Institutional Money, Ausgabe 3/2026

Foto: © Christoph Hemmerich Jeffrey Dissmann und Tilo Kraus INTERVIEW 3/2026 | institutional-money.com 139 derheitsaktionär bei Vedra Pensions aufzunehmen, anstatt auf organisches Wachstum zu setzen? TILOKRAUS: DerPension-Buy-out-Markt befindet sich in einer Phase starken, dyna- mischen Wachstums. Um an größeren Transaktionenteilnehmenzukönnen,benö- tigenwirnichtnurdienotwendigeoperative undversicherungsmathematischeExpertise, sondern vor allem eine solide Kapitalbasis. Je größer die Haftungsportfolios sind, die wirübernehmen,destogrößeristderBedarf an Kapital und Risikopuffern. Da wir bei jeder Akquisition rund fünf Prozent eigene Mitteleinsetzen,wächstderMarktschneller als unser Eigenkapital. OrganischesWachs- tumalleinreichtdahernicht aus, umuns an TransaktionengrößerenMaßstabs zubetei- ligen – wir brauchen externes Kapital. Warum ist One Investment Manage- ment konkret der richtige Partner dafür? TILO KRAUS: Uns war es wichtig, einen Partner zu finden, der denselben langfristi- gen Investitionshorizont teilt wie wir. One IMbringt genaudasmit, unddahinter steht einTeammiteinemtiefenVerständnisunse- resGeschäftsmodells.DasUnternehmenhat Investitionen in vergleichbare Unterneh- men weltweit angekündigt, darunter den australischen Vermögensverwalter Insignia Financial, der rund 340Milliarden australi- sche Dollar verwaltet, sowie die japanische Versicherungsgruppe T&D Financial mit einem verwalteten Vermögen von rund zwölfMilliardenUS-Dollar.Nebenderdeut- lich größeren Flexibilität, Vedra sowohl bei kleineren als auch bei sehr großen Trans- aktionsvolumina unterstützen zu können, war uns im Zuge der Kapitalverbreiterung auch sehr an einer stärkeren Institutiona- lisierung gelegen. Dazu haben wir unsere Plattform um vier spezialisierte Kontroll­ komitees erweitert. … die genau welchem Zweck dienen? TILO KRAUS: Die Gremien setzen sich aus Vertretern der Gesellschafter sowie erfahrenen unabhängigen Führungs- kräften zusammen. Das Underwriting Committee ist für die Bewertung und Strukturierung von Neugeschäft zustän- dig. Das Risk & Compliance Committee überwachtdasinstitutionelleRisikomanage- ment. Das Asset Management Committee verantwortetdieAssetAllocation, dieÜber- wachung des Investmentprozesses sowie dieManagerauswahl. Und das Shareholder CommitteehatdieAufgabe,diestrategische, langfristige Entwicklung der Vedra-Platt- form voranzutreiben. Sie sprechenvon2026als dem„Jahr der Umsetzung“. Was genau unter- scheidet die aktuelle Marktlage von den Jahren zuvor, in denen Pension Buy-outs zwar diskutiert, aber selten umgesetzt wurden? JEFFREY DISSMANN: Im Zuge einer langen Niedrigzinsphase zu Beginn der 2020er-Jahrewar eineAusfinanzierungvon Pensionsverbindlichkeiten wegen hoher Barwerte oft unattraktiv teuer. Inzwischen befindenwir unswieder in einemstabilen, JEFFREY DISSMANN JeffreyDissmannistseit2009imBeratungsgeschäft für institutionelle Investoren tätig, zunächst bei der nochunterMercer firmierendenEinheit vonMarsh, wo er die Investment Strategy Group geleitet hat. Zum 1. April 2019 übernahm er gemeinsam mit Tobias Ripka die Leitung des Bereichs Investments beiMercerDeutschland,seitJuli2023verantwortet er diesen Bereich bei Marsh. Schwerpunkte seiner Arbeit sind die Betreuung multinationaler Unternehmen und Pensionseinrichtungen in Fragen des Asset-Liability-Managements, der PortfoliooptimierungunddesRisikomanagements. AlsLeiterInvestmentsprägteerunteranderemden GermanAssetAllocationSurveyundtrittregelmäßig als Experte zu Pension Buy-outs und De-Risking auf. Dissmann hat Mathematik mit Schwerpunkt Finanzmathematik an der Technischen Universität München und während eines Auslandssemesters amGeorgia Institute of Technology studiert.

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