Institutional Money, Ausgabe 1 | 2026
Das nächste Kapitel in der Entwicklung von Corporate Japan Währenddie globalePrivate-Equity-Aktivität seit dem Höchststand im Jahr 2021 nachgelassen hat, sticht JapanweiterhinalsWachstumsmarkt hervor – unterstützt durch ein stabiles makro- ökonomisches Umfeld, attraktive Bewertungen, Politik und Unternehmensreformen sowie eine alternde Eigentümerstruktur. „Normalisierung“ der japanischen Wirtschaft Was diesen Zeitpunkt für globale Investoren besonders attraktiv macht, ist das Zusammen- treffen makroökonomischer Stabilität mit tief- greifenden strukturellen Reformen. Japan bie- tet weiterhin eine seltene Kombination aus poli- tischer Berechenbarkeit und moderatem, aber stetigemWirtschaftswachstum, während sich dieVolkswirtschaft voneinem jahrzehntelangen deflationären Regime hin zu einemnormaleren inflationären Umfeld entwickelt. Japan ist weiterhin günstig bewertet In diesem Umfeld hat der japanische Aktien- markt ein beeindruckendes Comeback erlebt. DerNikkei 225 schloss imOktober 2025auf dem höchsten Stand seit 1989. Trotz der jüngsten Rallye bleibt Japan auf Basis des Kurs-Buch- wert-Verhältnisses (KBV) der günstigste große Aktienmarkt weltweit. „DasheutigeJapanerinnertmichandieVereinigten Staateninden1980er-Jahren,alssichUnternehmen transformiertenundaufWachstumausrichteten.“ – Henry Kravis , Mitgründer und Co-Executive Chairman von KKR, „The 80-year journey of an industrialist: Henry Kravis (1)“, Nikkei Asia, 1. Okto- ber 2024 In den frühen 1980ern notierte nahezu die Hälfte des S&P 500 unter Buchwert mit einem KBV von unter 1x. Was viele für „Value Traps“ hiel- ten, erwies sich letztlich als außergewöhnliche Chance für jene, die auf die zugrunde liegenden Fundamentaldaten vertrauten. Eine ähnliche Dynamik zeichnet sich heute in Japan ab. Ein Vergleich des Anteils der Unter- nehmen, die mit einem KBV von unter 1x gehandelt werden, zeigt seit 1980 eine deutli- che Divergenz zwischen Japan und den USA. Mehr als 30 Prozent der börsennotierten japa- nischen Unternehmen notieren weiterhin unter Buchwert – vergleichbar mit dem US-Markt der frühen 1980er-Jahre. Strukturelle Rückenwinde treiben den Private- Equity-Boom in Japan SPARX sieht den Anstieg der Pri- vate-Equity-Aktivität in Japan nicht als kurzfristige Opportuni- tät oder reine Suche nach günsti- gen Vermögenswerten, sondern als Ausdruck einer tiefgreifen- den strukturellen Transforma- tion des Marktes. An erster Stelle steht die Reform der Corporate Governance, die Managementan- reize und das Verhalten in denVorstandsetagen grundlegend verändert hat. Der Fokus der Tokioter Börse (TSE) auf Kapital- effizienz und Transparenz hat börsennotierte Unternehmen dazu veranlasst, langjährige, zuvor leicht zu ignorierende Probleme anzuge- hen: unterdurchschnittlich performende Toch- tergesellschaften, geringe Eigenkapitalrenditen, ineffiziente Bilanzen und fehlende strategische Fokussierung. Die Initiative der TSE für ein „Management mit Blick auf Kapitalkosten und Aktienkurs“ sowie der zunehmende Shareholder-Aktivismus füh- ren zu einembreitenKulturwandel inUnterneh- men und beschleunigen Privatisierungen sowie Carve-outs, da Unternehmen Eigentums- und Governance-Strukturen neu bewerten. Das nächste Kapitel in der Entwicklung von Corporate Japan Steigende Zahl von Private-Equity- Transaktionen in Japan Source:Deloitte;Bloomberg;SPARXAssetManagementCo.,Ltd . 0 50 100 150 200 250 300 2024 2023 2022 2021 2020 2019 2018 2017 2016 2015
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy ODI5NTI=