Institutional Money, Ausgabe 3/2026

Foto: © UBS Global Wealth Management 166 3/2026 | institutional-money.com PRODUKTE & STRATEGIEN Family Offices ein. Langfristig rückt stattdessen die globale Staatsverschuldung stärker in den Fokus: Angesichts ausufernder Staatsschulden und immer höherer Zinsdienste befürchten beachtliche 56 Prozent der befragten Family Offices auf längere Sicht eine „Schulden­ krise“. Weitere nennenswerte Sorgen auf fünf Jahre bereiten den Befragten „Finanz­ marktkrise“ (51%) und „Globale Rezession“ (50 %). Einen detaillierten Vergleich ausge­ wählter Risiken können Sie der Tabelle „Zahlreiche Risiken drohen“ entnehmen. Großer Veränderungswille Die meisten der genannten Risiken haben jedes für sich das Potenzial, bei ihrem Ein­ treten massive Vermögensschäden in den Portfolios der FamilyOffices zu verursachen und im Worst Case die finanzielle Unab­ hängigkeit respektive Versorgung der dahinter stehenden Familien zu gefährden. Das erklärt, weshalb die verantwortlichen Kapitalmarktstrategen der befragten Family Officesmehr undmehr dazu neigen, bei der strategischen Asset-Allokation (SAA) von ihrer jahrelang verfolgten Anlagepolitik der ruhigen Hand zumindest teilweise abzu­ rücken und eingedenk der zahlreichen drohenden Risiken größere Portfolioum­ schichtungen anzudenken – und das bereits auf Sicht von einem Jahr. Sowollen rekordverdächtig hohe 60 Prozent der Befragten innerhalb von zwölf Mona­ ten ihre Asset-Allokation verändern – und spiegelbildlichnur 40 Prozent diese beibehal­ ten. Zur historischen Einordnung: Diese 60 Prozent sind der höchste Stand seit Beginn der UBS-Studienreihe, die seit Ende der 2010er-Jahre erstellt wird. In den Vorjahren schwankte der Wunsch nach Änderungen der strategischen Asset-Allokation ledig­ lich zwischen 25 und 37 Prozent. Wie sich diese Veränderungsabsichten im Zeitablauf entwickelt haben, sehen Sie in der Grafik „Paradigmenwechsel“. Laut einem Vertreter eines US-amerikani­ schen Family Office kommen diese Änderungsabsichten der strategischenAsset- Allokation keinesfalls überraschend: „Die Welt hat sich in den letzten anderthalb Jah­ ren verändert. Daher ist es nur logisch, dass die Menschen darauf reagieren.“ Der imhistorischenVergleichgroßeWunsch nach Veränderung respektive höherer Akti­ vität könnte zum Teil darauf beruhen, dass Investoren im Umfragezeitraum (ers­ tes Quartal 2026) zahlreiche überraschende Entwicklungen und für die Börsen negative Nachrichten verdauen mussten: So spannte sich der Bogen des vonUS-Truppen entführten respektive verhafteten venezola­ nischen Diktators Nicolas Maduro über die Forderung Donald Trumps nach einer völ­ kerrechtswidrigen Übernahme Grönlands durch die USA bis hin zum neuerlichen Ausbruch respektive der Verschärfung des Irankriegs, der in einer ersten Reaktion die Aktienkurse einbrechen und die Energie­ preise steigen ließ. Vor diesem Hintergrund gingen die Stu­ dienautoren in einem Folgeschritt der Frage nach, inwieweit Investoren größere Änderungen der strategischen Asset-Alloka­ tion nicht nur ankündigen, sondern diese Absichten im harten Investmentmanage­ ment-Alltag bei den einzelnen Assetklassen tatsächlich in die Realität umsetzen wollen. Denn das ist in der Praxis leichter gesagt als getan. Vielfach sind Großanleger in Spe­ zialfonds und andere Vehikel investiert, bei denen Mandatsauflösungen Vorlaufzeiten von einem Jahr oder mehr benötigen. Vor diesem Hintergrund sind Änderungen der strategischen Asset-Allokation oftmals nur in Trippelschrittenmöglich. Aktive Herangehensweise „Das Ausmaß und die Bandbreite der geplanten Umschichtungen scheinen auf einen aktiveren, von Überzeugungen geprägten Ansatz beim langfristigen Port­ foliomanagement hinzudeuten, wobei Diversifizierung eine wichtige Rolle beim Schutz vor denHerausforderungen in einer zunehmend fragmentierten Welt spielt“, beobachtet in diesem Zusammenhang UBS-Experte Yves-Alain Sommerhalder, Head of Global Wealth Management Solutions. Die befragten Investoren scheinen bei den geplanten Änderungen ihrer Portfolio­ zusammensetzung eher auf gezielte Anpassungen denn auf umfassende Umschichtungen im Jahr 2026 zu setzen, wie eine genauere Analyse der einzelnen Anlagesegmente offenbart: Bei den laut UBS „traditionellen Anlage­ klassen“ (Anleihen, Aktien und Cash) » Unsere Ergebnisse (…) zeigen, dass mehr Family Offices als je zuvor planen, ihre strategische Kapitalallokation zu ändern. « Benjamin Cavalli, Head of Strategic Clients & Global Connectivity, UBS Global Wealth Management Paradigmenwechsel Rekordverdächtige hohe 60 Prozent planen Änderungen der Anlagestrategie. Family Offices verfolgen traditionell eine Anla- gepolitik der ruhigen Hand und nehmen bei ihrer SAA in der Regel keine oder nur margi- nale Änderungen vor. Umso mehr überrascht, dass 60 Prozent der Befragten Änderungen planen. Demgegenüber stehen 40 Prozent, die keine entsprechenden Pläne hegen. Quelle: UBS Global Family Report 2026 Ja, wir planen Änderungen Nein, wir planen keine Änderungen 2020 31 % 69 % 2021 25 % 75 % 2022 34 % 66 % 2023 37 % 63 % 2024 27 % 73 % 2025 35 % 65 % 2026 60 % 40 %

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