Institutional Money, Ausgabe 3/2026
Foto: © LFDE PRODUKTE & STRATEGIEN Space Economy 192 3/2026 | institutional-money.com Labs bis zu großen Luftfahrt-, Rüstungs- und Technologiekonzernen, bei denen Raumfahrt nur einen Teil des Geschäfts ausmacht. Das schafft allerdings ein Abgrenzungsproblem: Bei einem Pure Play hängt die Geschäftsentwicklung unmittelbar am Space-Markt, während ein diversifizierter Konzern zwar von dessen Wachstum profitieren kann, die Entwicklung der Aktie aber wesentlich von anderen Geschäftsbereichen bestimmt wird. Wer die Titelauswahl delegieren will, kann auf aktive Fonds zurückgreifen. Der von Pouchoy gemanagte Echiquier Space etwa investiert über die gesamte Wert- schöpfungskette. Sein Anlageuniversum umfasst nach Angaben von LFDE mehr als 150 börsennotierte Unternehmen, aus denen das Management rund 30 Titel auswählt. Eine Alternative bieten Space-ETFs. Doch gerade hier lohnt sich ein aufmerksamer Blick unter die Haube. „Investoren soll- ten genau auf die Indexregeln schauen. Je nach Index unterscheidet sich der Anteil echter Space-Unternehmen erheblich“, sagt VanEck-Manager Henkel. Eine ein- deutige Branchenklassifikation gibt es kaum: Raumfahrt kann Telekommunika- tion, Software und Datenanalyse ebenso umfassen wie Rüstung, Halbleiter oder klassische Industrie. Henkel beobachtet inzwischen auch bei institutionellen Inves- toren größeres Interesse an Space-ETFs. Bei der Produktauswahl sei insbesondere darauf zu achten, wie hoch der Anteil tatsächlicher Space-Unternehmen im jeweiligen Index ist. Für Anleger dürfte es deshalb weniger darauf ankommen, möglichst breit auf das Wachstum der Space Economy zu setzen. Entscheidend ist, welcher Teil die- ses Wachstums tatsächlich beim jeweiligen Unternehmen ankommt. Der spektakuläre Raketenstart bleibt das sichtbarste Symbol der neuen Weltraumwirtschaft. Für die Rendite könnte am Ende jedoch wichti- ger sein, was mit den Daten und Signalen geschieht, nachdem der Satellit seine Umlaufbahn erreicht hat. DAVID VERBEEK Kleine Segmente, großes Wachstum Startdienste haben einen geringen Marktanteil, aber die höchste Wachstumsprognose. Die Segmente der Space Economy unterscheiden sich deutlich in Größe und Wachstum. Satellitenkommunikation steht für rund 40 Prozent des Marktes. Startdienste kommen dagegen nur auf etwa vier Prozent, sollen mit jährlich mehr als 20 Prozent aber am stärksten wachsen. Quelle: Morgan Stanley, Metzler » Wir sehen Investmentchancen bei Infrastrukturunternehmen, Herstellern von Raumfahrtausrüstung wie Raketen, Satelliten und Sonden sowie bei Betreibern von Satellitenkonstellationen, aber auch bei Unternehmen, die Weltraumdaten nutzen. « Christophe Pouchoy, Fondsmanager Echiquier Space, LFDE Segment Marktanteil (ca.) Wachstumsrate (CAGR)-Prognose Primäre Treiber Satellitenkommunikation 40 % 7–10 % Breitband-Internet, Mobiltelefon Navigation 20 % 8–10 % Autonome Systeme Erdbeobachtung 3 % 10 % Klimamonitoring, Präzisionslandwirtschaft Startdienste 4 % > 20 % Konstellationsaufbau, Satellitenbusse, Wiederverwendbarkeit Wissenschaft & Exploration 33 % – ISS-Nachfolge, Artemis-Programm
RkJQdWJsaXNoZXIy ODI5NTI=