Institutional Money, Ausgabe 3/2026

PORTRÄT Beate Petry 72 3/2026 | institutional-money.com denste Anlageklassenwie Anleihen, Aktien, Private Equity und Infrastrukturprojekte. „Auf diesen Gebieten haben sich die Kolle­ gen schon lange vor meiner Zeit eine hohe Expertise aufgebaut. Ich bin auch eine Verfechterin davon und denke, gerade Privatmarkt-Assets gehören in jedes gut diversifizierte Altersversorgungsportfolio“, sagt Petry. „Zentral bei der Steuerung der Kapitalanlage einer Pensionskasse sind die aufsichtsrechtlichen Anlagevorschriften und -quoten wie zum Beispiel die Risiko­ quote, die gerade auf 40 Prozent erhöht wurde, und weitere Spezialquoten“, erklärt Petry. Auf ihre Kollegen in Kapitalanlage, Risikomanagement und Bestandsverwal­ tung ist sie sehr stolz. „Sie machen das super, und schließlich kommt alles, was wir erwirtschaften, denMitarbeitenden zugute, wenn sie in Rente gehen“, so Petry. „Hat es geschmeckt?“, fragt die Dame am Essensstand. „Hervorragend, dann alles Gute für den Funzelabend heute“, ant­ wortet die Pensionskassen-Chefin. Es wird langsam Zeit, den Rückweg anzutreten. Hinab geht es durch den Wald zurück zum Parkplatz. Beate Petry hat heute noch viel zu tun, einen halben Wochentag in der Pfalz zu verbringen, das ist schon eine Ausnahme. Neben ihrer Tätigkeit als Vor­ standsvorsitzende der BASF Pensionskasse hat Petry seit Mai 2025 auch noch den Vor­ standsvorsitz der aba inne, des Fachverbands für betriebliche Altersversorgung. „Der aba- Vorstand ist ein ehrenamtliches Gremium, wir sind 17 Mitglieder aus unterschiedli­ chen Bereichen, etwa von Versicherungen, Beratungshäusern, Verbänden und großen Unternehmen. Als ständige Gäste sind die Leiter der vier aba-Fachausschüsse in die Vorstandsarbeit eingebunden. Der Vor­ stand wird ergänzt durch eine kleine, aber schlagkräftige Geschäftsstellemit neunMit­ arbeitenden“, erklärt Petry. Gemeinsam arbeiten sie daran, die betrieb­ liche Altersversorgung nach vorn zu bringen. „Was ich an der aba schätze, ist die riesengroße Expertise, die dort zusammen­ kommt. Es macht mir unheimlich Spaß, mit den Menschen dort zu arbeiten“, so Petry. Immer wieder ist sie für Anhörungen auch in Berlin, trifft Bundestagsabgeord­ nete. „In der letzten Zeit ging es eigentlich immer um das Betriebsrentenstärkungsge­ setz II und ganz aktuell natürlich um die Empfehlungen der Alterssicherungskom­ mission“, lächelt Petry. Ebenfalls aktiv ist sie in der Selbstverwal­ tung der Deutschen Rentenversicherung (DRV), sitzt im Bundesvorstand und ist Vorstandsvorsitzende der rheinland- pfälzischen DRV. Altersversorgung ist einfach ihr Thema. Das bringt sie auch bei der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und beim Bundesarbeitgeberverein der chemischen Industrie (BAVC) in verschiedenen Aus­ schüssen immer wieder ein. In der BASF engagiert sich die Pensions­ kassen-Chefin sehr gern für junge Leute. Ihr ist es wichtig, dass sie die Bedeutung einer guten Altersvorsorge früh erkennen. „Vor einiger Zeit haben wir in einem Pro­ jekt eine duale Studentin ein Erklär-Video zur bAV in einfacher Jugendsprache drehen lassen“, berichtet Petry. Das kam nicht nur im Unternehmen sehr gut an. „Wir haben dafür auch den dritten Platz beim deut­ schen bAV-Preis erhalten“, sagt Petry stolz. Über dieAutobahn geht es nun zurück.Was macht Beate Petry, wenn sie nicht arbeitet? Womit verbringt sie ihre Freizeit? „Ich habe einige Ehrenämter“, berichtet sie. Wenn es die Zeit erlaubt, managt sie an Sonntag­ vormittagen die öffentliche Bücherei der katholischen Kirche in Bobenheim-Rox­ heim, engagiert sich auch sonst kirchlich, organisiert mit ihrem Mann die Skifreizei­ ten, hilft auch schonmal auf der Kerwe, den örtlichen Festen, aus und leitet auch noch eine Frauenfitnessgruppe. „Mir sind der Aus­ tausch mit anderen Menschen und soziale Werte einfach unheimlich wichtig“, sagt Petry, als sie auf demBesucherparkplatz aus demAuto steigt. „Und ich liebe Fehler, denn daraus kannman immer etwas lernen.“ Fast will sie schon die Hand zum Abschied ausstrecken, doch eine Frage muss noch sein. Welche Eigenschaften braucht eine starke Frau, die einer Pensionskasse vorsteht? „Keine anderen als ein Mann“, sagt Beate Petry klar. „Es sind doch die Qualifikatio­ nen, die darüber entscheiden sollten, wer für einen Job ambesten infrage kommt“, findet sie. Ihre große Stärke sieht sie in ihrer Energie und ihrer Begeisterungsfähigkeit. „Und ich bin ein absoluter Teamplayer“, erklärt Petry. „Ich hasse Ellenbogen. Für mich zählt, dass man gemeinsam etwas erreicht.“ Dann sagt sie: „Auf Wiedersehen, es hat wirklich Spaß gemacht heute.“ ANDREA MARTENS ZAHLEN UND FAKTEN: DER CHEMIEKONZERN BASF Die BASF wurde im Jahr 1865 gegründet. Die Abkürzung stand ursprünglich für „Badische Anilin- & Sodawerke“. Heute beschäftigt die BASF SE weltweit 108.000 Mitarbeiter in 93 Ländern, schrieb im Jahr 2025 einen Umsatz von 59,7 Milliarden Euro, unterhält 234 Produktionsstandorte und zählt rund 75.000 Kunden. Am Standort Ludwigshafen sind 32.190 Beschäftigte tätig. Die Standortfläche beläuft sich auf zehn Quadratkilometer. Die Pensionskasse der BASF besteht seit knapp 140 Jahren. Sie sieht drei Tarife für Direktzusagen vor. Um für die Beschäftigten mehr Rendite zu erwirtschaften, investiert die Pensionskasse schon seit Jahren außer in Aktien auch in Private Equity und Infrastrukturprojekte.

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