Institutional Money, Ausgabe 1 | 2026

PRODUKTE & STRATEGIEN Unterschätzte Lebenserwartung 198 1/2026 | institutional-money.com te und das Altersvorsorgedepot eingeführt werden. „Beides sind wichtige Schritte, aber solche Ansparsysteme funktionieren am besten mit langen Ansparphasen. Da haben wir in Deutschland viele Jahre ver- passt“, soWooders. DieMenschenmüssten selbst mehr tun, und das sei auch ein Prob- lem der Kommunikation. „Die dritte Säu- le sollte viel mehr gepusht werden, da muss HLQIDFK YLHO PHKU *HOG KLQHLQijLHĕHQ LQ GLH zweite Säule auch. Es geht darum, auch klei- nere Betriebe anzubinden, die bAV für sie attraktiv und weniger komplex zumachen. Warum sollen Firmen nicht das Altersvor- sorgedepot nutzen und ihren Mitarbeitern Gelder dort einzahlen?“, fragt Wooders. „Steuerbegünstigte Drittzahlungen wären sinnvoll, sowohl für das Altersvorsorgede- pot als auch für die Frühstart-Rente“. In der Forderung, dass mehr Geld in die $OWHUVYRUVRUJH ijLHĕHQ PXVV VLQG VLFK 9HU - sicherer und Asset Manager einig. In der Gestaltung der Anspar- und der Auszahl- phase gehen die Meinungen jedoch aus- einander. „Für einen Menschen, der bis zu seinem Rentenbeginn noch viel Zeit hat, ist es wichtig, im Kapitalmarkt investiert zu sein. Über die letzten 30 Jahre haben Aktien im S&P 500 im Schnitt mit rund zehn Prozent per annum performt, nach ,QijDWLRQ ZDUHQ HV VLHEHQ ELV DFKW 3UR]HQW Bonds haben in der Zeit nur vier bis fünf 3UR]HQW JHEUDFKW ł YRU ,QijDWLRQ :LU DOOH ZLVVHQ ZLH HLQH 'LȬHUHQ] YRQ IĞQI ELV VHFKV 3UR]HQW XQWHU GHP =LQVHV]LQVHȬHNW wirkt“, betont Wooders die Vorteile des Aktienmarktes. Sie plädiert für lang lau- fende Aktiensparpläne in der Ansparpha- se, weil damit deutlich höhere Ausgangs- summen für die späteren Rentenzahlungen generiert werden können. Lebensversicherer betonen die konserva- tive Sicht: „In repräsentativen Umfragen kommt heraus, dass die Menschen in Deutschland bei der privaten Vorsorge gro- ĕHQ:HUW DXI 6LFKHUKHLW OHJHQĺ VDJW 'HPV - ki. Sie glaubt, dass nur wenige Menschen nennenswerte Risiken bei der Altersvor- sorge eingehen wollen. „Wer als Indivi- duum in Aktien anspart, trägt das Risi- ko eines Totalverlustes. Kritisch bei der Altersvorsorge ist, dass der Kunde das Geld zu einem bestimmten Zeitpunkt benö- tigt“, sagt Demski. Versicherer können das Langlebigkeitsrisiko über ihr Kollek- tiv poolen, während individuelle Anleger es allein tragen. Ob die dafür anfallen- den Kosten durch die Sicherheit gerecht- fertigt werden, hängt allerdings stark von der erzielbaren Rendite ab. Die Kölner Ratingagentur Assekurata nennt bei einem Pressegespräch zu ihrer jährlichen Markt- studie zu Überschussbeteiligungen und Garantien konkrete Zahlen: „Die hohe Sicherheit schlägt sich in den erzielba- ren Renditen nieder. In der klassischen Rentenversicherung beträgt die laufende Verzinsung für 2026 im Branchendurch- schnitt 2,62 Prozent, inklusive Schluss- überschüssen sind es 3,23 Prozent. Bei Indexpolicen liegt der deklarierte laufen- de Überschusszins im Schnitt bei 3,07 Pro- zent“, erklärt Lars Heermann, Assekura- WDV %HUHLFKVOHLWHU $QDO\VH XQGb%HZHUWXQJ Gebremste Fondspolicen Selbst bei fondsgebundenen Tarifen kön- nen – zumindest in der Rentenphase – kaum bessere Renditen erzielt werden. „Im Moment sind die Regelungen so, dass bei einer Fondspolice mit Rentenbe- ginn der komplette Betrag aus den Fonds ins Sicherungsvermögen überführt wird“, erklärt Demski. Das sei notwendig, um die Stabilität der Rentenzahlungen zu gewährleisten. „Die Kunden partizipieren dann an der gemischten Kapitalanlage des Sicherungsvermögens. An den Überschüs- sen werden unsere Kunden beteiligt, auch während der Rentenphase.“ Menschen erwarten 4,9 Prozent Wooders rät, die private Altersvorsorge direkt über Fonds zu gestalten und so lan- ge wie möglich im Aktienmarkt zu blei- ben, auch nach Renteneintritt. Zumindest würde das zu der Renditeerwartung von 4,9 Prozent passen, die die Umfrageteil- nehmer im Schnitt von ihrer Altersvorsor- ge erwarten. „Ohne ein deutliches Aktien- Exposure wird das nicht machbar sein“, so Wooders, und das sei bei einem erwarte- ten Zeithorizont von über 25 Jahren auch durchführbar. Fidelity bietet hierfür Tar- get Date Funds an, die über Gleitpfade ihr 5LVLNRSURljO ODQJVDP YRQ $NWLHQ LQ 5LFK - tung Renteninvestments verändern. „Unse- re Gleitpfadspezialisten sagen, dass das Ren- GLWHSURljO QLFKW QHQQHQVZHUW EHODVWHW ZLUG wenn man peu à peu vomAktienmarkt in Fixed Income umschichtet“, so Wooders. Bis dato bietet Fidelity solche Target Date Funds lediglich für die Ansparphase an. „Wir schauen uns aktuell an, wie wir sol- che Lebenszykluslösungen auch für die Auszahlphase anbieten können. Diese lau- fen dann nach ähnlichem Prinzip wie für die Ansparphase. Zusätzlich zu Bonds kommen hier auch Dividendenstrategien zum Tragen. Diese sorgen dann für regel- PÌĕLJH SODQEDUH $XV]DKOXQJHQĺ YHUUÌW Wooders. Asset Manager überlegen also derzeit intensiv, wie sie eine gute Balance zwischen Rendite und stabilem Einkom- men für Rentenlösungen bieten können. Das rät Heermann auch den Versicherern: „In der Gestaltung der Ansparphase haben Versicherer sich in den vergangenen Jahren einige Innovationen einfallen lassen, aber bei der Gestaltung der Rentenphase gibt es noch viel zu tun.“ Er rät Versicherern, sich künftig auch gute Lösungen für die Ren- tenphase bereitzustellen: „Gerade hier kön- nen sie sich unterscheiden.“ (LQ ZHLWHUHU 3XQNW LVW GLH ljQDQ]LHOOH %LO - dung der Bevölkerung. Hier herrscht » Steuerbegünstigte Drittzahlungen wären sinnvoll, sowohl für das Altersvorsorgedepot als auch für die Frühstart-Rente. « Susanna Wooders, Country Head Germany bei Fidelity International Foto: © Fidelity International

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