Institutional Money, Ausgabe 3/2026

Foto: © DTCP PRODUKTE & STRATEGIEN Digitale Infrastruktur 206 3/2026 | institutional-money.com Die US-Hyperscaler treiben die Nachfrage am Markt für Rechen­ zentren an – auch inEuropa. Der Flaschenhals liegt zunehmend beim Netzanschluss und der Verfügbarkeit von Strom. Entscheidend werden auch die technische Zukunftsfähigkeit und Bonitätsfragen. WENN DIE FLUT ALLE BOOTE HEBT DER BOOM bei künstlicher Intelligenz sorgt am Markt für Rechenzentren für hohe Nachfrage. US-Hyperscaler wie Ama- zon Web Services (AWS), Microsoft und Googlemit Konzernmutter Alphabet sowie Meta treiben den Ausbau auch in Europa voran. Allein 2026 wollen die vier Tech- Riesen unterschiedlichen Quellen zufolge mehr als 700 Milliarden US-Dollar in KI und den Ausbau der zugrunde liegenden Infrastruktur investieren. Daneben drängen neue Mietergruppen in den Markt. Der Strombedarf von Rechen- zentren wächst damit insgesamt stark an. Aus Sicht von David Pecher, Head of Infrastructure Equity Transactions bei der MEAG, dem Asset Manager von Munich Re und Ergo, stellen sie einen Hybrid zwi- schen Immobilie und Infrastruktur dar. Pechers Bereich bei der MEAG verwaltet rund 250 Megawatt stabilisierte Rechen- zentrumskapazität. Insbesondere bei leistungsfähigen Grafikprozessoren (Gra- phics Processing Units, GPUs) erwartet Pecher einen massiven Anstieg des Leis- tungsbedarfs: Pro GPU-Package könnte dieser von rund 1.200 Watt im Jahr 2022 auf mehrere tausend Watt in kommenden Architekturgenerationen steigen. Gleichzei- tig rechnet er mit einer Vervielfachung des Bestands dieser Prozessoren: „Der GPU- Bestand in Rechenzentren dürfte von rund 13 Millionen im Jahr 2025 auf rund 62 Millionen im Jahr 2034 zulegen. Das entspricht einem Wachstum von rund 14 Prozent per annum bei Lebenszyklen von fünf bis sieben Jahren.“ GPUs sind für KI- und andere rechenintensive Anwendungen entscheidend. Engpass Stromverfügbarkeit Doch der Nachfrageboom allein schafft noch keine neuen Kapazitäten. Auf der Angebotsseite entscheidet immer stärker, ob ausreichend Strom verfügbar ist und der Netzanschluss rechtzeitig gesichert wer- den kann. Damit verschiebt sich auch die Frage, was einen attraktiven Standort aus- macht. Vicente Vento, Managing Partner, » Der entscheidende Engpass bei der Entwicklung neuer Rechenzentren ist zunehmend der Zugang zu verlässlich verfügbarem und wettbewerbsfähig bepreistem Strom. « Vicente Vento, Gründer und CEO von DTCP

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