Institutional Money, Ausgabe 3/2026

PRODUKTE & STRATEGIEN Digitale Infrastruktur 210 3/2026 | institutional-money.com erfolgen auf Unternehmensebene. Wir investieren in Plattformen, die digitale Infrastruktur entwickeln, besitzen und betreiben. Als aktiver Gesellschafter brin- gen wir Kapital, Branchenexpertise und operative Unterstützung ein und begleiten die Unternehmen über unsere Board-Man- date bei Wachstum und Wertsteigerung.“ Direkte Investments in einzelne Projekte machten dagegen nur etwa zehn Prozent der Aktivitäten aus. Zu dieser breiteren Infrastrukturstrategie zählt auch ein Aggregations- beziehungs- weise Leasingmodell, bei dem aus vielen kleinen Grundstücken ein investierbares Portfolio entsteht. Im Fokus stehen vor allem Flächen, auf denen bereits digi- tale Infrastruktur steht – typischerweise Mobilfunkmasten. „Die Grundstücke gehören häufig Kommunen, Landwirten oder Forstbetrieben. Wir kaufen diese Parzellen auf und bündeln sie zu größe- ren Portfolios.“ Anschließend sichert sich DTCPmit Telekommunikationsunterneh- menMietverträge über fünf, zehn oder 15 Jahre. „Durch die Bündelung von meh- reren hundert bis 1.000 Grundstücken schaffen wir langfristige, vertraglich abge- sicherte und häufig inflationsindexierte Cashflows. Das entspricht klassischen Infrastrukturmerkmalen: langfristige Kun- denbeziehungen, über viele Jahre planbare Einnahmen und typischerweise ein Infla- tionsschutz durch inflationsindexierte Mietverträge“, erläutert Vento. Das Modell könne auch für Flächen mit Glasfaserkno- ten sowie teilweise für Grundstücke mit Wind- oder Solaranlagen interessant sein. Gerade hier wird auch die Trennung zwi- schen physischer Infrastruktur und der darauf betriebenen Technologie wichtig. Vento erläutert: „Als Infrastrukturinvestor übernehmen wir typischerweise kein Tech- nologierisiko. Wir entwickeln die physische Infrastruktur –Gebäude,Mobilfunkmasten oder Glasfasernetze – und vermieten diese langfristig an unsere Kunden.“ DTCP über- nehme damit das Risiko der physischen Infrastruktur, nicht aber das Obsoleszenz- risiko der installierten Technologie. Vento nennt hierfür Beispiele: „Wenn ein Kunde Server und Chips in einem unserer Rechenzentren installiert, trägt er das Risiko, dass diese Technologie veraltet und ersetzt werden muss. Wir stellen die phy- sische Sicherheit, den Stromanschluss und die Kühlung bereit.“ Dasselbe gelte für Mobilfunkmasten: „Wir stellen den Mast, die Stromversorgung und die Konnekti­ vität bereit. Die aktive Funktechnik – heute 5G- oder künftig 6G-Antennen – gehört dagegen unseren Kunden. Mit dem nächsten Technologiezyklus tauschen sie ihre Antennen aus. Wir müssen diesen Austausch weder finanzieren, noch tragen wir das entsprechende Technologierisiko.“ Unterschiedliche Ertragslogik DTCP hat laut Vento rund fünf Mil- liarden Euro Assets under Management, verfügt über 60 Investments und hat 25 Exits realisiert. Die Deutsche Telekom ist Investor und war bei ausgewählten DTCP-Fonds als Ankerinvestor beteiligt. Zur Investorenbasis gehören daneben ins- titutionelle Investoren wie Pensionsfonds sowie Family Offices. Die angestrebte Netto-IRR für Fondsinvestoren liegt bei zwölf Prozent. Damit führt die Öffnung des Blicks auf unterschiedliche Infrastruktursegmente zurück zur eigentlichen Portfoliofrage: Wie lässt sich digitale Infrastruktur sinn- voll diversifizieren, wenn verschiedene Assets zum Teil von denselben strukturel- lenWachstumstreibern abhängen? Pecher verweist dabei auf sehr unterschiedliche Ertragsmechanismen: „Digitale Infrastruk- tur ist keine homogene Anlageklasse. Die Ertragslogik unterscheidet sich funda- mental: Rechenzentren monetarisieren vermietete Megawatt, Glasfasernetze die Anschlussquote je erschlossenen Haushalt, Türme die Zahl der Mieter je Stand- ort“, sagt Pecher. „Sinnvoll diversifizieren lässt sich unserer Erfahrung nach entlang von vier Achsen: der Wertschöpfungs- stufe, der Ertragsart, nach Reifegrad und Gegenpartei beziehungsweise Regulie- rungsregime.“ Entscheidend ist damit weniger die Zahl unterschiedlicher Assets als die Frage, welche ökonomi- schen Treiber tatsächlich dahinterstehen. Der häufigste Fehler ist Pecher zufolge die Scheindiversifikation: „Wer Rechen- zentren, GPU-as-a-Service und Ausrüster kombiniert, kauft dreimal denselbenHyper- scaler-Capex-Zyklus.“ DANIELA ENGLERT Halbleiter und Digitalisierung sind die größten Gewinner Anstieg der Marktkapitalisierung nach Geschäftsfeld 2022–2025 in Milliarden US-Dollar Das McKinsey Global Institute hat 18 Zukunftsmärkte identifiziert – Branchenmit besonders hohen Wachstumsraten und ausgeprägter Wettbewerbsdynamik. Von 2022 bis 2025 haben diese ihre Marktkapitalisierung um rund 18 Billionen (!) Dollar gesteigert. Auf KI-Technologie und Infrastruktur entfallen rund 60 Prozent der Wertsteigerung, fast elf Billionen Dollar. Quelle: McKinsey & Company Elektrofahrzeuge 786 Batterien 786 Kernspaltung 786 KI-Technologie und -Infrastruktur Digitalisierung Elektrifizierung Biowissenschaft Hard-Tech E-Commerce 773 Halbleiter 7.400 Videospiele 248 Weltall 395 Cybersecurity 363 Videostreaming 407 Nichtmedizinische Biotechnologie 14 Medikamente gegen Fettleibigkeit 614 Robotik 101 Gemeinsam genutzte autonome Fahrzeuge 51 Modularer Bau 0,3 Zukünftige Luftmobilität 15 Digitale Werbung 3.100 Cloud Services 1.800 KI Software und Services 1.800

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