Institutional Money, Ausgabe 3/2026
Fotos: © sMarta Teron | Adobe Stock, University of Colorado – Colorado Springs THEORIE & PRAXIS Reife Firmen 58 3/2026 | institutional-money.com DIE LANGFRISTIGEN RENDITEN von Einzelaktien sind außerordentlich schief ver- teilt. Hendrik Bessembinder von der Arizo- na State University zeigte das im Jahr 2018 zunächst für denUS-Markt („Do StocksOut- performTreasuryBills?“). Demnach erzielten zwischen 1926 und 2016 nur etwa vier Pro- zent aller jemals notierten US-Aktien das gesamte über die Rendite von Treasury Bills hinausgehende Nettovermögen amMarkt. Ein Jahr später veröffentlichte er zusammen mit drei Co-Autoren eine darauf aufbauende UntersuchungdesweltweitenAktienmarktes („DoGlobal StocksOutperformUSTreasury Bills?“). Darin betrachteten die Forscher ins- gesamt 61.100Unternehmen aus 42 Ländern im Zeitraum von 1990 bis 2018. Das Ergeb- nis war sogar noch extremer: Die besten 1,3 Prozent aller Firmenmachten den gesamten Nettovermögenszuwachs aus (siehe „Erstaun- lich schief“, Institutional Money 3/2020). Erstaunlich ist dabei, dass die durchschnitt- lichen Aktienrenditen in allen untersuchten Ländern im Gesamtzeitraum trotz der star- ken Konzentration positiv waren. Das lag daran, dass es überall einige Aktienmit sehr hohenRenditen gab. Da Verluste bei Einzel- werten auf 100 Prozent begrenzt sind, die Gewinne aber Hunderte, Tausende oder Zehntausende Prozent betragen können, bewegen schon einige extreme Erfolgsstorys den Durchschnitt spürbar nach oben. Die schiefe Renditeverteilung ist deshalb der Schlüssel zur Erklärung, weshalb Aktien als Anlageklasse in der Vergangenheit so gut abgeschnitten haben, also eine auskömm- liche Risikoprämie erzielten, obwohl über dieHälfte von ihnen schlechter als der Geld- markt performte (Grafik „Extreme Schiefe“). Analyse des Lebenszyklus Für aktive Investoren drängen sich an dieser Stelle zwei Fragen auf: Weisen die Nur ein kleiner Teil aller Aktien erzielt die gesamten Vermögenszuwächse am Markt. Eine neue Studie zeigt nun, dass es sich dabei überwiegend um finanziell flexible Unternehmen in der Mitte ihres Lebenszyklus handelt. AUSGEREIFTE RENDITEN » Firmen in ihrer Reife- phase machen 71 Prozent der gesamten Wertschöpfung für Aktionäre aus. « Jiri Tresl, Professor of Finance, Paris School of Business
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