Institutional Money, Ausgabe 2 | 2026
PRODUKTE & STRATEGIEN Infrastruktur 216 2/2026 | institutional-money.com Fotos: © Versicherungskammer Tecta Invest, LHI Stück Sicherheit gebe und andererseits den Ausbau des Portfolios, also eine gute Ska- lierbarkeit, gewährleiste. Auch die fachliche Expertise von Stadtwerken und Regional- versorgern in der Stromvermarktung sowie in der Due Diligence sei insbesondere im aktuell volatilen Strommarktumfeld ein wichtiger Vorteil dieser Kooperationenmit Investoren. Absicherungsgeschäfte sowie der Netzanschluss seien zudem Themen, in denen Stadtwerke und Regionalversor- ger starke Vorteile als Kooperationspartner YRQ LQVWLWXWLRQHOOHQ ,QYHVWRUHQ LQ ĆȬHQW - lich-privaten Partnerschaften (ÖPPs) böten. Im Gespräch mit Institutional Money legt Sebastian Schweier ferner den Schwer- punkt auf die Vorteile von alternativen ÖPP-Modellen wie Kooperationen mit Stadtwerken. Während klassische ÖPPs vor allem in Bereichen wie Schieneninfra- struktur oder Autobahnen etabliert sind und „nicht eins zu eins übertragbar“ auf Kooperationen mit Stadtwerken seien, gewännen diese zunehmend an Bedeu- tung. Solche Kooperationen böten nicht nur einen besseren Projektzugang, sondern adressierten auch ein strukturelles Kapital- GHlj]LW DXI NRPPXQDOHU (EHQH Ľ:LU VHW]HQ auf Kooperationen, weil sie uns einen bes- VHUHQ =XJDQJ ]X 3URMHNWHQ HUĆȬQHQĺ VR Schweier, insbesondere da Stadtwerke ope- rativ stark in Projekte eingebunden sind. Sie verfügen im Zuge der Transforma- WLRQ MHGRFK KÌXljJ QLFKW ĞEHU DXVUHLFKHQGH ljQDQ]LHOOH 0LWWHO Governance kommunaler Partner entscheidend Dabei komme es entscheidend auf die konkrete Ausgestaltung der Partner- schaften an, betont auch Dieter Seitz von der LHI. Er hebt hervor, dass „Gleichge- wichtigkeit wichtig ist“, insbesondere bei Entscheidungsprozessen, Exit-Regelungen und Rückkaufsrechten der Stadtwerke. Gleichzeitig stellt Sebastian Schweier fest: „Stadtwerke, die privatwirtschaftliche Strukturen aufweisen, können imEinzelfall einfacher mit privaten Investoren kooperie- ren.“ Für institutionelle Investoren bedeutet dies, dass Governance-Strukturen und in- stitutionelle Ausprägungen kommunaler Partner zentrale Erfolgsfaktoren darstellen. Strategisch interessant ist zudemdas Regio- nalitätsprinzip: Transformationspfade unterscheiden sich stark je nach Region, etwa im Bereich Wärmeversorgung, was lokale Expertise undNetzwerke umsowert- voller mache, so Schweier. Er verweist in diesem Zusammenhang auf die eigene Positionierung: „Wir merken, wir sind mit unseren Netzwerken gut unterwegs und wollen diese nutzen, um das Thema anzuschieben.“ Stadtwerke denken langfristig Strukturell streben LHI und die Versi- cherungskammer Tecta Invest in ihren Kooperationen grundsätzlichMehrheitsbe- teiligungen an, wobei je nach bilanziellen Zielsetzungen der Stadtwerke auchMinder- heitslösungen möglich sind. Entscheidend bleibt jedoch die konkrete Ausgestaltung der Stimmrechte und Nebenabreden im Gesellschaftsvertrag, insbesondere imHin- blick auf Kontroll- undGovernance-Fragen. /DQJIULVWLJ RULHQWLHUWH ,QYHVWRUHQ ljQGHQ in Stadtwerken zudem passende Partner: „Auch Stadtwerke denken sehr langfristig – ein guter Match mit institutionellen Investoren wie Versicherern“, sagt Sebas- tian Schweier. „Angesichts von über 800 6WDGWZHUNHQ LQ 'HXWVFKODQG HUĆȬQHW VLFK ein breites Spektrum potenzieller Koope- rationen, wobei die zentrale Frage stets im Raum steht: Wer kann welche Risiken am Hȯ]LHQWHVWHQ WUDJHQ XQG ZLH NDQQ HLQH vernünftige Rollenverteilung ausschauen?“ Regulatorisch soll das Standortförderge- setz (StoFöG) die Rahmenbedingungen verbessern, etwa durch erleichterten Kapi- WDO]XJDQJ XQG UHGX]LHUWH 0HOGHSijLFKWHQ In der Praxis bleibt die Wirkung bislang jedoch begrenzt. Gleichzeitig verdeutlich- ten lange Genehmigungszeiträume von etwa „fünf bis sieben Jahren für einen Windpark“, so Dieter Seitz, die weiterhin bestehenden strukturellenHerausforderun- gen auf der Projektseite. Für institutionelle Anleger ergibt sich daraus ein klarer Befund: Der Markt für erneuerbare Infrastruktur bietet attraktive Einstiegspunkte – vorausgesetzt, Investoren VLQG EHUHLW VLFK DXI GLȬHUHQ]LHUWH .RRSH - rationsmodelle, regionale Besonderheiten und komplexe Governance-Strukturen einzulassen. » Angesichts von über 800 Stadtwerken in Deutschland eröffnet sich ein breites Spektrum potenzieller Kooperationen. « Sebastian Schweier, Head of Infrastructure, Versicherungskammer Tecta Invest » Lange Genehmigungszeiträume von fünf bis sieben Jahren für einen Windpark verdeutlichen die weiterhin bestehenden strukturellen Herausforderungen auf der Projektseite. « Dieter Seitz, Geschäftsführer der LHI KVG mbH DANIELA ENGLERT
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