Institutional Money, Ausgabe 1 | 2026

THEORIE & PRAXIS Emissionsdaten 136 1/2026 | institutional-money.com Fotos: © The Pennsylvania State University & Smeal College of Business, AnLi Fotografie scheinlichkeit, frühere Probleme aufzu- decken, was wiederum zu einer höheren Korrekturquote führt. Andererseits ist nicht völlig klar, ob Firmen ihre Protokolle als Reaktion auf die SEC-Initiative ändern. Angesichts der starken Nachfrage nach genauen freiwilligen Angaben zu Treibhausgasemis- sionen könnten Unternehmen ihre Proto- kolle zur Treibhausgasberichterstattung bereits vor der SEC-Initiative verbessert haben. Dies gilt insbesondere dann, wenn Unternehmen über robustere Berichtspro- zesse verfügten, etwa durch die Einholung von Bestätigungen zu ihren Emissions- zahlen, durch die Aufsicht des Vorstands über ihre Treibhausgasberichterstattung oder durch erhöhten externen Druck von Investoren oder Aufsichtsbehörden. Angesichts der von der SEC vorgeschlage- nen weitreichenden Änderungen und der daraus resultierenden erheblichen Unsi- cherheit hinsichtlich der regulatorischen Rahmenbedingungen könnten Unterneh- men zudem auf mehr Klarheit gewartet haben, bevor sie Änderungen vornahmen. Anhand einer Reihe von CDP-Antworten börsennotierter US-amerikanischer Unter- nehmen untersuchen die Wissenschaftler GLH +ÌXljJNHLW XQG GDV $XVPDĕ YRQ .RU - rekturen der Scope-1-Emissionen nach den Klimaberichterstattungsinitiativen der SEC. Sie konzentrieren sich auf Scope-1- Emissionen, da diese direkt unter der Kontrolle des Unternehmens stehen und weniger den Schätzunsicherheiten oder externen Datenabhängigkeiten unterlie- gen, die den Scope-2-Emissionen innewoh- nen. Letztere hängen von Energieversor- gern und regionalen Netzfaktoren ab, auf GLH )LUPHQ QXU EHJUHQ]WHQ (LQijXVV KDEHQ Dies macht Scope 1 zu einem vorteilhaften Ansatzpunkt, um beabsichtigte Korrektu- ren und die Integrität der Berichterstat- tung zu bewerten, insbesondere angesichts zu erwartender behördlicher Prüfungen. Durch die Isolierung der Scope-1-Emis- sionen reduzieren die Autoren Störfakto- ren durch technische Neuberechnungen und erfassen stattdessen Korrekturen, die die internen Prozesse, die Unternehmens- führung und das Risiko von behördlichen 0DĕQDKPHQ SODXVLEOHU ZLGHUVSLHJHOQ Definitionsfragen Aobdia, Köchling, Limbach und Yoon GHljQLHUHQ HLQH 1HXEHZHUWXQJ DOV HLQH Korrektur – nach oben oder unten – von mindestens fünf Prozent der zuvor gemeldeten Emissionswerte eines Unter- nehmens. ImUntersuchungszeitraum von 2011 bis 2023 stellten sie fest, dass die Neubewertungsrate nicht unerheblich ist: Unternehmen kündigten in 5,2 Prozent aller Geschäftsjahre Neubewertungen an. Besonders hervorzuheben ist der starke Anstieg der Neubewertungsraten bei bör- sennotierten Unternehmen in den Jahren 2022 und 2023. Dieser Anstieg übersteigt den zugrunde liegenden Trend und weicht deutlich vom Trend im Vorfeld ab. Die univariate Analyse ergab, dass die durch- schnittliche Neubewertungsrate börsen- notierter Unternehmen imVorfeld bei 2,6 Prozent lag. Nach der Initiative von 2021 stieg sie sprunghaft auf 12,2 Prozent an VLHKH *UDljN Ľ5LFKWLJVWHOOXQJHQ YRQ .OL - maberichten“). Für private Unternehmen blieb die Nachbesserungsquote der Jahre 2022 und 2023 hingegen nur bei 4,1 Pro- zent. Der Unterschied zwischen den Kor- rekturquoten in den frühen und späteren Jahren war für private Unternehmen bes- tenfalls geringfügig. Die Wissenschaftler VWHOOWHQ DXĕHUGHP IHVW GDVV GHU $QVWLHJ GHU Korrekturquoten börsennotierter Unter- nehmen infolge der SEC-Initiative vor allem auf Unternehmen aus den folgenden Branchen des Fama-French-Index zurück- zuführen war: Büroausstattung, Chemie, Fertigung und Verbrauchsgüter. Insgesamt deuten die univariaten Ergebnisse darauf hin, dass Korrekturen von Scope-1-Emis- VLRQHQ ]ZDU JHQHUHOO KÌXljJHU JHZRUGHQ sind, die Initiativen der SEC zur klima- EH]RJHQHQ 2ȬHQOHJXQJ DE MHGRFK HLQHQ VLJQLljNDQWHQ (LQijXVV DXI EĆUVHQQR - tierte Unternehmen hatten. Ergebnisse Um die Robustheit dieses Musters zu beurteilen, führen die Autoren eine Reihe von Regressionsanalysen durch, die die Fundamentaldaten des Unternehmens, die (PLVVLRQHQ XQG GHQ XQWHUQHKPHQVVSH]Llj - » Schon die Aussicht auf regulatorische Kontrolle reicht aus, um Unternehmen zu einer Überprüfung ihrer CO 2 -Angaben zu bringen. « Daniel Aobdia, Ernst & Young Professor of Accounting am Smeal College of Business at Penn State, Pennsylvania » Viele US-Unternehmen haben vor der SEC-Initiative 2021 ihre Emissionen offenbar systematisch zu niedrig ausgewiesen. « Dr. Gerrit Köchling, Assistant Professor of Finance an der TU Ilmenau, Thüringen

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