Institutional Money, Ausgabe 2 | 2026

Foto: © Christoph Hemmerich INTERVIEW Natascha Winberg | MUFG 128 2/2026 | institutional-money.com FUND FINANCE BOOMT , die Bereit- stellung von Kapital zur Finanzierung neu aufgelegter Fonds gehört zu den dynamisch wachsenden Feldern der strukturierten Finanzierung. Mit den Details und Mög- lichkeiten, aber auch den Tücken dieses speziellen Segments kennt sich Natascha Winberg nicht erst seit ihrem Antritt bei der japanischen MUFG, kurz für Mitsubi- shi UFJ Financial Group, aus, für die sie seit Februar 2024 als Head of Financial Institu- tions von Frankfurt aus das Geschäft mit Finanzinstituten inDeutschland, Österreich XQG GHU 6FKZHL] YHUDQWZRUWHW 6LH SURljWLHUW auch von ihren mehr als zehn Jahren als Director in den Bereichen Financial Institu- tions Group und Debt Capital Markets der Barclays Corporate& Investment Bank. Im Gesprächmit Institutional Money räumt sie mit gängigenMissverständnissen rund um GDV 7KHPD 6LJQLljFDQW 5LVN 7UDQVIHU 657 auf, erklärt den gesamten Werkzeugkasten von Subscription Lines bis NAV-Finan- ]LHUXQJHQ EHOHXFKWHW GLH 5LVLNHQ IĞU DOOH Beteiligten und zeigt, wie die japanische 5HODWLRQVKLS 3KLORVRSKLH GHU 08)* LP europäischenMarkt zu einem echtenWett- bewerbsvorteil wird. Sie weiß zudem sehr JHQDX ZR EHLP 7KHPD )RQGVljQDQ]LH - UXQJ GLH HFKWHQ 5LVLNHQ IĞU *3V /3V XQG Banken liegen und warum der viel zitierte 9RUZXUI GHU ,55.RVPHWLN OHW]WOLFK QXU GLH halbe Wahrheit ist. Frau Winberg, lassen Sie uns eine grundlegende Einordnung vornehmen. Wenn wir über Fondsfinanzierung, oft auch Fund Finance genannt, sprechen: Was genau muss man darunter ver- stehen? Und warum spielt das Thema aktuell in Bereichen wie Private Equity, Private Debt oder Infrastruk- tur eine so immense Rolle? NATASCHA WINBERG: Um es auf GHQ 3XQNW ]X EULQJHQ %HL GHU )RQGVlj - nanzierung begleiten wir als Bank einen Fonds über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg. Das beginnt typischerweise am Anfang, wenn der Fonds sein Fundraising betreibt. Wir stellen auf der Fondsebene sogenannte Subscription Lines, auch Capi- tal Call Facilities genannt, zur Verfügung. 'DV EHGHXWHW NRQNUHW :HQQ GHU )RQGV beginnt, Investments zu tätigen, und seine /LPLWHG 3DUWQHUV /3V DOVR HWZD 3HQVLRQV - fonds oder andere institutionelle Anleger, ihr Kapital zugesagt haben, müssen diese Anleger oft nicht sofort „gezogen“ werden, VSULFK GDV *HOG QLFKW VRIRUW ĞEHUZHLVHQ In genau diesem Moment treten wir auf GHQ 3ODQ XQG ljQDQ]LHUHQ GLHVH .DSLWDODE - rufe vor. Man kann sich das wie eine große .UHGLWNDUWH IĞU GHQ )RQGV YRUVWHOOHQ :LU geben ihm eine Facility, basierend auf den Kapitalzusagen der Investoren. Der Fonds kann damit sofort zu investieren beginnen, noch bevor das Fundraising abgeschlossen ist, und wir beschleunigen dadurch die Handlungsfähigkeit der Manager enorm. Sie sprachen die Subscription Lines an. Wenn wir den Werkzeugkasten der Fund Finance betrachten: Welche Hauptinstrumente gehören aus Ihrer Sicht heute zum Standardrepertoire, und wie unterscheiden sie sich in Struktur und Zweck? NATASCHA WINBERG: Neben den Subscription Lines am Anfang des Fonds- lebenszyklus haben wir weitere essenzielle %DXVWHLQH :LU ljQDQ]LHUHQ ]XP HLQHQ DXI GHU $VVHWHEHQH VHL HV GXUFK 3URMHFW )LQDQFH im Infrastrukturbereich oder Leverage )LQDQFH LP 3ULYDWH (TXLW\ 6HJPHQW ZR wir mit großen Teams auch den Mid-Cap- Bereich in Deutschland stark in den Fokus nehmen. Darüber liegt die besagte Fonds- level-Finanzierung. Bei den Subscription /LQHV VFKDXHQ ZLU XQV DQ :HU VLQG GLH ,QYHVWRUHQ LP 3RRO" 6LQG GDV LQVWLWXWLR - QHOOH $GUHVVHQ PLW HLQHU VWDUNHQ %LODQ]" Basierend darauf legenwir eine sogenannte $GYDQFH 5DWH IHVW DOVR HLQHQ 3UR]HQWVDW] des zugesagten Kapitals, den wir als Kredit- linie bereitstellen. Da dieser Investorenpool LQ GHU 5HJHO JXW GLYHUVLlj]LHUW XQG ERQLWÌWV VWDUN LVW LVW GDV 5LVLNR IĞU XQV DOV %DQN äußerst gering; Ausfälle sehen wir in die- sem Bereich fast nie. Im weiteren Verlauf des Fondslebens kommen andere Instru- mente ins Spiel, auf die wir später eingehen werden. Aber die Subscription Line ist das absolute Fundament. Treten wir an dieser Stelle noch einen Schritt zurück. Für viele Außenste- hende ist das Thema noch nicht ganz transparent. Korrigieren Sie mich, wenn ich falschliege: Sprechen wir bei Fund Finance nicht über ein Thema, das oft mit demKürzel SRT für Signifi- cant Risk Transfer umschrieben wird? NATASCHA WINBERG: Damuss ich Sie korrigieren. Diese Gleichsetzung wird mir von denMedien immer wieder nahegelegt, aber diese beiden Themen liegen gar nicht VR QDK EHLHLQDQGHU (LQ 6LJQLljFDQW 5LVN 7UDQVIHU DOVR 657 LVW SULPÌU HLQ UHJXODWR - risches Instrument, das Banken nutzen. Die )RQGVljQDQ]LHUXQJ KLQJHJHQ ĞEHU GLH ZLU hier sprechen, bewegt sich auf dem Level des Fonds. Können Sie diesen Unterschied für uns etwas greifbarer machen? NATASCHA WINBERG: Sehr gern. %HLP 657 JHKW HV GDUXP GDVV %DQNHQ » Wir stellen auf der Fondsebene sogenannte Subscription Lines, auch Capital Call Facilities genannt, zur Verfügung. « Natascha Winberg, MUFG

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