Institutional Money, Ausgabe 2 | 2026
Foto: © Ninety One 184 2/2026 | institutional-money.com PRODUKTE & STRATEGIEN Emerging Markets „DIE VOLKSWIRTSCHAFTEN der Schwellenländer erhöhen kontinuierlich ihren Anteil an der globalen Wirtschafts- leistung und machen mittlerweile mehr als die Hälfte des weltweiten Bruttoinlands- produkts auf Basis der Kaufkraftparität (KKP) aus“, erklärte Qimin Fei, Investment- Analyst bei FSSA Investment Managers, anlässlich seines Emerging-Markets-Aktien- Workshops am 17. Institutional Money Kongress in Frankfurt, um anzufügen: „Dennoch sind Schwellenländer in den Portfolios globaler Investoren tendenziell strukturell untergewichtet.“ Bei der Marktkapitalisierung haben Emer- ging Markets (EM) gegenüber OECD- Ländern ebenfalls das Nachsehen. So repräsentiert der für institutionelle Investoren wichtigste Schwellenländeraktien-Referenz- index, der 24 Länder umfassende MSCI Emerging Markets Index, lediglich elf Pro- zent des MSCI All Country World Index (Summe aus MSCI EM Index und dem 23 OECD-Länder umfassenden MSCI World Index). „Emerging Markets sind in den globalen Indizes unterrepräsentiert“, kommentierte seinerseits Varun Laijawalla, Portfoliomanager bei NinetyOne, in seinem Workshop amInstitutionalMoneyKongress. In der Realität scheint die Gewichtung von EM-Aktien in den Aktienportfolios in vielen Fällen noch niedriger als die erwähnten elf Prozent auf Basis von Bench- marküberlegungen zu sein. Das gilt vor allem für institutionelle Investoren, die imHinblick auf das Risiko, aber auch auf- grund von regulatorischen Vorgaben (zum Beispiel wegen Eigenmittelhinterlegungen imAktienrisiko-Submodul unter dem Sol- vency-II-Regime) Emerging Markets in ihren Portfolios relativ niedrig gewich- ten. So schätzt State Street Global Markets die EM-Aktiengewichtung bei globalen Pensionsfonds für das Jahr 2025 auf eine Bandbreite zwischen sechs und acht Pro- zent. Trotz aller Schätzungswidrigkeiten bezüglich der tatsächlichen durchschnitt- lichen Gewichtungshöhe steht eines fest: Anleger sind derzeit in den Emerging Markets weniger investiert als in der Vergangenheit. Laut neuesten J.P.-Mor- gen-Daten für 2026 gewichten Investoren EM-Aktien schätzungsweise mit etwa 5,6 Prozent. Zum Vergleich: Der entspre- chende 10-Jahres-Durchschnitt liegt bei 6,4 Prozent, der 20-Jahres-Durchschnitt VRJDU EHL 3UR]HQW VLHKH *UDljN Ľ$OOR - kationen im Zeitablauf“). Die Gründe für die Untergewichtung von EM-Aktien sind vielfältig: Einerseits enttäuschten diese Papiere respektive der MSCI EM Net Total Return Index inter- Allokationen im Zeitablauf EM-Aktien sind im historischen Vergleich niedrig gewichtet. Schwellenländeraktien nehmen in der Aktientangente vieler Investoren derzeit nur eine niedrige Gewichtung ein. Für das Jahr 2026 liegen die Schätzungen bei 5,6 Prozent. Das ist zwar mehr als in den drei Jahren davor, aber doch deutlich weniger von 2016 bis 2022. Damit sollten Emerging-Markets-Aktien noch Potenzial nach oben haben. Quellen: Vontobel Asset Management, J.P. Morgan AM » Wenn der US-Dollar schwächelt, steigen Emerging-Markets-Aktien. « Varun Laijawalla, Portfoliomanager, Ninety One 1 % 2% 3% 4% 5% 6% 9% 7% 8% 0% 2016 2017 2018 EM-Gewichtung in Aktienportfolios 10-Jahresdurchschnitt 20-Jahresdurchschnitt 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 6,4% 8,4% 6,8% 6,3% 6,1 % 5,5% 4,9% 5,3% 5,6% 7,9% 7,6% 7,3% 7,4%
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