Institutional Money, Ausgabe 3/2026

Foto: © Max Zolotukhin | Adobe Stock, Aramea Asset Management PRODUKTE & STRATEGIEN Frontier Markets 184 3/2026 | institutional-money.com Frontier Markets lockenmit Reformen, ineffizienten Kapitalmärkten und strukturellemAufholpotenzial. Doch aus einer volkswirtschaft­ lichen Erfolgsgeschichte wird nicht automatisch ein gutes Investment. Aktives Management und die Wette auf einen Aufstieg in eine höhere Liga bieten Chancen. ALPHA-JÄGER UND AUFSTIEGSCHANCEN CHINA KÄMPFT mit strukturellen Pro­ blemen, Indien ist längst imFokus globaler Investoren und hoch bewertet. Gleichzei­ tig haben sich viele klassische Emerging Markets wirtschaftlich und an den Kapital­ märkten erheblich weiterentwickelt. Wo also findet sich geografisch gesehen die nächste große Wachstumsgeschichte? Eine These dazu hat Jens Wildermuth, Leiter Asset Management Emerging Markets & High Yield Bonds bei Helaba Invest: „Im klassischen Emerging-Markets-Bereich sind viele Geschichten inzwischen weit fortgeschritten. Spannendere Opportuni­ täten finden sich heute oft in den Frontier Markets.“ Reformen, Digitalisierung, Infrastrukturinvestitionen und junge Bevölkerungen eröffnen in Ländern von Vietnam bis Nigeria neue Perspektiven. Wim-Hein Pals, Leiter des Emerging-Mar­ kets-Aktienteams bei Robeco, fasst den Investment Case folgendermaßen zusam­ men: „Frontier-Märkte bieten etwas, das anderswo zunehmend selten geworden ist: hohes Wirtschaftswachstum, eine güns­ tige demografische Entwicklung und Produktivitätsgewinne.“ Wobei Christof Schmidbauer, Portfolio-Advisor des Ovid Asia Pacific Wealth Fund bei Apano Investments, generell zu bedenken gibt, dass es keinen empirisch nachweisbaren unbedingten Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und beispielsweise steigenden Aktienkursen gibt. Auch eine junge Bevölkerung allein macht noch kei­ nen attraktiven Kapitalmarkt aus. Kevin Thozet, Mitglied des Investmentkomitees bei Carmignac, vergleicht Frontier Mar­ kets mit „energiegeladenen Achtjährigen“: Sie seien finanziell weniger reif, hätten aber erhebliches Wachstumspotenzial. Ent­ scheidend sei, dass Demografie mit neuen Arbeitsplätzen, Produktivitätsfortschritten und Reformen einhergehe. Ineffizienz und Alpha Dass die Märkte abseits großer Kapital­ ströme liegen, kann wiederum Teil ihrer Attraktivität sein. Research-Abdeckung und » Ich würde nicht sagen, dass Frontier Markets die einzigen Ineffizienzmärkte sind – aber sie gehören sicherlich zu den ineffizientesten. « Lars Dollmann, Senior Portfolio Manager, Aramea Asset Management

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