Institutional Money, Ausgabe 3/2026
Verbriefungen – Solvenzkapital STEUER & RECHT 3/2026 | institutional-money.com 249 den Verbriefungen richtig behandelt.“ Sein Haus praktiziert das bereits: „Im Rahmen der Säule 2 werden bei der R+V die Risiko- beiträge von Verbriefungen in einem intern entwickeltenKreditportfoliomodell abgebil- det. Dies wird stetig validiert. Dadurchwird eine angemessene Behandlung von Verbrie- fungen bei uns sichergestellt.“ STS-Verbriefungen Mit der Finanzkrise, die unter anderem durchVerbriefungen ausgelöst wurde, gerie- ten Verbriefungen in Verruf. Daher hatten die Normengeber unmittelbar danach die regulatorischen Hürden für sie erst einmal hochgezogen, um die Stabilität des Finanz- marktes wiederherzustellen. Seitdem haftet Verbriefungen ein Stigma an. Um dem ent- gegenzuwirken, hat der EU-Gesetzgeber mit der Verordnung (EU) 2017/2402 soge- nannte STS-Verbriefungen eingeführt. Von anderen Verbriefungen unterscheiden sie sich dadurch, dass sie strenge Kriterien für Einfachheit, Transparenz und Standardisie- rung erfüllen. Beispielsweise gelten für sie umfassendeOffenlegungspflichten: Emitten- ten müssen detaillierte Informationen und zugrunde liegendeDokumente bereitstellen, damit Anleger die Transaktion vollständig nachvollziehen können. Außerdem sind die Informationen imzentralenVerbriefungsre- gister zu speichern. Darüber hinaus müssen die Originatoren mindestens fünf Prozent der Risiken übernehmen, müssen also „skin in the game“ behalten. Dies war vor der Finanzkrise teilweise verloren gegangen. Trotz dieses verlässlichenQualitätsrahmens für STS-Verbriefungen werden Verbriefun- gen in Europa von vielen immer noch generell mit komplexen, intransparenten Strukturen in Verbindung gebracht, wie wir sie in Zeiten der Finanzkrise gesehen haben. „Tatsächlich haben wir jedoch in den letzten Jahren eine robuste Credit- Performance bei Verbriefungen gesehen“, findet MiriamUebel. Investoren noch zögerlich Vom Grundsatz her mögen die Investoren die Vorteile der europäischen STS-Verbrie- fungen sehen, aber trotzdem tauchen sie in ihren Portfolios selten auf, und wenn, dann nur mit sehr kleinen Allokationen. „Die R+V Leben AG hat nur ein gerin- ges Exposure in Verbriefungen mit weniger als einem Prozent der Kapitalanlagen“, sagt Uwe Siegmund. Das scheint sich durch die gesamte Branche zu ziehen. Miriam Uebel hat dafür kein Verständnis. „Versicherer sind im Schnitt nur mit weniger als einem Prozent ihrer Vermögen in Securitised Cre- dit investiert. Dabei bieten STS-konforme Verbriefungen oft höhere Renditen als ver- gleichbareUnternehmensanleihen–unddas bei historisch sehr niedrigen Ausfallraten.“ Außerdem lassen sich mit Verbriefun- gen Kreditrisiken erschließen, die für die meisten Investoren sonst nicht investierbar wären. Infrage kommen neben Wohnhy potheken beispielsweise KMU-Portfolios, Auto- und Konsumentenkredite oder Leasing. „Insbesondere Autokredite und Konsumentenkredite sind sehr granular“, verweist Uebel auf den Diversifikations- vorteil, den Verbriefungen bieten können. Sie ist der Meinung, dass Verbriefungen mit diesen Eigenschaften einen nützlichen Spread-Baustein für Versicherer und Pen- sionskassen darstellen könnten, der nicht direkt mit Zinsrisiken korreliert. Investitionshemmnisse Dass sich Investoren bei Verbriefungen immer noch zurückhalten, hat mehrere Gründe: Neben dem „2008er-Schatten“, der ihnen anhaftet, stellen Investoren auch heute noch fest, dass der europäische Ver- briefungsmarkt klein und fragmentiert ist, was zu breiten Bid-Ask Spreads, wenig Sekundärmarktumsatz und Schwierig- keiten beim schnellen Positionsauf- oder -abbau führt. Letzteres spüren insbesondere die größeren Investoren. Kleinere Investoren kämpfen mit der Komplexität der Strukturen, denn sie sind technisch anspruchsvoll, modellintensiv und dokumentationslastig. Damit sind sie schwieriger zu analysieren als eine klassische Staats- oder Unternehmensanleihe. Man muss das Kreditportfolio verstehen, die Zahlungsströme, die Stress-Szenarien. Nicht jeder Investor hat die dafür notwendige Expertise imHaus. Investiert wirdnur dann, wenn die Anleger die Compliance-Kosten rechtfertigen und die Kapitalanforderungen stemmenkönnen.Hier könntendie Standar- disierung und die geplante Erhöhung der Kerndifferenzen: STS- und Nicht-STS-Verbriefungen STS-konforme Verbriefungen unterscheiden sich von anderen dadurch, dass sie strenge Kriterien für Einfachheit, Transparenz und Standardisierung erfüllen. STS-konforme Verbriefungen unterliegen klar definierten regulatorischen Anforderungen. Sie sollen für mehr Transparenz sorgen und das Risiko reduzieren und so das Vertrauen der Anleger stärken. Quelle: verschiedene Internetrecherchen, KI-unterstützt Bereich STS-Verbriefungen Andere Verbriefungen Komplexität Streng begrenzte Struktur, keine Wiederverbriefung Auch komplexere Strukturen möglich Transparenz Umfangreiche Offenlegungs- pflichten, Register Weniger standardisierte Transparenzanforderungen Homogenität der Assets Einheitliche Kriterien, klare Definitionen Keine einheitlichen Homogenitätsanforderungen Regulatorische Behandlung Günstigere Kapital anforderungen für Banken Höhere Kapital anforderungen Anlegervertrauen Höher durch klare Standards Variiert je nach Struktur und Offenlegung
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