Institutional Money, Ausgabe 1 | 2026

THEORIE & PRAXIS Institutionelle und ihre Erwartungen für 2026 98 1/2026 | institutional-money.com Fluch und Segen KI geht mittlerweile über das reine Invest- mentthema hinaus, da viele Institutionen die neue Technologie in ihrem Arbeits- alltag auf verschiedenen Ebenen einset- zen, um so das volle Potenzial zu heben. Natixis wollte mehr darüber wissen und stellte Fragen zum praktischen Einsatz. Zwei wichtige Erkenntnisse: 68 Prozent der Investoren geben an, dass sie damit bisher nicht erkennbare Investitionsmöglichkeiten erschließen, und 49 Prozent erklären, dass KI ihnen dabei hilft, Portfoliorisiken aufzu- decken. „Doch trotz positiver Ergebnisse in diesem Prozess stehen viele institutionelle Teams dem Hype skeptisch gegenüber, und 41 Prozent betrachten KI lediglich als hilfreiches Werkzeug, aber nicht viel mehr“, nennt Goodsell ein weiteres Umfra- geergebnis. Die Investoren sehen nicht nur Chancen, sondern auch einige Risiken beim KI-Ein- satz. 64 Prozent sorgen sich darüber, dass der Ersatz von Professionals auf Junior- Level respektive deren Tätigkeiten durch ., DXI OÌQJHUH 6LFKW GLH ljUPHQHLJHQH 1DFK - wuchs-Pipeline ausdünnt. 43 Prozent der Investoren sehen bei „anderen Organisa- tionen“ bereits Zeichen dafür, dass diese die Kontrolle über die KI verlieren wür- den. Mehr als jeder Dritte (37%) glaubt, dass die von KI ausgehenden Risiken grö- ßer als deren Chancen sind. Regionen und Sektoren Nachdemdie Autoren die wichtigsten Risi- ken und andere Markttreiber genannt und analysiert haben, widmet sich das Paper der für alle Marktteilnehmer interessanten Fra- ge, wo Investoren 2026 ihre anvertrauten Gelder im Rahmen ihrer Aktientangente bevorzugt allokieren wollen – beziehungs- weise wo sie Outperformance erwarten. %HWUHȬHQG GLH UHJLRQDOH $NWLHQDOORNDWLRQ zeigt die Stimmung der Großanleger ein nachlassendes Interesse an den USA (oder implizit das Erreichen der aus regulatori- schen Gründen maximalen Portfolioge- wichtung): Lediglich 25 Prozent der glo- bal Befragten wollen US-Aktien erhöhen. 32 Prozent wollen diese reduzieren, 44 Pro- zent beibehalten. Andere Regionen erach- ten die Investoren für 2026 hingegen als aussichtsreicher: So wollen 42 Prozent der Investoren das Aktien-Exposure in „Emer- ging Markets“ generell und 44 Prozent der %HIUDJWHQ $NWLHQ DXV GHP DVLDWLVFK SD]Llj - schen Raum (APAC) im Speziellen erhö- hen. Vier von zehn Investoren wollen Gel- der in Europa allokieren. Eine genauere regionale Aufschlüsselung dazu liefert die *UDljN Ľ*HSODQWH $NWLHQDOORNDWLRQHQĺ Aus dem Blickwinkel der Sektoren erwar- ten beachtliche 62 Prozent ein Outper- formance von „Informationstechnologie“. Hier äußerten sich Investoren ein wenig widersprüchlich: Obwohl diesem Sektor die höchste Performance zugetraut wird, wollen Investoren nur mehr wenig Geld (siehe oben) in den technologielastigen US- Aktienmarkt stecken. Die Studie ging auf diese Dissonanz jedoch nicht weiter ein. Dieser scheinbare Widerspruch könnte jedoch darauf hindeuten, dass Investoren zunehmend selektiv vorgehen und die Ära der passiven US-Index-Dominanz zuguns- ten aktiver Sektorwetten für beendet erklä- ren. Von welchen Sektoren InvestorenOut- performance erwarten, können Sie der *UDljN Ľ$WWUDNWLYH 6HNWRUHQĺ HQWQHKPHQ Aktive Manager essenziell Angesichts von nur schwer vorab ein- VFKÌW]EDUHQ (QWZLFNOXQJHQ DQ GHU ,QijD - tions-, Zins- oder Währungsfront in Kombinationmit weltweit steigenden Ver- schuldungsraten, die in den Vorjahren für hohe Volatilitäten an den Rentenmärk- ten sorgten, geht fast jeder zweite Institu- tionelle (49%) im laufenden Anlagejahr davon aus, dass die Schwankungsbreite bei Anleihen weiterhin hoch bleiben wird. Trotz aller Widrigkeiten ist mehr als jeder zweite Großanleger (55%) für die Renten- marktentwicklung optimistisch gestimmt. Bei der Duration erachten 52 Prozent der Befragten das lange Ende, 48 Pro- zent das kurze Ende der Zinsstrukturkur- ve als attraktiver. Angesichts einer hohen Komplexität am Rentenmarkt erklärten in der Umfrage 71 Prozent, dass hier akti- ves Management „essenziell“ ist. Wie sich diese Markteinschätzungen in den prakti- » Eines ist klar: Nur wenige Investoren glauben, dass es 2026 ein reibungsloser Verlauf werden wird. « Patrick Sobotta, Geschäftsführer von Natixis IM für Zentral- und Osteuropa Attraktive Sektoren Welche Sektoren besser und welche schlechter performen sollten Institutionelle Investoren glauben zu 62 Prozent (Mehrfachnennungen möglich), dass wie in den Vorjahren auch 2026 der Sektor Informations- technologie besser als der Markt laufen und die- sen in der Folge outperformen wird. An eine Underperformance glauben nur 16 Prozent. Im Gegensatz dazu pessimistisch sind die Investo- ren (35%) für den Sektor „Zyklischer Konsum“. Aber oftmals trifft ja an der Börse schlussendlich das Unerwartete ein, und die Letztenwerden die Ersten sein … Quelle: Studie Outperformance Marktdurchschnitt Underperformance Informationstechnologie Gesundheitswesen Energie Finanzen Versorger Kommunikation Immobilien Grundstoffe Industrie Basiskonsum Zyklischer Konsum 62% 43% 39% 22% 16% 18% 42% 39% 30% 36% 43% 54% 16% 30% 54% 17% 27% 47% 26% 26% 50% 24% 24% 57% 19% 22% 52% 26% 18% 48% 35% 22% 18% Foto: © Natixis

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