Institutional Money, Ausgabe 1 | 2026
EINFACHER UND EFFIZIENTER: So soll es nach dem Willen der EU künftig EHL GHQ1DFKKDOWLJNHLWVEHULFKWVSijLFKWHQ IĞU Unternehmen zugehen. Im vergangenen Dezember haben sichdas EU-Parlament und die Mitgliedsstaaten auf das Paket „Omni- bus I“ geeinigt, das Unternehmen vonBüro- kratie entlasten soll. Konkret geht es um Änderungen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und der EU- Lieferkettenrichtlinie (Corporate Sustainabi- lity Due Diligence Directive, CSDDD). Die *UHQ]H IĞU GLH %HULFKWVSijLFKWHQ QDFK GHU CSRD liegt demnach bei mehr als 1.000 Mitarbeitern undmindestens 450Millionen Euro Nettoumsatz. Die Ausgestaltung der Schwellenwerte im Rahmen des Omnibus-I-Gesetzgebungs- verfahrens war politisch „sehr umstritten“. Darauf weist Dr. Magdalena Kuper, Leite- rin Nachhaltigkeit beim deutschen Fonds- verband BVI, hin. Mit der Anhebung der Schwellenwerte werde sich die Verfügbar- keit von Nachhaltigkeitsdaten „erheblich einschränken“, so Kuper. Für institutionelle Investoren hat diese Entwicklung unmittelbare praktische Konsequenzen. Die deutliche Anhebung der Schwellenwerte reduziert den Kreis GHU EHULFKWVSijLFKWLJHQ 8QWHUQHKPHQ massiv: Wo bislang Unternehmen ab 250 Mitarbeitenden und 50 Millionen Euro Nettoumsatz von der Berichts- SijLFKW QDFK &65' HUIDVVW ZHUGHQ VROO - ten, waren ursprünglich rund 46.000 8QWHUQHKPHQ LQ GHU (8 EHWURȬHQ „Künftig verbleiben durch Omnibus I in der EU lediglich zirka 4.700 berichts- SijLFKWLJH 8QWHUQHKPHQĺ VDJW .XSHU Erst vor, dann zurück Die CSRD sei deutlich komplexer ange- legt und für einen größeren Anwendungs- bereich ausgelegt worden als die frühere NFRD (Non-Financial Reporting Direc- tive). „Mit Omnibus werden Komplexi- tät und Anwendungskreis nun partiell wieder zurückgenommen, und der Fokus wird stärker auf sehr große Unternehmen gelegt“, sagt Dr. Christian Maier, Wirt- schaftsprüfer/CPA und Leiter Accounting, Reporting & Process Advisory bei Rödl. Für institutionelle Investoren bedeutet das: Die standardisierte ESG-Datenbasis kon- zentriert sich künftig noch stärker auf gro- ße Emittenten. Auch die EU-Lieferkettenrichtlinie (Cor- porate Sustainability Due Diligence Direc- tive, CSDDD) ist Teil des Omnibus-I- Pakets. Sie sieht ab 2029 nochmals deutlich höhere Schwellenwerte vor: „Erfasst wer- den sollen Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitenden und einem Netto- umsatz von mindestens 1,5 Milliarden Euro. Damit bleibt ihr Anwendungsbe- reich noch deutlich enger als jener der neuen CSRD“, sagt Magdalena Kuper. In Deutschland ist das nationale Umset- zungsgesetz zur CSRD bislang noch nicht verabschiedet. Gleichwohl gilt die „erste :HOOHĺ GHU %HULFKWVSijLFKWHQ EHUHLWV VHLW dem vergangenen Jahr für das Geschäfts- jahr 2024 für große kapitalmarktorientier- WH 8QWHUQHKPHQ Ľ'HXWVFKODQG EHljQGHW WO PFLICHT AUCH KÜR BEDEUTET Im Ringen um weniger Bürokratie reduziert die EU die ESG- Berichtspflichten für Unternehmen. Auf Investorenseite dürfte das für große weiße Flecken bei den Nachhaltigkeitsdaten sorgen. Fotos: © InfiniteFlow | Adobe Stock STEUER & RECHT Omnibus I 262 1/2026 | institutional-money.com
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