Institutional Money, Ausgabe 1 | 2026
WER SEIN GELD PROFESSIONELL anlegt, ob als Pensionskasse, Versicherung oder Stiftung, steht vor einer nur auf den ers- ten Blick simplen, in der Praxis aber höchst anspruchsvollen Frage: Welchem Fondsma- nager vertraue ichmeinKapital an, undwie stelle ich sicher, dass er wirklich besser ist als der Markt? Genau hier setzt alpha portfolio advisors an. Das 1998 gegründete Beratungs- unternehmen aus Kronberg im Taunus hat sich auf zwei Kernaufgaben spezialisiert: ers- tens die systematische Auswahl von Fonds- managern für institutionelle Anleger, und zweitens die risikoorientierte Steuerung der Kapitalverteilung über verschiedene Anlage- klassen hinweg. Mit über 400 abgeschlosse- nen Managerauswahlverfahren und einem betreuten Mandatsvolumen von mehr als 30MilliardenEuro gehört dasUnternehmen heute zu den renommiertesten Investment- Consultants im deutschsprachigen Raum. Ein Gespräch mit Dr. Jochen Kleeberg, Flo- rian Hertlein und Dr. Marc-André Göricke Herr Dr. Kleeberg, wie würden Sie das Geschäftsmodell einer Gesellschaft wie alpha portfolio advisors in weni- gen Sätzen beschreiben? DR. JOCHEN KLEEBERG: Wir sind ein spezialisierter Consultant für institutio- nelle Investoren, der sich auf zwei Kern- kompetenzen fokussiert: Das ist erstens die strukturierte Managerauswahl, und zwar konzentriert ausschließlich auf liqui- de Assetklassen. In diesem Feld selektieren wir Investment Manager mit unserem kla- ren Leistungsversprechen, unterm Strich ein positives Alpha nach Kosten zu liefern. Zum Zweiten steuern wir Portfolios über eine dynamische Asset Allocation, und das bewusst rein risikoorientiert. Wir verstehen uns also als Beratungsboutique mit einem GHGL]LHUW HQJ GHljQLHUWHQ Ľ&LUFOH RI &RPSH tence“ und arbeiten nur in Investmentfel- dern, in denen wir überzeugt sind, einen echten Mehrwert liefern zu können. Wo ziehen Sie ganz konkret die Gren- ze in Bezug auf Ihr Angebot an insti- tutionelle Investoren? FLORIAN HERTLEIN: Wir haben für uns sehr klar diese beiden Geschäftsfelder GHljQLHUW XQG VHKHQ XQV GXUFKDXV EHZXVVW nicht als Vollsortimenter im Consulting, der zu jeder Anlageklasse und jedem Son- derthema Leistungen anbietet, nur weil eine vermeintlich hohe Nachfrage dafür besteht. Konsequenterweise lehnen wir Mandate bewusst ab, wenn wir die Wahr- scheinlichkeit einer nachhaltigen Alpha- Erzielung als zu gering einschätzen oder das Thema nicht in unserem Kompetenz- bereich liegt. Wie zum Beispiel? DR. MARC-ANDRÉ GÖRICKE: Das gilt zum Beispiel für die Managerauswahl im BereichUS-Large-Caps, einemsehr informa- WLRQVHȯ]LHQWHQ 0DUNWVHJPHQW 'RUW VHKHQ wir für die Managerselektion keine verläss- OLFK LGHQWLlj]LHUEDUHQ 0HKUZHUWSRWHQ]LDOH Die empirische Evidenz zeigt, dass das Poten- ]LDO IĞU VLJQLljNDQWHV 1HWWR $OSKD QDFK .RV - ten äußerst begrenzt ist. Entsprechend wür- den wir für US-Large-Caps in aller Regel keine aktive Managerselektion empfehlen. DR. JOCHEN KLEEBERG: Zudem gilt generell auch: Wenn ein potenzieller .XQGH OHGLJOLFK ĽHLQH /LVWHĺ YRQ 0DQD - gern erwartet und den weiteren Prozess selbst steuern möchte, lehnen wir auch das bewusst ab. Zeit ist eine unserer wertvolls- ten und knappsten Ressourcen. Wir sind 15 Personen in Kronberg und übernehmen Mandate nur dann, wenn wir den gesam- ten Prozess mit der nötigen Konsequenz und Qualität gestalten können, damit am Ende ein nachhaltiges Alpha steht. Wir sitzen schließlich mit dem Kunden im selben Boot. Aber verpassen Sie mit der Konzen- tration auf ausschließlich liquide Assetklassen nicht gerade etwas, wenn man die zunehmende Nachfrage nach Investments in den Private Mar- kets bedenkt? FLORIAN HERTLEIN: Für dieses Seg- ment haben wir mit Alpha Alternative Advisors eine eigene Gesellschaft gegrün- det. Aber auch hier gilt: Wir konzentrie- UHQ XQV EHZXVVW DXI HLQHQ NODU GHljQLHU - ten Ausschnitt des Marktes. Wir beraten ausschließlich zu Private Equity mit einem klaren Schwerpunkt auf Small- und Mid- Cap-Buy-outs. Dieses Segment halten wir ökonomisch für besonders attraktiv, weil es weniger stark im Fokus großer Private- Equity-Fonds steht und damit die bestmög- lichen Voraussetzungen für aktive Wert- schöpfung bietet. Wie lässt sich Ihr Thema einer dynami- schen Asset Allocation genau abgren- zen zum herkömmlichen Verständnis von strategischer und taktischer Asset Allocation?. DR. JOCHEN KLEEBERG: Nach unse- rem Verständnis denkt die strategische Asset Allocation sehr langfristig und erstreckt sich über einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren. Sie legt fest, welche Assetklassen ein Investor in welcher Grö- ßenordnung grundsätzlich in seinem Port- folio haben möchte, um das ihm zur Ver- fügung stehende Risikobudget optimal zu nutzen. Die taktische Asset Allocation ist demgegenüber kurz- bis mittelfristig aus- gerichtet und versucht durch prognose- INTERVIEW Dr. Jochen Kleeberg, Dr. Marc-André Göricke und Florian Hertlein 60 1/2026 | institutional-money.com ALPHA PORTFOLIO ADVISORS DATEN & FAKTEN: Mandatsvolumen: 30 Milliarden Euro Scoring-Modell: Qualitative Faktoren 85 % Track Record 15 % Grafik: © Icons-Studio | Adobe STock €
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