Institutional Money, Ausgabe 3/2026

Foto: © Hyejin Kang | Adobe Stock, Max Lautenschläger | DIA STEUER & RECHT Altersvorsorge und bAV 240 3/2026 | institutional-money.com Der Bericht der Alterssicherungskommission gibt den Takt für Reformen vor. Doch die Politik hadert, vor allem bei Veränderungen im Umlagesystem. Im Fokus steht die Höhe der Kapitaldeckung – in der privaten wie der betrieblichen Altersvorsorge. DAS GROSSE HADERN SEIT DIE Alterssicherungskommission im Juni ihren Bericht mit 33 Empfehlungen vorgelegt hat, steht die gesetzliche Rente wieder imZentrumder Debatte. Vor allem die Empfehlung, die abschlagsfreie Alters­ rente für besonders langjährig Versicherte („Rente mit 63“) abzuschaffen, sorgt für Diskussionen. Zunächst erhielt die Rentenkommission für ihren Reformansatz gute Rückmel­ dungen. Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) kommentierte den Bericht ausführlich. DIA-Sprecher Peter Schwark lobte die Empfehlungen kurz nach der Veröffentlichung: „Der Bericht empfiehlt einen großen Reformansatz mit dem Potenzial, unser System der Alters­ sicherung langfristig zukunftsfähig zu machen. Klar ist: Eine derart umfassende Reform kann nur gelingen, wenn alle Beteiligten bereit sind, ausgetretene Pfade zu verlassen.“ Ein parteiübergreifender Konsens sei „zuletzt verloren gegangen. Jetzt bietet sich die Chance, ihn wiederher­ zustellen“, so Schwark. Davon ist bislangwenig zu spüren. Für poli­ tischen Zündstoff sorgt immer wieder das geplante Ende der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren. Der Widerstand ist auch deshalb groß, weil viele Versicherte diese Möglichkeit nutzen. Wie eine Unter­ suchung des DIA zeigt, wird die „Rente mit 63“ (de facto derzeit eine Rente mit 64 Jahren und sechs Monaten) von deutlich mehr Menschen in Anspruch genommen als ursprünglich erwartet. Die Mehr­ heit (61,5 Prozent) nutzt demnach einen Rentenzugang vor der persönlichen Regel­ altersgrenze. Ob es politisch noch zu einem Kurswechsel kommt, bleibt offen. Lebensstandard sichern Bei der gesetzlichen Rente ist die demo­ grafische Herausforderung seit Jahrzehnten bekannt: Immer weniger Beitragszahler ste­ hen immer mehr Leistungsempfängern gegenüber. Auch die Bundesregierung will deshalb das Drei-Säulen-System der Alters­ vorsorge grundlegend reformieren und die » Der Bericht empfiehlt einen großen Reformansatz mit dem Potenzial, unser System der Alterssicherung langfristig zukunftsfähig zu machen. Klar ist: Eine derart umfassende Reform kann nur gelingen, wenn alle Beteiligten bereit sind, ausgetretene Pfade zu verlassen. « Peter Schwark, Sprecher des Deutschen Instituts für Altersvorsorge

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