Institutional Money, Ausgabe 3/2026

Space Economy PRODUKTE & STRATEGIEN 3/2026 | institutional-money.com 191 Zudemwachsen Teile des Upstream-Mark- tes ausgesprochen dynamisch. Metzler Asset Management vergleicht in seiner Studie „Die letzte Grenze – Die öko- nomische Erschließung des Weltraums“ vom Juni die verschiedenen Segmente der Space Economy. Demnach machen Start- dienste zwar nur rund vier Prozent des Space-Marktes aus, ihnen wird aber mit mehr als 20 Prozent die höchste jährliche Wachstumsrate unter den betrachteten Bereichen zugetraut. „Technologie, Infrastruktur und Satelliten- daten sind unterschiedliche Teile derselben Wertschöpfungskette“, sagt Henkel. Auch Metzler sieht Chancen bei sogenannten Enablern – Unternehmen, deren Kom- ponenten und Technologien für den Aufbau der Infrastruktur benötigt werden – sowie bei Firmen, die durch ihre Rolle in Sicherheitsarchitekturen von staatlichen Budgets und strategischer Industriepolitik profitieren. Ohnehin unterscheiden sich die Geschäfts- modelle auch innerhalb der Segmente erheblich. Ein Komponentenhersteller trägt andere Risiken als ein Betreiber, der Milliarden in eine eigene Satellitenkonstel- lation investieren muss. Ein Datenanbieter kann dagegen ein skalierbareres Geschäfts- modell besitzen, muss aber Kunden finden, die dauerhaft für seine Analysen bezahlen. Die entscheidende Investment- frage lautet deshalb weniger Upstream oder Downstream, sondern: Wo besitzt ein Unternehmen innerhalb der Wert- schöpfungskette einen dauerhaften Wettbewerbsvorteil – und lässt sich da­ raus ein profitables Geschäftsmodell entwickeln? Private Market im All Zahlreiche junge Space-Unternehmen sind an der Börse noch gar nicht zugänglich. Spezialisierte Unternehmen finanzieren ihr Wachstum häufig zunächst über Venture Capital und andere Private-Mar- kets-Investoren. In den zwölf Monaten bis Ende Juni 2026 flossen nach Angaben des auf Spacetech spezialisierten Investors Seraphimweltweit rund 23Milliarden US- Dollar in private Spacetech-Unternehmen – nach 9,7 Milliarden US-Dollar im ent- sprechenden Vorjahreszeitraum. Institutionelle Anleger können über spe- zialisierte Venture-Capital-Fonds in solche Unternehmen investieren. Eine Besonder- heit ist der an der Londoner Börse notierte Seraphim Space Investment Trust: Er bie- tet börsentäglich handelbaren Zugang zu einemPortfolio, das weit überwiegend aus nicht börsennotierten Spacetech-Unter- nehmen besteht. Ende 2025 machten private Unternehmen 98,8 Prozent des Portfoliowerts aus. Damit verbindet das Vehikel Elemente von Private und Public Markets. Auch mit Aktien lässt sich in die Space Economy investieren. Das Spektrum reicht von spezialisierten Anbietern wie dem Erdbeobachtungsunternehmen Planet Wachstumsmarkt Erdbeobachtung Dienstleistungen dominieren die Umsätze. Die weltweiten Umsätze mit Erdbeobachtungsdaten und darauf basierenden Dienstleistungen sollen von rund 3,5 Milliarden Euro 2024 auf rund acht Milliarden Euro 2034 steigen. Dienstleistungen machen schon heute den weitaus größeren Teil des Marktes aus. Quelle: EUSPA, EU Space Market Report 2026 0 2024 Umsätze mit Mehrwertdiensten Umsätze mit Erdbeobachtungsdaten 2025 2026 2027 2028 2029 2030 2031 2032 2033 2034 200 400 600 800 1.000 1.200 1.400 2.500 Mio. Euro 4.500 6.500 8.500

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