Institutional Money, Ausgabe 3/2026

Foto: © François Daburon 152 3/2026 | institutional-money.com INTERVIEW Pia Kåll, Michael Morgenroth und René Kassis vergrößern ihrVolumen vonVintage zuVin- tage nur moderat. So bleiben Ticketgröße und Investment-Toolkit passend in einem Markt, der tief genug ist, um jeden Fonds sinnvoll zu befüllen. Warumkonzentrieren Sie sich bewusst auf denMid-Market?Warumkeine gro- ßen Tickets, warum keine Small Caps? PIA KÅLL: Aus zwei Gründen. Erstens erzielen wir im mittleren Marktsegment nachweislich bessere Renditen. Das setzt aber voraus, dass man lokal vor Ort ist, um Deals zu finden, die für die ganz Gro- ßen gar nicht erst sichtbar werden, etwa Infrastrukturprojektemit Kommunen oder familiengeführtenUnternehmen, die lieber mit einem lokalen Partner zusammenarbei- ten als mit einem paneuropäischen Fonds aus London. Zweitens: Im Large-Cap-Seg- ment konkurrieren mehr Manager um dieselben Deals, der Wertsteigerungsspiel- raum ist meist kleiner. Small Cap wird meist von kleineren Teams in nur einem Land bearbeitet. Wir dagegen decken auf der Equity-Seite die gesamten Nordics ab, bei Forst sogar europaweit, und auf der Debt-Seite das ganze kontinentale Europa. Gilt diese Mid-Market-Logik auch im Kreditgeschäft? RENÉ KASSIS: Mindestens genauso stark wie im Equity-Bereich. Vereinfacht gesagt: ImLarge-Cap-Markt konkurriert man über Preis und Volumen, die Margenmüssen so dünn wie möglich sein. Im Mid-Market konkurriert man über Kompetenz. Und wir setzen lieber auf Skills, um Wert zu schaffen, als imVolumengeschäft um jeden Basispunkt zu feilschen. Hinzu kommt: Im Large-Cap-Kreditgeschäft sind meist viele Banken über Syndizierungen beteiligt, daher haben Sie weniger Einfluss auf die Konditionen. ImMid-Market dagegen sind maßgeschneiderte, teils hybride Strukturen gefragt. Da können wir Banken an Tempo und Flexibilität überholen. Welche Rolle spielt dabei die Mindest- größe und der Exit-Aspekt? MICHAEL MORGENROTH: Wir starten inderRegel ab einemKreditvolumen von15 MillionenEuro, bei Equity liegt die Schwelle ähnlich oder etwas höher. Kleinere Tickets lohnen sich kaum, weil die Kosten proDeal relativ betrachtet stark steigen: ein Effekt, den inzwischen auch Regulierer bei kleine- ren Pensionsfonds bemängeln, die durch zu viele Gremien und zu hohe Kosten belastet sind. Fast noch wichtiger ist die Exit-Frage: Im Mid-Market ist der Kreis potenzieller Käufer viel größer. Bei sehr großen Transak- tionen ist es dagegen schwierig, überhaupt einenKäufer zu finden, außer vielleicht über eine öffentliche Emission. Auchdaswirft am Ende Fragen zumRisikomanagement auf. RENÉ KASSIS René Kassis ist Co-Managing Partner und CIO Infrastructure Debt bei Caerus Debt Investments und verantwortet seit April 2026 von Paris aus die neue europäische Infrastructure-Debt-Strategie von CapMan und Caerus. Der Franzose bringt über 30 Jahre Erfahrung im Aufbau von Infrastruktur- und Real-Assets-Plattformenmit. Zuletzt leitete er als Head of Real & Private Assets bei La Banque Postale Asset Management eine Plattform, die über zehn Jahre mehr als sechs Milliarden Euro institutionelles Kapital in Infrastruktur, Immobilien und Unternehmensfinanzierungen quer durch Europa investierte. Davor baute er bei der Bank Dexia die globale Infrastrukturfinanzierung zu einer der drei größten Infrastrukturbanken weltweit aus. Seine Laufbahn begann er bei Crédit Lyonnais in Paris, Singapur und London. Zwischenzeitlich war Kassis Business Development Partner bei Aquila Capital für das Frankreichgeschäft. Er ist Vorsitzender des Infrastrukturausschusses des Fondsverbands AFG und Mitglied des UN-PRI Infrastructure Advisory Board.

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