Institutional Money, Ausgabe 1 | 2026
PRODUKTE & STRATEGIEN Private Credit 176 1/2026 | institutional-money.com Mit demDebakel rund umden 1,7Milliarden Dollar schweren Private-Credit-Fonds vonBlue Owl werden für den einen oder anderen Erinnerungen an die große Finanz- krise wach. Manche Insider berichten uns von panikartiger Flucht aus demMarkt, andere sprechen nur von einem Stresstest – eine Einordnung. ABSTURZ À LA 2008? ALS BLUE OWL CAPITAL im Februar die Tore seines 1,7 Milliarden Dollar schweren OBDC-II-Fonds schloss, löste das gewaltige Schockwellen im zwei Billionen Dollar schweren globalen Private-Credit- Markt aus. Der Wirtschaftswissenschaftler und ehemalige Pimco-CEOMohamed El- Erian stellte schnell die Frage, die zunächst niemand beantworten wollte: Ist Blue Owl der Kanarienvogel in der Kohlemine? Droht ein neues 2008, eine neue Great Financial Crisis? Erste Antworten scheint der Markt selbst zu geben: Denn inzwischen kündigte New Mountain Finance an, knapp eine halbe Milliarde Dollar an Assets zu 94 Cent je Dollar zu veräußern. Prominente Stimmen verschärfen die Debatte: Danny Moses, bekannt als einer der Protagonis- ten der Leerverkäufe gegen den US-Hypo- thekenmarkt vor 2008, zieht Parallelen zum Vorstoß privater Märkte in Richtung Retailprodukte und den Jahren vor der Sub- prime-Krise. JPMorgan-CEO Jamie Dimon ZDUQWH XQG YHUJULȬ VLFK GDEHL HEHQIDOOV LP Ton, indem er einen harten Vergleich zwi- schen Managern aus dem Segment und dem Tierreich bemühte. News vom Trading Desk Der Manager einer Londoner Investment- bank zeigt sich Institutional Money gegen- über ebenfalls pessimistisch und neigt dazu, die Frage mit Ja zu beantworten. Unter dem Vorbehalt der Anonymität erzählt er, dass innerhalb eines Monats vier Private-Credit-Fonds, die die Bank bis dahin betreute, entweder geschlossen wurden, ihren Handel eingestellt oder die Aufnahme neuer Kunden gestoppt haben. Und weiter: „Unsere FX-Hedging- Volumina, die als Barometer für die Akti- vität dieser Fonds dienen, sind um 50 bis 60 Prozent eingebrochen. Angesichts der abnehmenden Risikobereitschaft und der Fotos: © Nuthawut | Adobe Stock, MAAT Investment Group » Finanzinstitute, die stark auf gehebelte Exposures setzen, könnten Solvenz- probleme bekommen. Aber eine allgemeine Marktkorrektur wie 2008/2009 halte ich für unwahrscheinlich. « Shaun Heelan CIO und Mehrheitsgesellschafter, MAAT Investment Group
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