Institutional Money, Ausgabe 3/2026

Foto: © barbara buderath | stock.adobe.com, Hochschule Bremen PRODUKTE & STRATEGIEN Windenergie 222 3/2026 | institutional-money.com Deutscher Windrad-Schrott, der illegal in Osteuropa landet, wirft eine unbequeme Frage auf: Wie kreislauffähig ist eine Anlageklasse, die als Inbegriff nachhaltiger Infrastruktur gilt? DIE LETZTEN ZEHN PROZENT ENDE 2025 ZÄHLTE Deutschland 29.226 Windenergieanlagen mit rund 68 Gigawatt Nennleistung. Etwa die Hälfte steht länger als 15 Jahre, ein Drittel länger als 20 Jahre. Die Demontage alter Anlagen hat demzufolge eine hohe Relevanz und stellt ökologisch orientierte Investoren vor die Frage: Was passiert am Ende einer Windenergieanlage, und wer trägt Kosten und Risiko? Über ihren Lebenszyklus gehört die Windenergie zuden effizientestenund emis- sionsärmsten Formen der Stromerzeugung. Für eine moderne 4,2-Megawatt-Turbine nennt der Hersteller Vestas eine energeti- sche Amortisationszeit von fünf bis acht Monaten. Die Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (UNECE) ermittelt für europäischen Onshore-Wind nur 12,4 Gramm CO₂-Äquivalent je Kilo- wattstunde über den Lebenszyklus. Zum Vergleich: Bei Photovoltaik sind es rund 37 Gramm, Gaskraftwerke kommen auf 434 Gramm, und Spitzenreiter ist die Kohlemit 1.023 Gramm. „Bei einer Betriebsdauer von 20 bis 30 Jah- ren ergibt sich eine über die Lebensdauer klar positive Energie- und CO₂-Bilanz für die Windenergieanlage“, betont Marko Rosteck, Pressesprecher des Betreibers Alter- ric Deutschland. Grundlage sind Life Cycle Assessments, die den gesamten Produktle- benszyklus bis zum Rückbau bewerten. Lücken im Recycling Der Knackpunkt besteht bei der Entsorgung von gebrauchtenWindkraftanlagen. Rund 90 Prozent der Anlagenmasse bestehen aus Beton, Stahl, Gusseisen, Kupfer und Aluminium, für die etablierte Abnehmer- märkte bestehen. „Auch Komponenten wie der Generator und sekundäre Anbau- teile können gut verwertet werden“, erklärt Steffen Czichon, Chief Business Developer am Fraunhofer-Institut für Windenergie- systeme IWES. Bleiben die Rotorblätter: Ihre glas- und kohlefaserverstärkten Verbundwerkstoffe mit duroplastischen Harzen lassen sich » Die Rotorblätter sind ein reales, mengenmäßig aber nicht dominierendes Problem. « Armin Varmaz, Hochschule Bremen

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