Institutional Money, Ausgabe 3/2026

Foto: © François Daburon Pia Kåll, Michael Morgenroth und René Kassis INTERVIEW 3/2026 | institutional-money.com 151 haben. Zwar betreut weiterhin jedes Team den Zugang zu bestehenden Investoren in seiner Strategie. Aber wir haben durch die Partnerschaft schlicht mehr Türen geöffnet, hinter denen die Fachteams auch neue Stra- tegien vorstellen können. Die Gruppe hat sich ein Ziel von zehn Milliarden Euro Assets under Manage- ment gesetzt. Wie nah sind Sie diesem Ziel, und woher soll das Wachstum kommen? PIA KÅLL: Die zehn Milliarden Euro sind unser strategisches Ziel bis Ende 2027, formuliert zu Beginn unserer aktuellen Fünfjahresstrategie. Wir liegen inzwischen bei 7,7 Milliarden Euro, nach einem Plus von rund 500Millionen Euro allein im ers- ten Halbjahr dieses Jahres, und wachsen mit etwa 20 Prozent pro Jahr. Allein mit den Fonds, die aktuell noch Kapital ein- sammeln, nähernwir uns dieser Zielmarke deutlich. Aktuell liegt das Übergewicht noch bei Equity, weil dort die größeren Strategien liegen. Auf längere Sicht sehe ich aber das Potenzial, dass die Debt-Seite eine vergleichbare Größenordnung erreicht. Wie stellen Sie sicher, dass dieser Wachstumsdruck nicht zulasten der Kreditqualität geht oder in schlechten Investmententscheidungen mündet? MICHAEL MORGENROTH: Geschäft nur um der Gebührenerträge willen zu machen, wäre eine kurzsichtige Strategie. In unserem Geschäft zählt an erster Stelle Reputation, und die kannman nur einmal verlieren. Es geht immer darum, die richti- gen Deals zu finden, bei denen das Kapital mit möglichst hoher Wahrscheinlichkeit zurückkommt; erst danach um eine ange- messene Rendite. Im Zweifel muss man auch bewusst auf Geschäft verzichten: 2021 habenwir bei Caerus über das gesamte Jahr nur 13 Millionen Euro investiert, weil wir den Zeitpunkt für falsch hielten, und dabei inKauf genommen, dass unsmanche Inves- toren dafür kritisierten. Deshalb machen wir Kunden immer wieder klar: Invest- mentmanagement in unseren Sektoren ist ein Marathon, kein Sprint. PIA KÅLL: Man braucht in unserem Geschäft Jahre, um Vertrauen aufzubauen, und muss dann über Jahrzehnte liefern, Schnellschüsse sind da fehl am Platz. Cap- Man wurde 1989 gegründet als eine der erstennordischenPrivate-Equity-Gesellschaf- ten und hat sich seither ein Renommee aufgebaut, das wir mindestens noch weitere 35, möglichst 70 Jahre und länger erhalten wollen. Bewusst oder aus Gier schlechte Investments zu tätigen, würde bedeuten, den nächsten Fonds eventuell nicht mehr plat- zieren zu können. Das hält uns diszipliniert. Unser Wachstumsziel auf Gruppenebene ist ambitioniert, doch die einzelnen Fonds MICHAEL MORGENROTH Michael Morgenroth ist Gründer und CEO der Caerus Debt Investments AGmit Sitz in Düsseldorf, die er imApril 2012 zunächst als Signa Real Estate Advisory AG aufbaute. Nach einem Management- Buy-out im Juli 2013 firmiert das Unternehmen unter seinem heutigen Namen und agiert seither unabhängig und eigentümergeführt. Morgenroth ist Immobilienökonom (VWA), Wirtschaftsjurist (VWA) und Bankkaufmann mit über 35 Jahren Erfahrung in Investmentbanking, Immobilien- und Kreditfinanzierung. Von 2004 bis 2012 gehörte er demVorstand von Gothaer Asset Management an, wo er die Immobilien- und Infrastrukturinvestments des Versicherers mit rund 24 Milliarden Euro Assets under Management verantwortete und ein globales Immobilienportfolio von rund 2,7 Milliarden Euro aufgebaut hat. Zuvor leitete er die Signa Holding GmbH in Wien. Bis zu seinem Weggang von der Gothaer war er zudem Vorsitzender des Immobilienausschusses des GDV sowie Vorsitzender von INREV. Seit August 2025 führt er Caerus als Teil der CapMan-Gruppe.

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