Institutional Money, Ausgabe 2 | 2026

Hagen Hügelschäffer | AKA INTERVIEW 2/2026 | institutional-money.com 231 DIE 1998 GEGRÜNDETE AKA ist die Fachorganisation imBereich der kommuna- len und kirchlichen Altersversorgung in Deutschland. Sie vereint 43 kommunale und kirchliche Versorgungs- undZusatzver- sorgungskassen, die zusammen mehr als zehn Millionen Menschen und fast 50.000 Arbeitgeber beziehungsweise Dienstherren EHWUHXHQ %HL HLQHP 7UHȬHQ ZÌKUHQG GHV Galadiners auf dem Institutional Money Kongress entspann sich ein so interessantes *HVSUÌFK ĞEHU GLH $XVZLUNXQJHQ GHV =XVDW]UHQWHQSDNHWV GHU (XURSÌLVFKHQ.RP - mission auf die Zusatzversorgungskassen, dass wir es in diesem Interview fortgesetzt haben. Herr Hügelschäffer, welcher Aufsicht unterliegen Ihre Einrichtungen? Gel- ten für Sie Quoten (wie im VAG) oder Solvenzkriterien? HAGENHÜGELSCHÄFFER: Als Landes- einrichtungen unterliegen die AKA-Kassen den jeweiligen Landesaufsichtsgesetzen und QLFKW GHP 9$* (QWVSUHFKHQG ljQGHQ GLH Anlageverordnung (AnlV) unddie darin ent- halteneQuotensystematikAnwendung. Die Praxis hat gezeigt, dass sowohl die Kassen als auch die Aufsichten mit der Quotensyste- matik gut gefahren sind, um im Sinne GHU YHUVLFKHUWHQ %HVFKÌIWLJWHQ ]X DUEHLWHQ Die Performancezahlen, die wir erreichen konnten, waren gerade in den letzten Jah- ren sehr gut. Daher hat sich die AKA in ihrer Stellungnahme zum Zusatzrenten- SDNHW GHU (XURSÌLVFKHQ .RPPLVVLRQ YRP b 1RYHPEHU IĞU GHQ )RUWEHVWDQG der quantitativenKriterien der AnlVbei der Kapitalanlage ausgesprochen. Überlegungen, GLH $QO9 DE]XVFKDȬHQ OHKQHQ ZLU DE Kommen wir auf das Rentenpaket der Bundesregierungzusprechen,dasgröß- tenteils seit Januar 2026 wirksam ist. Damit wird das Rentenniveau bis 2031 bei 48Prozent festgeschrieben, es wird die Mütterrente III eingeführt, und mit der „Aktivrente“ können Rentner bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei dazuverdienen. Welche Auswirkungen hat das Rentenpaket für Ihre Zusatzversorgungskassen? HAGEN HÜGELSCHÄFFER: Grund- VÌW]OLFK KDEHQ GLH 0DĕQDKPHQ GHU %XQGHVUHJLHUXQJ IĞU GLH HUVWH 6ÌXOH GHU Alterssicherung keine Auswirkungen auf die Zusatzversorgung, da die Betriebsrente des ĆȬHQWOLFKHQ 'LHQVWHV ł GDV 3XQNWHPRGHOO ł LP *HJHQVDW] ]XP DOWHQ *HVDPWYHUVRU - JXQJVV\VWHP XQDEKÌQJLJ YRQ GHU +ĆKH der gesetzlichenRentenversicherung gezahlt ZLUG %HUĞKUXQJVSXQNWH JLEW HV EHL GHU neuen „Aktivrente“, die nunmehr einen VWHXHUIUHLHQ9HUGLHQVW HUPĆJOLFKW 1DFK GHQ derzeitigenRegelungen in denVersorgungs- WDULIYHUWUÌJHQ ]ÌKOW DEHU GLH Ľ$NWLYUHQWHĺ nicht zum sogenannten zusatzversorgungs- SijLFKWLJHQ (QWJHOW GDV ]XP (UZHUE QHXHU 9HUVRUJXQJVSXQNWH IĞKUW 'HQQ GDV ]XVDW] - YHUVRUJXQJVSijLFKWLJH (QWJHOW VWHOOW DXI GDV VWHXHUSijLFKWLJH %UXWWRHQWJHOW DE (V EOHLEW abzuwarten, ob die Tarifvertragsparteien KLHUEHL QRFK 6RQGHUUHJHOXQJHQ WUHȬHQ werden, sodass dann auch noch Versor- gungspunkte erworben werden können. WelcheBesonderheiten gibt es bei den Versicherten der AKA-Kassen? HAGEN HÜGELSCHÄFFER: Es gibt