Institutional Money, Ausgabe 2 | 2026

132 2/2026 | institutional-money.com INTERVIEW Natascha Winberg | MUFG Millionen auf eine Milliarde Euro anwach- sen, die ersten 500 Millionen sind aber schon investiert. Dann können wir mit einer NAV-Finanzierung einsteigen, um das Volumen vorab nutzbar zu machen. Oder ein Evergreen-Fonds muss Investoren auszahlen, die ihre Anteile zurückgeben wollen, ohne dafür Portfoliounternehmen notverkaufen zu müssen. Auch hier grei- fen unsere Liquiditätslinien als ideales Cash-Management-Tool. Sie beschreiben eine starke Position im Markt. Heißt das, dass Banken wie Sie das Zünglein an der Waage sind, wenn es um den Erfolg von Private- Markets-Fonds geht? NATASCHA WINBERG: Das wären wir, wenn wir die Einzigen im Markt wären. Tatsächlich gibt es sehr viele Marktteilneh- mer. Die meisten fokussieren sich auf Subscription Lines, weil das Risiko dort geringer ist. Für NAV-Finanzierungen braucht man hingegen echte Expertise im Primärmarkt und in den Assetklassen, weshalb das Spielfeld hier kleiner ist. Die Dynamik ist enorm: Es entstehen sogar spezielle neue Fonds, die nichts anderes tun, als solche Subscription Lines aufzu- kaufen. Wir werden von anderen Fonds gefragt: „Könnt ihr mal ein Portfolio kau- fen?“ Da ist sehr viel Bewegung imMarkt. Noch ein Blick über den Tellerrand: Welche anderenAssetklassen oder Ent- wicklungen beobachten Sie im Bereich der strukturierten Finanzierung? NATASCHA WINBERG: Wir als MUFG sind eines der größten Verbriefungshäu- ser. Das ist ein wichtiges Standbein neben GHU GLUHNWHQ )RQGVljQDQ]LHUXQJ GDV ZLU auch in der Region stark ausbauen. Wir UHljQDQ]LHUHQ GLH YHUVFKLHGHQVWHQ 3RUWIROLRV von Forderungen, von Konsumentenkre- diten und Kreditkartenportfolios bis hin zu esoterischeren Assets wie Music oder Pharma Royalties. Ebenfalls ein großer Wachstumsmarkt, den wir uns sehr genau anschauen, ist die Finanzierung im Ver- sicherungsumfeld, genauer gesagt bei sogenannten Versicherungs-Sidecars und Versicherungsfonds. Wenn ein Versicherer ein Portfolio von Lebensversicherungen von seiner Bilanz nehmen und in ein Spe- cial Purpose Vehicle (SPV), also ein Sidecar, auslagern möchte, um es von Drittinves- WRUHQ ljQDQ]LHUHQ ]X ODVVHQ NĆQQHQ ZLU dort dieselbe Fund-Finance-Technologie anwenden. Wenn Sie Begriffe wie „Verbriefung“ und „esoterische Assets“ in einem Satz nennen, dürften sich bei erfah- renen Marktteilnehmern Erinnerungen an die Zeit vor der Finanzkrise 2008 einstellen. NATASCHA WINBERG: Ich verstehe, was Sie meinen und worauf Sie anspielen. Aber diese Sorge kann ich nehmen. Der Markt ist heute ein völlig anderer. Wir schauen uns die Dinge sehr genau an und prüfen in der Due Diligence nicht nur die Qualität des Forderungsportfolios bis ins Detail, sondern durchleuchten auch die Qualität des Specialist Lenders, also des Unternehmens, das diese Portfolios hält, sehr streng. Nur wenn beide Ebenen sauber und valide sind, gehen wir in die Finanzierung. Lassen Sie uns noch einen Blick auf das Set-up der MUFG und Ihre per- sönliche Rolle werfen. Sie sind vor gut zwei Jahren nach zwölf Jahren bei Barclays in London nach Frankfurt gewechselt. Wie haben Sie den Auf- bau des Geschäfts für Finanzinstitute in der DACH-Region seither erlebt? NATASCHA WINBERG: Es ist eine spannende Zeit. Bevor ich kam, war das Geschäft der MUFG mit Finanzinstitu- ten in der deutschsprachigen Region noch recht limitiert; der Fokus lag historisch auf Transaction Banking, also Cash Clearing Services. Mittlerweile haben wir unser Pro- duktangebot stark ausgebaut, in den letzten zwei Jahren ein zweistelligesWachstumver- zeichnet und viele neue Kollegen eingestellt. Unser kontinentaleuropäischer Hauptsitz ist in Amsterdam. Das Momentum, das die Bank aktuell hat, ist enorm; es gibt derzeit kaum eine andere Bank, in der so viel Dynamik steckt. Das hat mich damals gereizt: etwas Neues aufzubauen und dabei Lösungen für die Probleme unserer Kun- GHQ ]X ljQGHQ Ein Bereich mit viel Dynamik ist Leverage Finance und Direct Lending. Wie positioniert sich die MUFG hier, FONDSFINANZIERUNG – MARKTDATEN: über 1,75 Billionen US-Dollar 1,5 bis <1,75 Billionen US-Dollar 1,25 bis <1,5 Billionen US-Dollar 1 bis <1,25 Billionen US-Dollar Unter 1 Billionen US-Dollar Geschätzte Größe des weltweiten Marktes Geschätzte Marktentwicklung im Jahr 2026 Voraussichtliches Aktivitätsniveau der Institutionen im Jahr2026 Deutlicher Anstieg (mehr als 15% höher) Mäßiger Anstieg (5% bis 15% höher) Keine wesentliche Veränderung ( ± 5%) Mäßiger Rückgang (5% bis15% weniger) Deutlicher Rückgang (mehr als 15% weniger) 17% 16% 17% 67% 11 % 32% 54% 11 % 35% 27% 5% 0% 5% 3% 0% Deutlicher Anstieg (mehr als 15% höher) Mäßiger Anstieg (5% bis 15% höher) Keine wesentliche Veränderung ( ± 5%) Mäßiger Rückgang (5% bis15% weniger) Deutlicher Rückgang (mehr als 15% weniger) Quelle: Haynes Boone, Fund Finance Annual Report 2026

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