Institutional Money, Ausgabe 2 | 2026

Foto: © Christoph Hemmerich 2/2026 | institutional-money.com 134 Natascha Winberg | MUFG INTERVIEW gerade im Verhältnis zu den Private- Debt-Fonds, die massiv in den Markt drängen? NATASCHA WINBERG: Leverage Finance war für uns in Deutschland bis vor Kurzemnoch nicht so präsent, obwohl wir in London große Teams dafür haben. Das ändert sich gerade: Wir haben Mario Hatzinger eingestellt, der hier ein Teamauf- baut und weiter rekrutiert. Wir fokussieren uns dabei sowohl auf den Large-Cap- als auch stark auf den Mid-Cap-Bereich, der in Deutschland besonders wichtig ist. Im Direct Lending arbeiten wir partnerschaft- lich mit Private-Credit-Fonds zusammen und bieten Super-Senior-Tranchen oder Unitranches an. Ein Private-Debt-Fonds investiert in anderen Risikodimensionen; wir gesellen uns punktuell dazu und ergän- zen uns hervorragend. Die Größe für große Investitionen hätten wir als MUFG, aber am Ende ist es immer auch eine Frage der Risikobereitschaft, die wir genau abwägen. Das klingt, als würden Sie sich sehr tief in die Struktur der Fonds einklinken, anstatt nur punktuell Finanzierungen bereitzustellen. Wie weit geht diese Partnerschaft in der Praxis? NATASCHA WINBERG: Sie geht sehr weit. Wenn wir auf der Private-Equity-Seite bereits bei einer Transaktion zusammenge- arbeitet haben, ist es der natürliche nächste Schritt, dem Fonds auch eine Subscription Line oder später eine NAV-Finanzierung anzubieten. Wir wachsen mit dem Fonds mit und unterstützen seine Strategie. Wir verstehen uns als echter Partner. Und das hört beim reinen Kredit nicht auf: Wir bieten auf Fondsebene auch umfassende FX-Lösungen für das Währungsmanage- ment an und sind einer der größten Anbieter von Fondsadministration. Meine Rolle ist es, all diese Fäden zusammenzu- führen und demKunden eine ganzheitliche Beziehung anzubieten. Die MUFG ist eine global agierende Bankmit starken japanischenWurzeln. Welche Beobachtungen machen Sie bezüglich der globalen Kapitalflüsse, insbesondere beim Verhalten asiati- scher LPs? NATASCHA WINBERG: Man muss das immer von Transaktion zu Transaktion individuell betrachten, aber wir nehmen aktuell ein gewisses Momentumwahr. Die Gespräche mit meinen Kollegen in Asien bestätigen, dass Gelder asiatischer LPs, die IUĞKHU HKHU LQ GLH 86$ JHijRVVHQ VLQG QXQ verstärkt den Weg nach Europa suchen. 'HU .DSLWDOijXVV QDFK (XURSD LVW VWÌUNHU geworden, und das Momentum für den europäischen Private-Markets-Sektor ist aus dieser Perspektive gar nicht schlecht. Ein anderer Trend, der aus den USA herüberschwappt, ist die Öffnung der Private Markets für Retailinvestoren. Inwieweit spielt das für Ihre Finanzie- rungslösungen eine Rolle? NATASCHA WINBERG: In diesem VSH]LljVFKHQ *HVFKÌIWVEHUHLFK JDU NHLQH Wir sind in Japan eine riesige Retail- bank, vermutlich die größte dort, aber die Strategie des Managements für unser internationales Geschäft war nie, in den Retailbereich für Private Markets vor- zustoßen. Das Retailsegment lässt sich LQ GHU )RQGVljQDQ]LHUXQJ DXFK QLFKW LP NODVVLVFKHQ 6LQQH YRUljQDQ]LHUHQ XQVHUH Subscription Lines basieren auf den star- ken Bilanzen institutioneller Anleger. Das Thema Retailisierung beobachten wir auf Konferenzen und in den Medien, aber es ist von unserem operativen Tagesgeschäft weit entfernt. Die Komplexität in der strukturierten Finanzierung nimmt stetig zu, sei es bei Fonds, Verbriefungen oder Infra- strukturprojekten. Wie stellen Sie sicher, dass Sie für diese hoch spezia- lisierten Themen die nötige Expertise bereithalten? NATASCHA WINBERG: Das funktio- niert nur durch unser globales Netzwerk. Wenn ich vor Ort mit einem Kunden spreche, habe ich Strukturierer in Paris, London, New York, Singapur und im NahenOsten hinter mir, die alle über mehr als zehn Jahre Erfahrung in ihren jeweiligen Nischen verfügen. Das sind große Teams, die sich auch maßgeschneiderte Lösungen und komplexe Assets anschauen können. Dieser globale Footprint gibt uns die Mög- lichkeit, Wissen schnell auszutauschen und unseren Kunden vor Ort Zugang zu welt- ZHLWHU ([SHUWLVH ]X YHUVFKDȬHQ Wenn Sie auf das Erreichte und die kommenden Jahre blicken: Was ist Ihre wichtigste Botschaft an die Fondsmanager in der DACH-Region? NATASCHA WINBERG: Dass wir eine Relationship-Bank sind und bleiben. Wir suchen nicht die schnelle Transaktion, son- dern die langfristige Partnerschaft. Wir haben das Geschäft hier ausgebaut, wir sind vor Ort, undwir haben die Bilanz sowie die Expertise, umFonds über ihren kompletten Lebenszyklus hinweg zu begleiten. Und wenn die Märkte mal schwieriger werden, ziehen wir uns nicht zurück. Wir waren da, und wir bleiben da, das ist unser Ver- sprechen an unsere Kunden. HANS HEUSER » Wenn die Märkte mal schwieriger werden, ziehen wir uns nicht zurück. Wir waren da, und wir bleiben da, das ist unser Versprechen an unsere Kunden. « Natascha Winberg, MUFG

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