Institutional Money, Ausgabe 2 | 2026
Foto: © Christoph Hemmerich Natascha Winberg | MUFG INTERVIEW 2/2026 | institutional-money.com 129 ihre risikogewichteten Aktiva, die soge- nannten RWAs, steuern. Nehmen wir ein einfaches Beispiel: Eine Bank vergibt Kre- dite an Unternehmenmit einemVolumen von in Summe einer Milliarde Euro. Für diese Kredite muss die Bank risikogewich- tete Aktiva vorhalten, in etwa 35 Prozent unter dem Standardised Approach. Dieses Eigenkapital ist teuer, weil die Bank darauf eine Rendite erwirtschaften muss. Also nimmt sie das Kreditportfolio und tran- chiert es in verschiedene Risikoklassen: Es gibt das „First Loss Piece“, das bereits unter den ersten Kreditausfällen des Port- folios leidet, eine Mezzanine-Tranche und eine Senior-Tranche. Die risikoreicheren Tranchen, Equity undMezzanine, verkauft die Bank nun an einen Private-Debt- Fonds, während sie die Senior-Tranche behält. Das reduziert das Risiko auf dem verbleibenden Teil erheblich: Die Bank muss deutlich weniger Eigenkapital vorhal- ten und hat wieder viel mehr Kapital frei, umneue Kredite zu vergeben. Das ist SRT, und jeder dieser Deals muss vom Regula- tor genehmigt werden. Und das hat mit der Fondsfinan- zierung, wie Sie sie betreiben, nichts zu tun? NATASCHA WINBERG: Richtig. Die )RQGVljQDQ]LHUXQJ KDW QLFKW GLHVHQ regulatorischen Hintergrund der Kapital- entlastung. Bei uns geht es vielmehr darum, den Fonds in seinen verschie- denen Lebensphasen mit Liquidität zu versorgen. Es kann vorkommen, dass HLQ .UHGLWIRQGV GHQ ZLU ljQDQ]LHUHQ seinerseits in eine SRT-Tranche einer Bank investiert; es gibt sogar Fonds, die nichts anderes tun. Aber das Produkt, das wir als MUFG im Bereich Fund Finance anbieten, zielt darauf ab, dem Fonds selbst Finanzierungslösungen zu bieten, sei es am Anfang durch Subscrip- tion Lines oder später, wenn das Kapital komplett investiert ist, durch sogenannte NAV-Finanzierungen. Es gibt immer wieder kritische Stim- men, die behaupten, diese Kreditlinien dienten primär dazu, die Internal Rate of Return (IRR) künstlich auf- zuhübschen. Was entgegnen Sie dem Vorwurf, dass hier „Financial Engi- NATASCHA WINBERG Als Expertin mit langjähriger Erfahrung imBereich Financial Institutions verantwortet Natascha Winberg seit Februar 2024 als Head of Financial Institutions Germany, Austria & Switzerland bei MUFG, abgekürzt für die Mitsubishi UFJ Financial Group, von Frankfurt aus das Geschäft mit Finanzinstituten in der DACH-Region. Zuvor war sie über zehn Jahre bei der Barclays Corporate & Investment Bank tätig, zuletzt als Director in der Financial Institutions Group und demBereich Debt Capital Markets für die DACH-Region, wo sie Banken und Versicherungen bei Kapitalmarkttransaktionen und in strategischen Fragen beraten hat. Ihr akademisches Fundament legte Winberg an der Goethe-Universität Frankfurt, wo sie Betriebswirtschaftslehre studiert hat. Vertieft hat sie ihr Wissen anschließend mit einem Master in Finance an der renommierten Università Bocconi in Mailand, einer der führenden Wirtschaftsuniversitäten Europas, die für ihre praxisnahe Ausbildung und ihr internationales Netzwerk bekannt ist.
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