Institutional Money, Ausgabe 1 | 2026

bemessen, könne ein massiver Markt- einbruch schnell auf die eigenen inter- nen Kapazitäten durchschlagen, Manager säßen hier dann zwischen allen Stühlen, der Aufwand für ein erfolgreiches Immo- bilienmanagement steige, während die Einnahmen des Managers ohne eigenes Verschulden sinken. Aus Sicht von Mat- thias Huesmann gilt es hier alternative Vergütungsansätze zu entwickeln, idea- lerweise direkt zu Beginn des Investments: „Es kommt darauf an, Incentives für den Manager so zu gestalten, dass er auch in schlechten Marktphasen die grundsätz- liche Performance bringen kann, die ein größtmögliches Alignment zu den Inter- HVVHQ GHU $QOHJHU VFKDȬW ĺ Kodex als Benchmark Hans Wilhelm Korfmacher zufolge diene der Governance-Kodex des WPV insbeson- dere auch dazu, für Transparenz im Anla- geprozess zu sorgen und mögliche Inter- HVVHQNRQijLNWH RȬHQ]XOHJHQ Ľ0LW HLQHP Governance-Kodex setzt man sich selbst eine Benchmark, um eine möglichst hohe 7UDQVSDUHQ] LQ GHU ,QVWLWXWLRQ ]X HU]LHOHQĺ sagt Korfmacher. Klare Strukturen und Transparenz sind aus seiner Sicht die beste Prävention gegen Korruption und deren Vorstufen. „Was man in einer Organisa- WLRQ QLFKW RȬHQ DQVSUHFKHQ PĆFKWH ZHLO es ein ,Geschmäckle‘ hat, sollte man nicht PDFKHQĺ Das WPV verfügt über verwaltete Kapital- anlagen von rund sechs Milliarden Euro. Es hat eine eigene Beratungs- und Asset- Management-Gesellschaft gegründet, die WPV Advisory & Asset Management GmbH & Co. KG (WPV AAM). „Diese wird bei der BaFin als Wertpapierinsti- tut geführt und berät unter anderem die drei Masterfonds sowie Immobilienge- VHOOVFKDIWHQ GHV :39ĺ VR .RUIPDFKHU Neben einem Spezialfonds für die liquide Seite kommen auf der illiquiden Seite zwei Luxemburger Vehikel zum Einsatz, eines für die Immobilienanlage und eines für die alternativen Anlagen, die beim WPV einen hohen Stellenwert in der Kapitalan- lage haben. Rund die Hälfte der Assets des WPV sind in illiquiden Anlagen investiert. Eine klare Funktionstrennung zwischen Kapitalanlage und Risikomanagement, schriftliche Anlagerichtlinien, die Durch- führung von ALM-Studien und ein stär- ker qualitatives Risikomanagement sind aus Sicht von Uwe Rieken und Gregor Ass- KRȬ XQHUOÌVVOLFKH 3XQNWH DXI GHU /LVWH IĞU Good Governance. „Am Beispiel Mezza- nine-Finanzierungen im Immobilienbe- reich lässt sich gut zeigen, was qualitatives Risikomanagement bedeutet: Das Invest- ment-Grade-geratete Wertpapier zeigt mir QLFKW ZHOFKHV 3URMHNWljQDQ]LHUXQJVULVLNR oder welches Immobilienmarktrisiko GDUXQWHU OLHJWĺ VDJW *UHJRU $VVKRȬ Ľ(LQ 4XDQWLlj]LHUHQ YRQ 5LVLNHQ DOOHLQ KLOIW nicht immer weiter. Man muss Risiken auch qualitativ messen nach dem Prinzip VXEVWDQFH RYHU IRUPĸĺ VDJW 8ZH 5LHNHQ Ob Unterstützungskasse, Pensionsfonds oder Versorgungswerk: Die deutsche Pen- sionslandschaft sei durch jeweils sehr unterschiedliche aufsichtsrechtliche Rege- lungen gekennzeichnet: „Das zementiert die extreme, dysfunktionale Fragmentie- rung des deutschen Altersversorgungssys- WHPVĺ VWHOOW *UHJRU $VVKRȬ IHVW Ľ9HUJOHLFKW man dieses System zum Beispiel mit den Niederlanden, so liegt der Schluss nahe, GDVV HV 5HIRUPHQ JHEHQ PXVV ĺ %LV ]XU Dotcom-Blase sei der Markt in den Nie- derlanden ähnlich fragmentiert gewesen. Nach der Reform von 2001 wurden die niederländischen Pensionsfonds in der Fol- ge fusioniert. ABP als größter Pensions- fonds des Landes vereinigt auf sich allein aktuell rund 530Milliarden Euro an Assets under Management (Stand: Ende 2025). Uwe Rieken denkt an die Reformen aus UK: „Wir brauchen eine Bestandsaufnah- me des deutschen Pensionssystems, ähn- lich wie sie in Großbritannien um die Jahrtausendwende der Myners-Report vor- JHOHJW KDWĺ IRUGHUW HU )ĞU PHKU 3URIHV - sionalisierung könnte zum Beispiel im Bereich der Versorgungswerke auch eine 9HUHLQKHLWOLFKXQJ GHU $XIVLFKW VRUJHQ ljQ - GHQ 8ZH 5LHNHQ XQG *UHJRU $VVKRȬ Governance-Fragen spielen in Pensionsein- richtungen eine wichtige Rolle. Es gibt Bei- spiele für Best Practice, die wertvolle Denk- anstöße geben, um diese auch in der Breite umsetzen zu können. Institutionelle Investoren halten viel Eigenkapital in Immobilien Durchschnittliche Allokation institutioneller Investoren (Limited Partners) in alternativen Assetklassen Alternative Investments nehmen durchschnitt- lich, gemessen an allen im BAI Investors Survey 2025befragten institutionellen Investoren, 30,31 Prozent eines institutionellen Portfolios ein. Quelle: Bundesverband Alternative Investments e.V. (BAI) » Die deutsche Pensionslandschaft ist durch sehr unterschiedliche aufsichtsrechtliche Regelungen gekennzeichnet. Das zementiert die extreme, dysfunktionale Fragmentierung des deutschen Altersvorsorge- systems. « Gregor Asshoff, Aufsichtsratsmitglied von Faros und ehemaliger Vorstand der Soka-Bau DANIELA ENGLERT 252 1/2026 | institutional-money.com STEUER & RECHT Versorgungswerke Foto: © Melanie Inserra 0% Corporate Private Equity Corporate Private Debt Infrastructure Equity Infrastructure Debt Real Estate Equity Real Estate Debt Venture Capital Real Estate Debt Credit Specialities ILS / Cat Bonds Natural Capital Other Real Assets Commodities Crypto Currencies & Tokenized Assets Andere Alternativen 10% 1,10% 1,10% 0,56% 0,67% 0,19% 0,33% 0,31% 0,26% 0,14% 0,99% 0,92% 6,13% 3,78% 4,51% 9,29%

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