Institutional Money, Ausgabe 1 | 2026

PRODUKTE & STRATEGIEN Rüstungsimmobilien 236 1/2026 | institutional-money.com dünn besetzt“, so Beyerle. Es schwingt hier vermutlich auch einiges an Wunschdenken mit, das sich aus dem Sondervermögen von 100MilliardenEuro ergibt, das Deutschland IĞU GLH %XQGHVZHKU JHVFKDȬHQ KDW %H\HUOH glaubt, dass 100 Milliarden Euro erst der Anfang sind. „Ich rechne mindestens mit GHP )ĞQȬDFKHQ ZHQQ PDQ GDV 0LOLWÌU zufriedenstellen möchte – ungehebelt“, gibt %H\HUOH HLQH 6FKÌW]XQJ DE Europäische Ebene Und in Europa? „Auf EU-Ebene will die EU-Kommission mit „Readiness 2030“ und „ReArmEurope“ europaweit bis zu 800Mil- OLDUGHQ(XUR ]XVÌW]OLFKH 9HUWHLGLJXQJVDXVJD ben mobilisieren. Dabei handelt es sich um ein politisches Ziel, das nationale Mittel undmögliche EU-Finanzierungsinstrumen- WH XPIDVVW MHGRFK NHLQHQ YROOVWÌQGLJ EXGJH - tierten Fonds darstellt. Insgesamt beziehen VLFKGLH JHQDQQWHQ%HWUÌJH DXI ĞEHUJHRUGQH WH 3ODQXQJHQ IĞU 9HUWHLGLJXQJ XQG ,QIUD - VWUXNWXUĺ HUNOÌUW 6DELQH +DPSHO 6LH LVW Founder&General Partner des Global Resi- OLHQFH ,QQRYDWLRQ )XQG *5,) HLQHV 9HQWX - re-Capital-Fonds, der etwa die Bereiche Rüs- tung und kritische Infrastruktur abdeckt. Auch EuropasMindset wird umgekrempelt – von „Wir sind umgeben von Freunden, und notfalls helfen uns die Amerikaner“ zu „Wir müssen verteidigungsbereit sein“. Mitt- lerweile ist zu spüren, dass der Wind dreht. 6R HQWVFKLHGGLH %XQGHVUHJLHUXQJ LP+HUEVW 2025, die zivile Umwandlung ehemaliger 0LOLWÌUijÌFKHQ ]X VWRSSHQ (QGH2NWREHU KDW sie eine Liste von rund 200 Liegenschaften YHUĆȬHQWOLFKW GLHZLHGHUPLOLWÌULVFK JHQXW]W oder als strategischeReserve vorgehaltenwer- den sollen. Sie dürfen nun nicht mehr zivil HQWZLFNHOW ZHUGHQ Ľ'DUXQWHU ljQGHW VLFK zum Beispiel die Underwood-Kaserne in +DQDX GLH GLH 6WDGW HLJHQWOLFK IĞU GLH VWÌG - tebauliche Weiterentwicklung nutzen woll- te“, nennt Beyerle einen der Standorte, die der zivilen Nutzung entzogen wurden (sie- he auch Tabelle „Strategische Liegenschafts- reserve der Bundeswehr“). „Wir sehen die wachsende Bedeutung der 9HUWHLGLJXQJVEHUHLWVFKDIW DOV VWUDWHJLVFKHV +DQGOXQJVIHOG XQG KDEHQ EHUHLWV EHJRQ - nen, uns in diesem Bereich zu engagieren“, HUNOÌUW %HUQG 6FKDGH GHU DXFK IĞU 8QWHU - NĞQIWH XQG9HUVRUJXQJVijÌFKHQ IĞU %XQGHV - wehrangehörige einen hohen Bedarf sieht. „Wir möchten diesen speziellen Wohnbe- UHLFK DOV *HVFKÌIWVIHOG HUVFKOLHĕHQ +LHU ELH - tet sich modulare oder serielle Bauweise an, denn es geht um viele gleiche Einheiten, die erstellt werden. Bei einigen Kasernen spielt auch Denkmalschutz eine Rolle“, sagt Scha- » Defence Properties sind derzeit eines der attraktivsten, aber am wenigsten entwickelten Segmente im Immobilien- und Infrastrukturbereich. « Prof. Thomas Beyerle, Lehrstuhlinhaber für Immobilien- forschung, Hochschule Biberach Vorteile und Hinderungsgründe für Investoren bei Engagements in militärisch genutzten Immobilien und Infrastrukturanlagen Militärimmobilien sind spezielle Investitionen und haben aus Investorensicht ihre eigenen Vor- und Nachteile – insgesamt scheint sich dieMarktlage aber in Richtung Militärimmobilien zu drehen. Quelle: Prof. Thomas Beyerle, Lehrstuhlinhaber für Immobilienforschung, Hochschule Biberach Vorteile Hinderungsgründe/Nachteile Sehr hohe Zahlungssicherheit: Mieter ist meist Staat/Bundeswehr/ NATO, Ausfallrisiko nahe null Sehr geringe Fungibilität: Objekte sind hoch spezialisiert, kaum alternative Nutzung möglich (schlechte Zweitvermarktung) Langfristige Mietverträge (oft Indexmiete): Inflationsschutz und Planbarkeit Hohe Baukosten und Instandhaltungsaufwand (Sicherheitsvor- schriften, Bunker, Schallschutz, munitionssichere Lager etc.) Rezessionsresistenz: Verteidigungsausgaben steigen in Krisen meist Politische und regulatorische Hürden: Der Verkauf militärischer Liegenschaften ist oft genehmigungspflichtig, exportkontrollähn- liche Regeln bei Auslandsinvestoren Hohe Renditeprämie möglich: im Vergleich zu normalen Staats- mietimmobilien (z. B. Ministerien) oft 1 bis 2 Prozent mehr Rendite, weil militärische Nutzung als „speziell“ gilt Reputations- und ESG-Risiken: nicht so stark wie bei Waffenprodu- zenten, aber dennoch vorhanden Inflation und geopolitischer Megatrend: Steigende Verteidigungs- etats treiben die Nachfrage an Kaum liquide Sekundärmärkte: Exit schwierig, meist nur über Sale-and-Lease-Back oder langfristige Fonds Foto: © Catella

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