Institutional Money, Ausgabe 3/2026

Trendfolgemodelle PRODUKTE & STRATEGIEN 3/2026 | institutional-money.com 159 schneller erfolgen können, den gegenteili- gen Effekt haben. Manager in diesem Bereich sind im Lauf der Zeit immer professioneller geworden und diversifizieren ihre Renditequellen, wodurch sie beeindruckende Renditeströ- me generieren. Kursrückgänge können jedoch auftreten. Der branchenübergreifen- de „Winter“ zwischen 2018 und 2020 führte zu erheblichen Kapitalabflüssen und einem spürbaren Rückgang der Renditen. Gedul- dige Investoren konnten diese Krise über- stehen, und einige opportunistische Anle- ger bauten ihre Positionen sogar aus, um von der unvermeidlichen Erholung der Per- formance nach der Stabilisierung derMärk- te zu profitieren. Die Trendfolge ist der Kern der Probleme im aktuellen Umfeld volatiler Märkte. Die Argumente der Befürworter, dass dieses Mal tatsächlich alles anders sei, klingen überzeugend und verweisen auf eine Reihe von Präzedenzfällen: Die US-Regierungs- politik ziele darauf ab, die Auswirkungen der Globalisierung und der US-Wirtschafts- hegemonie umzukehren; weit verbreitete Zölle untergrüben das Prinzip des Frei- handels, auf dem Volkswirtschaften und Märkte bisher beruhten; und eine unbere- chenbare US-Regierung spiele ein riskan- tes Spiel mit den Märkten und schaffe ein äußerst schwieriges Umfeld. Hinzu kom- men Fragen zum Crowding und zum Ver- halten anderer Marktteilnehmer: Ist die Trendfolge zu einem aussichtslosen Unter- fangen geworden? Verteidigung der Trendfolge ManAHL verfolgt mehrere Analyseansätze und zeigt, dass Trends beständig sind, die jüngst negative Performance im Rahmen einer langfristigen Erfolgsbilanz zu erwar- ten ist und sich typischerweise positive Ergebnisse für diejenigen ergeben, die an ihrer Strategie festhalten. Als ersten Ansatz untersuchten Korgaonkar und sein Team angesichts der schlechten Renditen im Zwölfmonatszeitfenster per Ende April 2025 von minus 18,6 Prozent für Trend- folgestrategien die Verteilung der Strategie- renditen und Drawdowns. War ein Draw- down dieser Größenordnung erwartbar? Tatsächlich zeigt die Historie des Société Générale (SG) Trend Index über einen rol- lierenden Zwölfmonatszeitraum nur zwei- mal ein Monatsminus von mehr als 15 Prozent. Neben dem genannten Fall wur- de dieser starke Drawdown noch per Janu- ar 2019 mit minus 16 Prozent beobachtet. Diese beiden Fälle sind in der Grafik „Ren- diteverteilung des SGTrend Index“ farblich markiert. Auffällig an dieser Verteilung ist, wie selten Verluste vonmehr als 15 Prozent auftreten, während Gewinne von mehr als 30 Prozent in einem rollierendenZwölfmo- natszeitfenster relativ häufig vorkommen. Dies unterstreicht die offensichtliche Fähig- keit von Trendfolgestrategien, Risiken selbst zumanagen, und erklärt die positive Schie- fe der Renditeverteilung des Index. Drawdowns sind immer schmerzhaft. Es erhebt sich die Frage, was nach dem vor- herigen Tiefpunkt der Zwölfmonatsrendi- ten geschah und ob Investoren, die an der Strategie festgehalten haben, schließlich für ihre Ausdauer auch tatsächlich belohnt wurden. Die Antwort ist ein klares Ja –mit Renditen von plus 82,5 Prozent vom Tief- punkt im Januar 2019 bis zum Beginn des Drawdowns im Mai 2024. Dies ist jedoch nur ein einzelner Datenpunkt. Daher ana- lysierte Man AHL alle Drawdowns von mehr als zehn Prozent über einen gleiten- den Zwölfmonatszeitraum, um zu sehen, wie die Rendite in den folgenden zwölf Monaten historisch aussah. Am Ende steht eine durchschnittliche Rendite von plus 9,8 Prozent. Ein weiterer Ansatzpunkt ist die Untersu- chung vergangener Phasen starker Perfor- mance und der ihnen vorausgegangenen Entwicklungen. Die Analyse rollierender Sechsmonatszeiträume der besten Rendi- ten von Trendfolgestrategien verdeutlicht, dass diesen Zeitfenstern häufig schwächere Phasen vorausgingen. Auch für 2025 deutet die Geschichte darauf hin, dass auf schwie- rige Phasen für Trendfolgestrategien günsti- gere folgen. Korgaonkar gibt zu bedenken, dass man berücksichtigen sollte, wie wahr- scheinlich ein größerer Drawdown von zwei Standardabweichungen langfristig ist. Die Tabelle „Geschätzte Drawdown-Wahr- scheinlichkeit“ illustriert eine hypotheti- sche Strategiemit einer respektablen Sharpe Ratio von 0,5, die eine annualisierte Rendi- tevolatilität von zehn Prozent und eine Kor- relation von null zu traditionellen Anlagen anstrebt. Viele institutionelle Anleger fin- den diese Strategie attraktiv. Wie jedoch dargestellt, liegt dieWahrscheinlichkeit für einen Drawdown von 20 Prozent oder mehr über einen Zeitraum von 25 Jahren – das entspricht demZeitraum seit Einfüh- rung des SGTrend Index bis heute – bei fast 80 Prozent, ein Drawdown ist damit also sehr wahrscheinlich. Overcrowded? Der zweite Analyseteil befasst sich mit der Frage, ob eine Strategie überlaufen ist oder ob sie durch Arbitrage eliminiert wurde. Geschätzte Drawdown-Wahrscheinlichkeit Drawdown als 2-Sigma-Event GeschätzteWahrscheinlichkeit für einen Draw- down von zwei Standardabweichungen (20%) bei einer Sharpe Ratio von 0,5, einer annuali- sierten Volatilität von zehn Prozent und einer Autokorrelation von null über verschiedene Zeiträume. Quelle: ManGroupDatenbank |DieRenditenwerdenalsnormalverteiltangenommen. » Man sollte nicht vergessen: Wer in der Vergangenheit an der Trendfolgestrategie festgehalten hat, hat auch davon profitiert. « Russell Korgaonkar, Head of Systematic bei der Man Group und CIO, Man AHL 5 Jahre 21 % 10 Jahre 41 % 15 Jahre 58 % 20 Jahre 71 % 25 Jahre 79 % 30 Jahre 83 %

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