Institutional Money, Ausgabe 1 | 2026
Rüstungsimmobilien PRODUKTE & STRATEGIEN 1/2026 | institutional-money.com 237 de. Als Vorteile der modularen Bauweise nennt er Geschwindigkeit und hohe Bau- qualität. „Unsere Idee ist, dass man sich Systemgenehmigungen holt, etwa für eine Unterkunft von 200Menschenmit den ent- sprechenden Servicebereichen. Die können wir dann in den verschiedenen Bundeslän- dern mit jeweils unterschiedlichen Bauord- nungen realisieren. Der Bau selbst lässt sich durch serielles Bauen erheblich beschleuni- gen“, so Schade. Investoreninteresse wächst Stellt sich die Frage: Wo sind die Fugger der 1HX]HLW" +LHU KRȬW PDQ DXI LQVWLWXWLRQHOOH Investoren. „Das Interesse der Investoren an militärisch genutzten Immobilien ist zwar deutlich steigend, aber nochkeineswegsmas- siv oder Mainstream“, stellt Beyerle fest. Die Motivation könnte erhöht werden, wenn „die Bauvorhaben für dieVerteidigung zügig vorangetriebenwerden. Institutionelle Inves- toren könnten etwa dem Bund die Liegen- schaften abkaufen, sie in Kooperation mit dem Verteidigungsministerium entwickeln und dann langfristig an den Bund verpach- ten“, sagt Axel Schilder, Managing Partner des Frankfurter Büros der Kanzlei King & Spalding. Ein solches Vorgehen hat sich bei der schnellenEntwicklung von Schulbauten bewährt hat und wird durch die Neuerun- gen imRahmen des Standortfördergesetzes befeuert. „Kürzlich sind wir für ein Pro- jekt beauftragt worden, bei dem unter dem Schirmeiner Landesbankundmitmehreren Investoren eine Fondsplattform für Schul- bauten errichtet wurde. Die Investoren wer- denüber diese Plattformdie fertig entwickel- ten Schulgebäude für 30 Jahre zurück an die EHWUHȬHQGHQ .RPPXQHQ YHUPLHWHQ ł PLW zwei Verlängerungsoptionen für jeweils fünf Jahre. Auf diese Weise könnten Investoren der Kommune helfen, den aktuellen Haus- halt von hohen Instandhaltungs- oder Her- stellungskosten zu entlasten und damit über denWeg vonMiet- und Pachtzahlungen die fälligenZahlungenüber dieZeit zu strecken. Denkbar wäre so etwas auch für militärisch genutzte Immobilien.“ Einzelne Investoren wagen sich bei dem Thema bereits vor. „Aktuell begleiten wir einen institutionellen Investor, der sich dazu entschlossen hat, den Wiederaufbau der Bundeswehrarchitektur positiv zu begleiten. Dabei geht es ummilitärische Infrastruktur- immobilien, die über einendeutschenFonds gekauft werden sollen“, sagt Schilder. Statistisch ist schwer greifbar, wie hoch die Investitionen sind, weil militärisch genutzte Immobilien noch keinen eigenen Subsektor darstellen. „Es gilt, die traditionellen Seg- » Staatliche Investitions- garantien für Defence- Immobilien – ähnlich wie eine Hermesbürgschaft – würden Finanzierungen erleichtern. « Axel Schilder, Managing Partner des Frankfurter Büros von King & Spalding Strategische Liegenschaftsreserve der Bundeswehr Es gibt bereits einige öffentlich bekannte Standorte, die das Verteidigungsministerium als Teil der strategischen Liegenschaftsreserve eingerichtet hat. Die aufgeführten Liegenschaften dürfen nicht mehr für zivile Zwecke veräußert, entwickelt oder umgewidmet werden, weil sie als Teil der strategischen Reserve für militärische Nutzung freigehalten werden. Quelle: ARD Hauptstadtstudio/Bayerischer Rundfunk (2025): Recherche zu den 200 Liegenschaften der strategischen Bundeswehr-Reserve Aktive Standorte, die nicht geschlossen werden Ehemalige Militärliegenschaften, die jetzt wieder militärisch vorgehalten werden Standort Bundesland Kategorie Fliegerhorst Fürstenfeld- bruck Bayern Aktiv Flughafen Berlin Tegel (militärische Bereiche) Berlin Aktiv Meierwik-Kaserne Glücksburg Schleswig- Holstein Aktiv Standort Bundesland Kategorie Underwood-Kaserne Hanau Hessen Reserve Kummersdorf Hessen Reserve Blücher-Kaserne Hemer NRW Reserve Schlieffen-Kaserne Lüneburg Niedersachsen Reserve Marineflächen Stralsund Niedersachsen Reserve Ehem. US-Liegenschaften Idar Oberstein Rheinland-Pfalz Reserve Übungsflächen Hammelburg Bayern Reserve Foto: © King & Spalding
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