Institutional Money, Ausgabe 3/2026
146 3/2026 | institutional-money.com INTERVIEW Jeffrey Dissmann und Tilo Kraus seite als auch die operationale Seite betrifft. Wir verfügen dafür über klar definierte Verfahren für jede Assetklasse und prü- fen dabei auch operative Details wie etwa Zugangsrechte zu Gebäuden. Natürlich erfassen wir damit nicht jedes Risiko. An irgendeiner Stelle taucht immer ein Aspekt auf, den man nicht erwartet hat. Aber wir haben einen transparentenProzess, der nur Investitionen zulässt, die unsere strengen Qualitätskriterien erfüllen mit dem klaren Ziel,Gesamtausfälle soweitwiemöglichzu verhindern. Dass ein einzelnes Investment einmal keine gute Rendite abliefert, liegt in der Natur der Kapitalanlage. Entscheidend ist, dass Diversifikation und Due Diligence insgesamt als Antwort darauf greifen. TILO KRAUS: Wobei das in unseremFall einmehrstufiger, unabhängiger Prozess ist. Universal Investment führt eigene Due- Diligence-Prüfungen der Investments im Spezialfonds durch. Wir schauen uns die Fondsmanager zusätzlichselbst anundgrei- fen dabei auf dieDiligence Reports zurück, bilden uns aber im Anlagekomitee unsere eigene Meinung. Wir investieren nur in regulierte Kapitalanlagegesellschaften mit eigenen Prozessen und streuen zusätzlich über diverse Manager, statt immer nur mit demselbenAnbieter zusammenzuarbeiten. Und:KlingteinInvestmentzugut,umwahr zusein, sindwirkonservativgenug, es lieber nicht zumachen. Gibt es bei der Wahl von Treuhändern oder des Rentenmanagements eine Exklusivität zugunsten von Marsh, oder bleibt Vedra hier flexibel? TILO KRAUS: Eine Exklusivität besteht bei Marsh als unserem Co-CIO für das Investmentmanagement, weil diese Rolle für die gruppenweiteKapitalanlagensteue rung von zentraler Bedeutung ist. Es ist nicht sinnvoll, das an mehrere Häuser parallel zu delegieren. Beim Treuhänder hingegen bleiben wir offen. Wir lassen jede Rentnergesellschaft zwischen einer begrenztenZahl vonAlternativenwählen. Bei über zwölf von uns betreutenRentner- gesellschaftenwäre eineigener Treuhänder proGesellschaftmühselig zukoordinieren. Auch bei der Rentenverwaltung sind wir flexibel. Das ist aus unserer Perspektive ein Drittgeschäft, das wir im Markt als Man- dat vergeben ohne eigenes ökonomisches Interesse an einem bestimmten Anbieter. Wenn Sie fünf Jahre vorausblicken: Wie professionalisiert und wie groß wird der deutsche Pension-Buy-out- Markt dann sein, und welche Rolle spielen Marsh und Vedra darin? JEFFREYDISSMANN: Eswirddeutlich mehr Transaktionen nach etablierten Stan- dards und klare Checklisten geben. Unser ThemarücktgeradebeiUnternehmenjeder Größe, von kleinen Firmen bis zu großen DAX-Konzernen, insHandlungsrepertoire. Und in den nächsten fünf Jahren werden vieledieserVorhaben tatsächlich umgesetzt werden.InGroßbritanniensehenwirbereits heuteeinTransaktionsvolumenvonjährlich 45 bis 50Milliarden Pfund. Soweit werden wir in Deutschland in fünf Jahren noch nicht sein. Aber strukturell sehe ich keinen Grund, warum sich der deutsche Markt nicht auch dorthin entwickeln sollte, nur eben zeitlich verzögert. HANS HEUSER Rechnungszins nach der Marsh Yield Curve Duration 15 Jahre Investment Value Chain Steigender Aufwand, abnehmender Effekt Die Marsh Yield Curve ist eine Spot-Zinskurve, die Unternehmen bei der Festlegung von Diskontierungssätzen für Pensionsverpflichtungen oder andere nachgelagerte Versorgungsleistungen dient. Quelle: Marsh Die Wertschöpfungskette institutioneller Kapitalanlage als absteigende Kaskade: Jede Stufe benötigt mehr operative Ressourcen, der potenzielle Effekt auf das Anlageergebnis nimmt zugleich ab. Quelle: Marsh Rechnungszins 1 % 2% 3% 4% 5% 2021 2022 2023 2024 2025 Finanzielle Auswirkungen Ressourcen Strategische Asset Allocation Dynamische Asset Allocation Portfoliokonstruktion Managerauswahl Laufendes Risikomanagement Investmentimplementierung Performance Reporting Langfristige Strategieoptionen Effiziente Implementierung
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