Institutional Money, Ausgabe 3/2026
Foto: © University of New South Wales Morningstar-Fonds THEORIE & PRAXIS 3/2026 | institutional-money.com 123 2001bis 2019, die indeneinzelnenKategorien nominiertwaren.Davonwaren31Gewinner und 97 Finalisten, die keine Auszeichnung erhielten.Das zentraleErgebnis: Aktienfonds, die einen zweiten Platz belegten, verzeich- neten Kapitalabflüsse von Privatanlegern, nicht aber von institutionellen Investoren. Trotzdem sind institutionelle Anleger davon betroffen, wenn Gelder abgezogen werden. Bei Rentenfonds trat der Effekt jedoch nicht auf. Die Höhe der Mittelabflüsse, die auf die Entscheidung zurückzuführen sind, messen dieAutoren imVergleich zudenGewinnern. Sie beträgt denUntersuchungen zufolge 1,08 Prozent des verwalteten Vermögens (siehe Grafik „Unerwünschte Aufmerksamkeit“). Das klingt wenig, ist aber statistisch und wirtschaftlich signifikant. Dabei setzt sich die Differenz – wie intuitiv zu vermuten – aus einemleichtenAnstieg derMittelzuflüsse bei denGewinnernundeinemRückgangbei den Verlierern zusammen. Negativity Bias schlägt Vorschusslorbeeren Die relativen Mittelabflüsse bei den Zweit- platzierten führen die Forscher auf den in der Literatur bekannten Negativitäts- Bias zurück. Demnach schenken Anleger schlechten Nachrichten mehr Aufmerk- samkeit als guten. Im Vorfeld liegen die späteren Gewinner und die Zweit- platzierten etwa gleichauf, was ihre Siegchancen angeht. Statistisch betrach- tet erfolgt die Preisvergabe selbst deshalb beinahe zufällig. Trotzdemwerden die posi- tiven Mittelzuflüsse zunichte gemacht, die sich aus der Nominierung ergeben haben. Die Vorschusslorbeerenwaren also vorüber- gehender Natur. Den Autoren zufolge ist die hohe Auf- merksamkeit, die mit der Verkündung der Sieger durch Morningstar einher- geht, für die Zweitplatzierten deshalb unerwünscht. Und das obwohl sie selbst stolz darauf sein können, Platz zwei bei einem derart beachteten Award erzielt zu haben. Das Muster könnte dabei – even- tuell in abgeschwächter Form – auch für andere Awards relevant sein. Schließlich basiert es großteils auf einem Verhaltens- effekt, der universeller Natur sein dürfte. Insgesamt verdeutlicht die Studie, dass Publikums-Awards ein zweischneidiges Schwert sind. » Das gilt aber nur für Aktienfonds, nicht für Rentenfonds. « Jerry T. Parwada, Professor of Finance, University of New South Wales MARKO GRÄNITZ Unerwünschte Aufmerksamkeit Relative Mittelabflüsse der Zweitplatzierten Hedge Fund Awards als Marketinginstrument Monatliche Überrenditen für Gewinner und nominierte Fonds In den 12 Monaten nach Bekanntgabe des Morningstar-Awards verzeich- nen die zweitplatzierten Fonds wirtschaftlich und statistisch signifikante Mittelabflüsse im Vergleich zu den Gewinnern. Quelle: Parwada,J.T./Tan,E.K.M.(2025),UnwantedAttention?NegativityBias inMutualFundAwards Aus einer anderen Studie geht hervor, dass sowohl Gewinner als auch Nominierte von Hedge Fund Awards erhebliche Kapitalzuflüsse anziehen, ohne anschließend eine überdurchschnittlicheWertentwicklung zu erzielen. Quelle: Choi,H.-K.,etal.(2026),HedgeFundAwards:Do InvestorsandManagersCare,andShouldThey? -0,2% -0,4% -0,6% -0,8% -1 % 0% -1,2% Veränderung in % Flow-Differenz (allgemein) Flow-Differenz (stiladjustiert) -1 % -0,5% 0 0,5% 1 % 3 6 9 12 Monate nach Award-Vergabe Überrendite 15 18 21 24 Gewinner Gewinner Konfidenzintervall 95% Norminierter Norminierter Konfidenzintervall 95%
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