Institutional Money, Ausgabe 1 | 2026
gewinnen. Zugleich rückt eine Due Dili- gence der Datenanbieter stärker in den Fokus institutioneller Investoren. „Eine transparente, festgelegte Methodik der Datenbereitstellung soll überprüfbar sein – was im professionellen Marktumfeld allerdings bereits gängiger Standard ist“, so Kuper. Klimadaten gefragt Es wird am Markt also Bereiche geben, die sehr gut mit verfügbaren Daten abge- deckt sein werden – sowohl quantitativer als auch qualitativer Art. „Auf der ande- ren Seite entsteht ein regulatorisches Vaku- um im Bereich solcher Unternehmen mit Schwellenwerten unter 1.000 Mitarbeiten- den und unter 450Millionen EuroUmsatz, die nicht berichten müssen, und hier wird die entscheidende Frage sein, welche ESG- Daten für Investoren von Relevanz sind“, sagtWirtschaftsprüfer ChristianMaier. Der freiwillige Standard VSMEmit seinen zwei Varianten trage im Mindestmaß zu einer strukturiertenNachhaltigkeitsberichterstat- tung bei. Man erhalte hier jedoch „sehr viel weniger Einblick in das Geschäftsmodell und die daraus resultierenden Nachhaltig- keitsthemen als bei Berichten nach CSRD“, so Maier. Aus seiner Sicht dürfte für Investoren ins- besondere aus Gründen des Risikomanage- ments als relevant anzusehen sein, „ob und welche Klimastrategie ein Unternehmen fährt oder wie „die Rückzahlungsfähigkeit des Schuldners in Zeiten des Klimawan- dels künftig aussieht“. Maier meint: „Wir sehen insbesondere in dem für institutio- nelle Investoren wichtigen Feld der Klima- risiken und der CO 2 -Bilanzierungmögliche negative Auswirkungen durch die Reduzie- rung des Anwendungsbereichs der CSRD für die Investoren, weil die Datengrundla- ge schrumpft.“ Er ortet hier von institutio- neller Seite Bedarf nach solchen klimabezo- genen Daten und erwartet, dass Investoren diese auch von den Unternehmen einfor- dern werden, in die sie investierten. *OHLFKZRKO HUZDUWHW &DUROLQH 3IDȬ YRQ (< Deutschland, dass in zentralen Rendite- und Risikofeldern die freiwillige Bericht- erstattung an Bedeutung gewinnen wird, „insbesondere bei den Themen Klimawan- GHO XQG %LRGLYHUVLWÌWĺ 3IDȬ Ľ*HUDGH )LU - men, die Private-Equity-owned sind, dürf- ten schon aufgrund des substanziellen Interesses von Kreditgebern und Investo- ren zu Nachhaltigkeitsrisiken berichten, LQVEHVRQGHUH ZHQQ VLH HLQH )UHPGljQDQ]LH - rung oder ein IPO anstreben.“ Für Banken und auch institutionelle Investoren seien das prüfrelevante Informationen, die die- se im Rahmen ihres Risikomanagements und auch des Credit Ratings abfragten. Für institutionelle Investoren entschei- dend dürfte ebenso sein, dass große deut- sche Emittenten ihre Nachhaltigkeitsbe- richterstattung ohnehin zunehmend global ausrichten. „Die großen börsennotierten Unternehmen richten ihre eigenen Klima- transitionspläne und ihr ESG-Reporting zunehmend an mehreren Rechtsrahmen aus, je nachdem in welchen Jurisdiktionen sie tätig sind, wie zumBeispiel den interna- tional geltenden Standards des ISSB (Inter- national Sustainability Standards Board), den ESRS-Standards oder national gelten- den Standards wie in UK“, weiß Caroline 3IDȬ $P %HLVSLHO .OLPD ]HLJW VLFK DXFK wie umfassend die ESG-Berichterstattung der Unternehmen ausfallen kann: Alle DAX-Unternehmen berichteten über einen Klimatransitionsplan. Dagegen berichte lediglich rund ein Drittel dazu, wie Klima- risiken die eigenen Investitionsausgaben (Capex) und die laufenden Betriebskosten 2SH[ EHHLQijXVVHQ Ľ)ĞU GHQ )DOO GDVV sie wesentlich für das Unternehmen sind, berichten manche Unternehmen auch zu Capex und Opex, die Mehrheit lehnt dies jedoch mit Verweis auf wettbewerbs- sensible Informationen im ersten Jahr der ESRS-Anwendung leider weiter ab“, kon- VWDWLHUW 3IDȬ Für die neuen Nachhaltigkeitsberichts- SijLFKWHQ JLOW 'LH .RPPLVVLRQ PXVV GLH Level-2-Gesetzgebung erst noch beschlie- ßen, im April werde konsultiert. „Wir erwarten, dass die Delegierte Verordnung ]XU &65' LP -XQL ljQDO VHLQ XQG GDV *HVHW - zespaket bis Ende des Jahres verabschie- det wird“, sagt Kuper vom BVI. Bis dahin könnten sich noch einige Veränderungen ergeben. Wesentlichkeit laut Stichprobe: Diese Abbildung zeigt den Anteil der Unternehmen, die mindestens ein wesentliches Thema innerhalb der themenbezogenen ESRS berichten. Quelle: Sustainability Reporting Navigator, CSRD-Bericht vomApril 2025 Themenbezogene ESRS im Überblick Die Themen Klimawandel, eigene Belegschaft und Governance sind für alle wichtig. DANIELA ENGLERT Omnibus I STEUER & RECHT 1/2026 | institutional-money.com 265 100% 80% 60% 40% 20% 0% E1 E2 E3 E4 E5 S1 S2 S3 S4 G1 100% 72% 70% 77% 84% 84% 63% 81% 98% 100% E1: Klimawandel ESRS G1: Geschäftsverhalten E2: Verschmutzung E3: Wasser E4: Biodiversität S1: Eigene Arbeitskräfte S2: Arbeitnehmer in der Wertschöpfungskette S3: Betroffene Gemeinden S4: Konsumenten E5: Kreislaufwirtschaft
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