Institutional Money, Ausgabe 3/2026

Family Offices THEORIE & PRAXIS 3/2026 | institutional-money.com 165 „UNSERE ERGEBNISSE, die auf Erkenntnissen von 307 Family Offices in mehr als 30 Märkten basieren, zeigen, dass mehr FamilyOffices als je zuvor planen, ihre strategische Kapitalallokation zu ändern“, nannte Benjamin Cavalli, Head of Strate- gic Clients & Global Connectivity, UBS Global Wealth Management, anlässlich der Veröffentlichung des „Global Family Office Report 2026“ eine der wichtigsten Umfrageerkenntnisse. Für den jährlich neu erstellten und veröf- fentlichten Bericht befragte die UBS für die diesjährige Ausgabe ihre weltweiten Family- Office-Kunden im Zeitraum von 22. Januar bis 30. März 2026. Die 307 befragten Family Offices verwalten im Durchschnitt Beträge, die mit klassischen institutionellen Investo­ ren durchaus mithalten können und die die steigendeBedeutungdieser Investorengruppe unterstreichen: Das durchschnittlicheNetto- vermögender teilnehmenden Familienbelief sich auf 2,7 Milliarden US-Dollar, wovon Family Offices im Durchschnitt immerhin 1,3 Milliarden US-Dollar verwalten. Das Gesamtvermögender vonderUBSbefragten Familien beträgt beachtliche 627,4 Milliar- den US-Dollar. Die UBS ging im Rahmen der Befragung gleichmehreren interessanten Fragestellungen nach. Dazu zählen exempla- risch die von den Family-Office-Managern wahrgenommenen Risiken und deren Reaktionen darauf – insbesondere geplante Vermögensumschichtungen. Diverse Risiken Als größtes Risiko nannten die befragten Manager einen „GroßengeopolitischenKon- flikt“. Das gilt sowohl in der kurzfristigen Betrachtungsweise, also auf Sicht von zwölf Monaten (64 % der Nennungen, Mehrfach- nennungen möglich), als auch auf Sicht der nächsten fünf Jahre (61 %). Abgesehen von diesem genannten Hauptrisiko geben auch andere Risiken Investoren großen Anlass zur Sorge. Auf Sicht von einem Jahr belegt „Globaler Handelskrieg“ Platz zwei im Risiko-Ranking mit 49 Prozent, gefolgt von „Höherer Inflation“ mit 36 Prozent. Auf Fünfjahressicht sinkt die Sorge vor Handelskriegen jedoch auf 36 Prozent. Marktakteure preisen hier offenbar ein Auslaufen protektionistischer Spitzen nach demEnde der aktuellenUS-Präsidentschaft Zahlreiche Risiken drohen Family Offices nennen sowohl kurz- als auch langfristige Gefahrenherde. Family Offices beunruhigen die Entwicklungen in der Weltpolitik. Entsprechend wird von deren Managern das Risiko eines „großen geopolitischen Konflikts“ mit 64 Prozent auf Sicht von einem Jahr und von 61 Prozent auf Sicht von fünf Jahren amöftesten genannt. Das Risiko „Globaler Han- delskrieg“ fürchten im kurzen Betrachtungsfenster 49 Prozent der Manager, auf Fünfjahressicht hingegen nur mehr 36 Prozent. Damit haben diese beiden Risiken imVergleich der Umfragen aus dem Jahr 2025 und 2026 die Plätze getauscht. Ein „Evergreen“ unter den langfristigen Sorgen sind die „Schuldenkrise“ (56% imJahr 2026 und 50% imJahr 2025) und die „Globale Rezession“ (50 % und 53 %). An Bedeutung verloren hat das Risiko einer „Deflation“, die es nicht mehr ins aktuelle Ranking geschafft hat. Aber auch die „Nahrungsmittelkrise“ ist derzeit nicht mehr dabei. Ob gerade diese ungenannten Risiken zukünftig unerwartet schlagend werden? Die Zukunft wird es zeigen … Quelle: Global Family Office Reports 2025 und 2026 der UBS Nächste zwölf Monate Großer geopolitischer Konflikt Globaler Handelskrieg Höhere Inflation Cyber-Attacke Schuldenkrise Finanzmarktkrisen Höhere Energiekosten Störungen der Lieferketten, die mein operatives Geschäft und/oder meine Investments beeinflussen Disruptive Technologien, die mein operatives Geschäft und/oder meine Investments beeinflussen Höhere Steuern Globale Rezession Höhere Zinssätze Preiskorrektur am Immobilienmarkt Klimawandel Migration und deren Einfluss auf das operative Geschäft Globale Gesundheitskrise Sonstiges Nicht anwendbar — Was meine finanziellen Ziele anbelangt, bin ich über nichts besorgt Deflation Nahrungsmittelkrise Nächste fünf Jahre 2026 2025 64% 49% 36% 44% 32% 31 % 19% 50% 51 % 27% 25% 25% 22% 25% 22% 23% 21 % 18% 28% 17% 50% 53% 33% 16% 31 % 35% 33% 23% 24% 34% 48% 19% 14% 7% 13% 3% 6% 3% k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. 3% 2% 4% 13% 8% 16% 4% 13% 9% 11 % 17% 30% 18% 64% 35% 35% 33% 33% 26% 19% 30% 31 % 46% 56% 43% 37% 40% 36% 70% 40% 52% 61 % 61 %

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