Institutional Money, Ausgabe 1 | 2026
IMJANUAR VORIGEN JAHRES hatten die französische BPCE, die zweitgrößte Ban- kengruppe des Landes, und die italienische Generali, marktführender Versicherungs- konzern Italiens, in einem unverbindlichen Memorandum of Understanding ihre Absicht zur Gründung eines Joint Ventures zwischen ihren jeweiligen Vermögensver- waltungssparten –Natixis inFrankreichund Generali Investments in Italien – angekün- digt. Nach nicht einmal einem Jahr erklär- ten beide imNovember 2025 die diesbezüg- lichen Verhandlungen für beendet. Unter anderem darüber haben wir mit Marco =DQXVR DOV &KLHI 6DOHV 0DUNHWLQJ 2ȯ - cer Mitglied des Executive Committee der Generali InvestmentsHolding, undMatthias Paetzel, Head of Sales Germany & Austria bei Generali Investments, gesprochen. Herr Zanuso, lassen Sie uns gleich zu Beginn auf konkrete Zahlen schauen. In Ihren Unterlagen ist von gut 660 Milliarden Euro die Rede, die auf der Generali-Investments-Plattform ver- waltet werden. Wie setzt sich das zusammen? Und wie „unabhängig“ sind Sie damit vom Konzern? MARCO ZANUSO: Die 660 Milliarden (XUR EHWUHȬHQ GDV LQVJHVDPW YHUZDOWHWH Vermögen der Generali-Investments-Hol- ding-Plattformmit ihren weltweiten Toch- tergesellschaften zum 31. Dezember 2025. Ein Großteil dieses Volumens entfällt auf Generali Asset Management, unseren größ- WHQ $ȯOLDWH GHU *HOG VRZRKO IĞU 'ULWWNXQ - den als auch für den Generali-Konzern ver- waltet. Unser Konzern Generali ist ja ein Verbund vieler Versicherungsgesellschaften weltweit, die alle ihren eigenen Anlagebe- darf für ihre jeweilige Bilanz haben. Gene- rali Asset Management bündelt und steuert diese Mittel. Hinzu kommen Vermögen von externen Kunden. Grob gesprochen stammen rund 240 Milliarden Euro von externen Investoren, der Rest kommt aus dem Konzern. Und im Ertrag haben wir 2025 den Wendepunkt erreicht: Erstmals stammen mehr als 50 Prozent unserer wie- derkehrenden Umsätze von Drittkunden, darunter auch das Unit-Linked-Geschäft. Das dürfte die Wahrnehmung widerlegen, wir seien ein „reiner Captive Manager“. Ist Generali Asset Management die einzige Einheit, die für die „Mutter“, den Versicherungskonzern, arbeitet? MARCOZANUSO: Formal nicht. Generali Asset Management verwaltet zwar den Großteil der Versicherungsvermögen, weil europäische Versicherungsgesellschaften typischerweise große europäische Renten- portfolios halten und Generali Asset Management hier unser europäischer Fixed- Income-Champion ist. Der Vorteil desMul- WL $ȯOLDWH 0RGHOOV LVW GDVV ZLU GDUĞEHU KLQ - aus auch für jede andere Assetklasse ausge- wiesene Spezialisten an Bord holen und sie gezielt nach vorn bringen können, statt alles in einer monolithischen Einheit zu bün- deln. Die Unterstützung kann in Seed-Kapi- WDO YRP.RQ]HUQ EHVWHKHQ GDPLW $ȯOLDWHV QHXH 3URGXNWH DXijHJHQ XQG LKUH HLJHQHQ Assets under Management ausbauen kön- nen, oder gemeinsamen Services. Wie stark ist Ihre Plattform zuletzt gewachsen? MARCO ZANUSO: 2025 war für uns ein Rekordjahr, so gute Zahlen habenwir noch nie erzielt. Von unseren 13 Asset-Manage- ment-Gesellschaften hatten bis auf eine DOOH SRVLWLYH 1HWWR]XijĞVVH ZDV LQ HLQHP extrem kompetitiven Markt ein wichti- ges Signal ist. Über Plattformprodukte im Unit-Linked-Bereich haben wir mehr als zwölf Milliarden Euro Netto-Neugeld von Drittkunden eingesammelt – das Unit- Linked-Geschäft eingeschlossen –, das ist für uns ein historischer Höchstwert. Welche Rolle spielt der deutsche Markt in diesem Bild? Wie weit sind Sie dort von einer echten, unabhängigen Marktposition entfernt? MATTHIAS PAETZEL: Deutschland ist als Wachstumsmarkt für die gesamte Generali-Investments-Plattform klar iden- WLlj]LHUW 8QVHU $QJHERW GHFNW HLQH EUHL - te Palette an Kompetenzen ab, die hier- zulande stark nachgefragt werden, von Generali Asset Management über Infra- struktur-Debt-Strategien von Infranity bis hin zu Private-Debt-Anbietern wie MGG oder Octagon. Institutionelle Kunden wie Versicherer, Pensionskassen, Pensionsfonds oder CTAs können diese Bausteine modu- lar nutzen und entlang ihrer Verbindlich- keiten strukturieren. Auf der Wholesale- Seite reichen die Lösungen von Liquid Alternatives der Lumyna-Plattform über Multi-Asset-Strategien von Plenisfer bis zu thematischen Aktienfonds von Sycomore. MARCO ZANUSO: Auf einer übergeord- neten Ebene gehört Deutschland für uns gemeinsammit unseremHeimatland Italien sowie Frankreich und Spanien zu unseren Kernmärkten in Europa. Generali Deutsch- land ist eine starke Organisation mit hoher Markenbekanntheit. VieleUnit-Linked-Pro- dukte, die dort vertrieben werden, werden von Generali Deutschland gesponsert, und ein Teil der zugrunde liegenden Vermögen ZLUG YRQ$ȯOLDWHV YRQ*HQHUDOL ,QYHVWPHQWV verwaltet, etwa Infrastruktur-Equity- und -Debt-Strategien, die wir frühzeitig Privatan- legern zugänglich gemacht haben. Zugleich müssen wir nüchtern feststellen: Viele pro- fessionelle Investoren kennenGenerali zwar als Versicherer, aber nicht als Asset-Manage- ment-Plattform. Wir arbeiten gezielt daran, das zu ändern. Wie teilt sich Ihr Geschäft in Deutsch- land zwischen institutionellen, Retail- und Wholesale-Kunden auf? INTERVIEW Marco Zanuso und Matthias Paetzel | Generali Investments 76 1/2026 | institutional-money.com » 2025 war für uns ein Rekordjahr, so gute Zahlen haben wir noch nie erzielt. Von unseren 13 Asset-Management- Gesellschaften hatten alle bis auf eine positive Netto- zuflüsse, in einem extrem kompetitiven Markt ein wichtiges Signal. « Marco Zanuso, Generali Investments
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