in der Tat Abweichungen bei der Lebens- HUZDUWXQJ LP ĆȬHQWOLFKHQ XQG NLUFKOLFKHQ Dienst. Erfreulicherweise können wir bei unseren Versicherten und Betriebsrentnern eine höhere Lebenserwartung feststellen als imBevölkerungsdurchschnitt, wobei es aber Unterschiede zwischen den einzelnen Kas- sen gibt. Wann kommen bei Ihnen die starken Jahrgänge,dieindenRuhestandgehen? Was bedeutet das für die Kapitalan- lage und das Liquiditätsmanagement? Bei den „Babyboomern“ gehen wir davon aus, dass deren Renteneintritt bei unseren Kassen demallgemeinen Trend folgenwird, GHQQ GHU ĆȬHQWOLFKH XQG NLUFKOLFKH 'LHQVW hat weder besonders junge noch besonders DOWH %HVFKÌIWLJWH 'DV 'XUFKVFKQLWWVDOWHU unserer Versicherten liegt bei 53,5 Jahren. :LU UHFKQHQ PLW HLQHP +ĆKHSXQNW der Renteneintritte etwa Ende der 30er-, Anfang der 40er-Jahre, das ist je nach Kasse verschieden. Mit Blick auf die Kapitalanla- gethematik haben wir diese Entwicklung aber schon eingepreist, da die biometrischen Entwicklungen im Gegensatz zur Kapital- marktentwicklung genau vorhersehbar sind. Stichwort „illiquide und volatile Anla- gen“. Wie können Ihre Kassen damit umgehen? HAGEN HÜGELSCHÄFFER: Bei den Zusatzversorgungskassen zeigt sich erfreu- OLFKHUZHLVH GHXWOLFK GDVV GLH Ľ1HWWR &DVK - ijRZVĺ DOVR GDV 9HUKÌOWQLV YRQ %HLWUÌJHQ Umlagen zu Rentenzahlungen, voraussicht- OLFK QRFK OÌQJHUH =HLW SRVLWLY VLQG 6RPLW PĞVVHQ NHLQH EH]LHKXQJVZHLVH NDXP 5HQ - ten aus den Kapitalanlagen bezahlt werden. 'DV LVW HUIUHXOLFK IĞU GDV /LTXLGLWÌWVPD - nagement und erleichtert Anlagestrategien in illiquide und volatile Anlageklassen. Das ist ein sehr wichtiges Thema, das laufend ĞEHUZDFKW ZLUG ZHLO HV VLFK SHUVSHNWLYLVFK YHUVFKLHEHQ NDQQ 'DV JLOW IĞU GLH NDSLWDOJH - GHFNWH =XVDW]YHUVRUJXQJ DEHU DXFK IĞU GLH XPODJHljQDQ]LHUWH =XVDW]YHUVRUJXQJ In letzter Zeit ist häufig von „Liabi- lity-Driven Investment“ (LDI) die Rede. Damit zielt man darauf ab, das Vermögensportfoliomit den Verbind- lichkeiten in Einklang zu bringen. So soll sichergestellt werden, dass die zukünftigenCashflowsdesAnlageport- folios ausreichen, um die finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen. Wenden Ihre Kassen LDI an? HAGEN HÜGELSCHÄFFER: Wir ver- wenden nicht die strikte LDI-Methode, sondern achten vielmehr allgemein auf die /LTXLGLWÌW %HLP /LTXLGLWÌWVPDQDJHPHQW ZLUG LQ HUVWHU /LQLH DXI GLH =XijĞVVH DQ 8PODJHQ XQG %HLWUÌJHQ DEJHVWHOOW ł XQG HUJÌQ]HQG DXFK DXI GLH=LQVHLQQDKPHQXQG dieEntnahme aus derKapitalanlagesubstanz. $XIJUXQG GHU SRVLWLYHQ 1HWWR &DVKijRZV sindwir auf der Kapitalanlagenseite dadurch ZHQLJHU HLQVFKUÌQNW +LHU KLOIW XQV GDV 3UL - vileg, dass wir bei unserer Finanzierung auf verschiedene Finanzierungsmodelle ]XUĞFNJUHLIHQ können: Wir können sowohl » Die Praxis hat gezeigt, dass sowohl die Kassen als auch die Aufsichten mit der Quotensystematik gut gefahren sind, um im Sinne der versicherten Beschäftigten zu arbeiten. « Hagen Hügelschäffer, Geschäftsführer der AKA

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