Institutional Money, Ausgabe 2 | 2026
Fotos: © Roland Rudolph | Raiffeisen, FSSA Investment Managers PRODUKTE & STRATEGIEN Emerging Markets 188 2/2026 | institutional-money.com Kongress beispielsweise auch die Manager YRQ1RPXUD $VVHW 0DQDJHPHQW XQG 5DLȬ - eisen Capital Management (RCM) in ihren Emerging-Markets-Workshops. Unter der Annahme, dass diese bislang verlässliche Korrelation auch zukünftig Gültigkeit hat, sollten potenzielle Emerging- Markets-Anleger vor möglichen EM-Invest- ments einschätzen, ob der US-Dollar zukünftig steigen oder fallenwird. Ein Indiz für einen im internationalenVergleich hoch bewertetenUS-Dollar gibt beispielsweise der auf Basis vonKaufkraftparitäten berechnete legendäre „Big Mac Index“. Gemäß die- sem Indikator gilt der US-Dollar gegenüber fast allen Emerging-Markets-Währungen als im zweistelligen Prozentpunktebereich überbewertet. Bestätigung kommt von der akademischen Lehre: Laut Einschätzung YRQ +DUYDUG 3URIHVVRU .HQQHWK 5RJRȬ LP April dieses Jahres ist derUS-Dollarmitmin- destens 20 Prozent überbewertet. „In jeder früheren Phase, in der der Dollar – oder ehr- lich gesagt jede große Währung – so stark überbewertet war, hat er über einen Zeit- raumvon fünf oder sechs Jahren tendenziell nachgegeben.“ Min Feng, Senior Client Portfolio Manager Asian Equities bei Nomura AM, nannte in ihrem Workshop gleich mehrere Belas- tungsfaktoren für die Weltleitwährung: beispielsweise die massiven US-Staatsschul- GHQ GDV KRKH )LVNDO XQG +DQGHOVGHlj]LW Unsicherheitenüber dieUnabhängigkeit der Fed sowie einewachsendeDe-Dollarisierung. Christian Kopf, Leiter Rentenfondsma- nagement undWährungenbeiUnion Invest- ment, prognostizierte im Rahmen seines Workshops, dass der US-Dollar zukünftig DXIJUXQG HLQHV QLHGULJHUHQ =LQV 'LȬHUHQ - tials zu anderen großen Währungen zu einer „Funding-Währung“mutierenwerde. Dies sollte über „Carry Trades“ Schwel- lenländerinvestments zugutekommen. Varun Laijawalla nannte vor den Investoren einen weiteren und wohl höchst relevanten Grund für einen schwächeren US-Dollar: „US-Präsident Trump will einen weiche- UHQ 86 'ROODU ł GDV VFKDȬW 3RWHQ]LDO IĞU EM-Aktien.“ Jürgen Maier, Fondsmanager im Team Aktien, CEE & Global Emerging Markets EHL 5DLȬHLVHQ &DSLWDO 0DQDJHPHQW KLHOW ebenfalls einen Workshop zum Thema am Institutional Money Kongress und beobachtete bereits zunehmende Kapital- umschichtungen in die Emerging Markets. „Die Erwartung, dass dieUSA ihreZinspoli- tik früher oder später lockernwerden – trotz oder sogar wegen des Iran-Kriegs –, führt zudem dazu, dass viele Investoren bereits jetzt auf eine Erholung der Emerging Mar- kets als Folge sinkenderUS-Zinsenund eines schwächeren Dollars setzen.“ Falls globale Asset Owner von einem langfristig schwächeren US-Dollar und haussierenden EM-Aktien ausgehen und Umschichtungen vornehmen, könnte dies deutliche Auswirkungen haben. Laijawalla schätzt, dass ein Kapitalabzug von lediglich fünf Prozent aus der derzeitigen US-Aktien- Allokation im EM-Aktienuniversum zu HLQHP PĆJOLFKHQ =XijXVV LQ +ĆKH YRQ Prozent an Marktkapitalisierung führen könnte. „Selbst eine geringe Re-Allokation aus den USA kann einen bedeutenden Ein- ijXVV DXI (0$NWLHQ KDEHQĺ SURJQRVWL]LHUW Laijawalla. Günstige Bewertung Für Emerging-Markets-Aktien sprechen nicht nur ein möglicherweise fallender US- Dollar, sondern auch die im Verhältnis zu westlichen Industriestaaten – insbesondere US-amerikanischen Aktien – günstigeren fundamentalen Bewertungen. So werden für die Emerging Markets Kurs-Gewinn- Verhältnisse (KGV) für 2026 und 2027 von UHVSHNWLYH HUZDUWHW =XP 9HU - gleich: Für die westlichen Industriestaaten belaufen sich diese KGV auf 19,8 und 17,6. Dies steht im Zusammenhang mit hohen erwarteten Gewinnwachstumsraten seitens der Schwellenländerunternehmen. Analys- ten erwartenGewinnsteigerungenproAktie für 2026 von durchschnittlich beachtlichen 52 Prozent, für 2027 immerhin von 18 Pro- zent. Diese Werte liegen damit klar höher als jene der OECD-Staaten (19 % und 12 %) (siehe Tabelle „Erwartete Gewinne“). Laijawalla erachtete in seinemVortrag Emer- ging-Markets-Aktien als extrem günstig bewertet und veranschaulichte anhand einer *UDljNGDVPDVVLYH$XIZÌUWVSRWHQ]LDO :HQQ imRahmen einer historischenKGV-Analyse EM-Aktien im Vergleich zu US-Aktien auf- grund eines hohenDiscounts imersten, also im günstigsten Quintil zu liegen kommen, sollten EM-Aktien in den folgenden fünf » Viele Investoren setzen bereits jetzt auf eine Erholung der Emerging Markets als Folge sinkender US-Zinsen und eines schwächeren Dollars. « Jürgen Maier, Fondsmanager, Raiffeisen Capital Management » Eine anhaltende Phase höherer und volatilerer Energiepreise dürfte den Fokus auf Elektrifizierung und Energieeffizienz in den Schwellenländern schärfen. « Qimin Fei, Investment-Analyst bei FSSA Investment Managers
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