Institutional Money, Ausgabe 2 | 2026

Immobilien PRODUKTE & STRATEGIEN 2/2026 | institutional-money.com 225 ben Prozent mehr Touristen aus anderen EU-Ländern kommen, liegt die Zahl der Besucher aus Asien immer noch deutlich unter dem Niveau vor der Pandemie. Das hat mehrere Ursachen, unter anderem weiterhin mangelnde Langstreckenverbin- dungen und Wechselkursveränderungen, die Reisen nach Europa für viele Asiaten teurer machen. Auch die regionalen Teilmärkte innerhalb Europas entwickeln sich unterschiedlich: Während touristisch geprägte Länder wie Spanien oder Italien besonders stark wachsen, zeigt sich in Deutschland eine eher stabile, aber weniger dynamische Entwicklung. Unterm Strich erwartet der amerikanische Immobilienberater CBRE in diesem Jahr eine robuste Hotelnachfrage in Europa, vor allem getragen von inländischen Gäs- ten und einer allmählichen Rückkehr der Besucher aus Asien. Auch Geschäftsreisen sollen sich erholen: CBRE erwartet hier ein Plus von zehn Prozent in diesem Jahr. Im Gegensatz dazu bezeichnet das Unternehmen die Pipeline neuer Hotelent- wicklungen als „diszipliniert“ – mit einer geplanten Zunahme der Kapazitäten deut- lich unter demNachfragezuwachs. Wesentlich für das Investoreninteresse ist laut CBRE-Analysen der Renditeaufschlag von Hotels gegenüber klassischen Nut- zungsarten. Während Spitzenrenditen für Hotelimmobilien aktuell bei rund fünf Prozent liegen, bewegen sich Büro- und Wohnimmobilien teils deutlich darunter. Flügel weist auf eine Besonderheit des Sektors gegenüber anderen Immobilien- nutzungsarten hin. „Ein großer Vorteil von Hotels ist ihre Autonomie bei den Zimmerpreisen: Der Betreiber kann praktisch täglich auf Marktveränderun- gen reagieren“, sagt Flügel. Für Investoren ergibt sich daraus ein stark zyklisches 3URljO $QGHUV DOV EHL NODVVLVFKHQ &RUH Immobilien schlagen Veränderungen der Nachfrage unmittelbar auf die Preise und die Auslastung durch. In einem positiven Umfeld lassen sich steigende Nachfrage und Preisniveaus direkt in höhere Cash- ijRZV ĞEHUVHW]HQ *OHLFK]HLWLJ VRUJW GDV für Volatilität, da Abschwünge ebenso schnell in sinkenden Preisen und Erlösen sichtbar werden. „Hotels bieten über verschiedene Zyklen hinweg eines der besten Rendite-Risiko- 3URljOH IĞU LQVWLWXWLRQHOOH $QOHJHUĺ VDJW Flügel, dessen Unternehmen auf Immobi- lien- und Infrastrukturinvestments spezialisiert ist. „Für uns gehört Hospita- lity heute in jedes institutionelle Portfolio – nicht als Hauptbaustein, aber als gewich- tige Beimischung.“ CBRE hat ermittelt, dass das Transak- tionsvolumen am deutschen Hotelmarkt 2025 um 38 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro zugelegt hat. Getragen wird dieses allerdings vor allem von Hotelbetreibern, die selbst Eigentümer ihrer Immobilien sind, und dem, was CBRE „private Inves- WRUHQĺ QHQQW YRU DOOHP )DPLO\ 2ȯFHV und investierende Projektentwickler. Ins- titutionelle Investoren halten sich dagegen QRFKb]XUĞFN Auf den Betreiber kommt es an Ein Grund dafür dürfte sein, dass das Hotelimmobiliengeschäft heute anders funktioniert als in früheren Jahren. War Ankünfte ausländischer Touristen in Hotels in Europa Index 2019 = 100 Hotelinvestitionen in Europa In Milliarden Euro Während die Touristenzahl aus Nordamerika stark wächst und längst das Vor-Pandemie-Niveau übertrifft, bleiben die Besuche aus Asien weiterhin stark unter dem früheren Niveau. Quelle: BNP Paribas Real Estate, Eurostat Das Volumen von Investitionen in den Hotelsektor liegt weiterhin unter dem Vor-Corona-Niveau, aber klar über dem Durchschnitt der vergan- genen fünf Jahre. Quelle: BNP Paribas Real Estate 0 2019 2020 2021 2022 2023 2024 20 40 60 80 100 120 Index 2019 = 100 Nordamerika 123 109 108 107 100 72 Ozeanien Zentral- und Südamerika EU-27 Afrika Asien 140 0 2016 2017 2018 2019 2015 2020 2021 2022 2023 2025 2024 5 10 15 20 25 Mrd. Euro Q1 Q2 Q3 Q4 Durchschnitt 30

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