debt- Fonds vor, der Kredite an Mittelständler vergibt: Wir übernehmen die sogenannte Super-Senior-Tranche und werden bei einem Ausfall als Erste ausbezahlt. Weil unser Risiko dadurch geringer ist, können ZLU ]X HLQHP QLHGULJHUHQ =LQVVDW] ljQDQ - zieren, und der Fonds kann einen Hebel auf den Rest seines Portfolios anwenden. Diese Hebelprodukte werden sehr oft von den Investoren selbst angefragt, weil sie sich einen gewissen Leverage auf ihr Port- folio wünschen. Was sind aus Sicht der General Part- ners, also der Fondsmanager, die zentralen Vorteile dieser verschiede- nen Linien? NATASCHA WINBERG: Die Vorteile für den GP sind vielfältig. Zunächst geht es um strategische Flexibilität: Man kann die Haltedauer von Assets verlängern, ohne sie in einem schwachen Markt ver- kaufen zu müssen, Dividendenzahlungen vornehmen oder Ausschüttungen bedie- nen zu müssen, wenn LPs Liquidität fordern. Auf der Eingangsseite ermög- lichen die Linien, bei guten Investment Opportunities sofort zuzuschlagen, auch wenn das Fundraising noch nicht abge- schlossen ist. Und diese Instrumente erlauben eine Optimierung der IRR, weil das Eigenkapital der Investoren erst spä- ter und kürzer gebunden wird. All das sindWerkzeuge, um denWert des Portfo- lios für die Endinvestoren zu maximieren. Und was haben die LPs, also die insti- tutionellen Investoren, konkret davon? NATASCHA WINBERG: Die Investoren SURljWLHUHQ YRQ JOHLFKPÌĕLJHUHQ XQG EHUH - FKHQEDUHUHQ&DVKijRZV :HQQ GHU *3 QLFKW für jede kleine Investition sofort einen Capital Call auslöst, reduziert das den admi- nistrativen Aufwand auf Investorenseite HQRUP =XGHPSURljWLHUHQ VLH YRQ GHU:HUW - maximierung bei den Exits, wenn der GP dank einer Finanzierungslinie den opti- malen Verkaufszeitpunkt abwarten kann. Wichtig ist dabei, dass klare Leitplanken eingezogen sind. Die LPs fordern soge- nannte Leverage Caps, also Obergrenzen für die Verschuldung, und klare Regeln IĞU VFKXOGHQljQDQ]LHUWH $XVVFKĞWWXQJHQ Es darf nicht passieren, dass ein GP die Verschuldung ausreizt, nur um auf dem Papier Dividenden zu zahlen. Solange diese Leitplanken respektiert werden, begrü- ĕHQ GLH PHLVWHQ /3V GLHVH )LQDQ]LHUXQJHQ ausdrücklich. Wo liegen die größten Risiken – für den GP, für die Investoren und für Sie als Bank? NATASCHA WINBERG: Für den GP ist das Risiko, eine Subscription Line bei uns zu nehmen, gering. Sein Hauptrisiko ist das Fundraising selbst: Was passiert, wenn er die anvisierten LP-Zusagen nicht bekommt? Der Markt ist aktuell sehr kom- petitiv. Für die LPs liegt das zentrale Risiko klassischerweise in der Performance des Fonds, aber auch in der Verschuldungs- tiefe, falls diese nicht transparent gemanagt wird. Für uns als Bank hängen die Risi- ken vom jeweiligen Produkt ab. Bei den Subscription Lines besteht unser Risiko GDULQ GDVV /3V LKUHQ =DKOXQJVYHUSijLFK - tungen nicht nachkommen; da wir diese Investoren vorher genau prüfen, ist es ÌXĕHUVW JHULQJ %HL 1$9)LQDQ]LHUXQJHQ oder Asset-Backed Financings liegt unser Risiko direkt im Portfolio des Fonds. Des- halb sind die Spreads dort höher, und wir engagieren uns nur in Bereichen, in denen wir tiefe Expertise haben, vor allem bei Private Equity, im Kreditbereich und bei » Man kann die Haltedauer von Assets verlängern, ohne sie in einem schwachen Markt verkaufen zu müssen. « Natascha Winberg, MUFG

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