Institutional Money, Ausgabe 1 | 2026

Lebensstandardsicherung leisten. Das halte ich für bedenklich, da erfahrungsgemäß DXIJUXQG YRQ 3ijHJHEHGĞUIWLJNHLW JHUDGH GLH letzten Lebensjahre recht teuer sein können. Wie zufriedensindSiemit demBRSG II? KLAUS STIEFERMANN: Das BRSG II bringt zwar einige spürbareVerbesserungen, aber insgesamt zu wenige, um den eigent- lichnotwendigenBoominder betrieblichen Altersversorgung auszulösen. Positiv wirken etwa die dynamisierten Einkommensgren- zen und die höheren Fördersätze bei der Geringverdienerförderung, die um 50 Pro- zent angehobene Grenze für die zustim- PXQJVIUHLH $EljQGXQJ DOV HFKWHU %HLWUDJ ]XU Entbürokratisierung, eingrößerer Kapitalan- lagespielraumfür Pensionskassenund -fonds mit entsprechend besseren Renditechancen sowie dieWeiterentwicklung des Sozialpart- nermodells, das Unternehmen im Organi- sationsbereich einer Gewerkschaft grund- VÌW]OLFK =XJDQJ HUĆȬQHW *OHLFK]HLWLJ ]HLJW gerade dieser Punkt, dass der Gesetzgeber hinter seinen Möglichkeiten zurückgeblie- ben ist: Gibt es imOrganisationsbereichkein 6R]LDOSDUWQHUPRGHOO SURljWLHUHQ$UEHLWJHEHU und Beschäftigte nicht von dieser attrakti- ven Form der Betriebsrente. Das gilt derzeit etwa für Betriebe imMetall- und Elektrobe- reich. Auch die neuen Regeln zu Options- modellen bleiben weitgehend wirkungslos, ZHLO VLH QXU IĞU QLFKW WDULijLFK JHUHJHOWH (QW - geltbestandteile gelten – und solche gibt es kaum. Zudem ist nicht nachvollziehbar, weshalb Arbeitgeber dabei einen Zuschuss von 20 Prozent zahlen sollen, also mehr als bei der klassischen Entgeltumwandlung. Schließlich gehen Schritte zumehr Entbüro- kratisierung undDigitalisierung bislang nur in Richtung Pensions-Sicherungs-Verein und nicht zugunsten der bAV insgesamt. Hier besteht klarer Nachbesserungsbedarf. Besonders ärgerlich ist auch, dass die besse- re Geringverdienerförderung nicht bereits 2026, sondern erst 2027 beginnt. Aber ist das so schlimm, ob ein Jahr früher oder später – Hauptsache, es kommt? KLAUS STIEFERMANN: In der Alters- versorgung zählt jedes Jahr. Daher ist der verzögerte Start ärgerlich. Und auch die Begründung für die Verzögerung ist ärger- lich. Die Arbeitgeber hätten die Neurege- lungen sofort umsetzen können, wenn sie noch 2025 verabschiedet worden wären. Aber der Gesetzgeber hat die Verabschie- dung des Gesetzes verzögert, wahrschein- lich deshalb, weil er den Haushalt 2026 noch nicht mit den zu erwartenden Mehr- kosten belasten wollte. Welches europäische Land macht es bei der betrieblichen Altersvorsorge am besten? INTERVIEW Klaus Stiefermann | aba & PensionsEurope 52 1/2026 | institutional-money.com Foto: © hao | Adobe Stock aba – Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung 1922 als Verband Deutscher Privatpensionskassen in Hamburg gegründet, 1938 umgegründet und 2002 in aba umbenannt, ist die Interessenvertretung der anerkannte deutsche Fachverband für alle Fragen der betrieblichen Altersversorgung (bAV) in Pri- vatwirtschaft und öffentlichem Dienst. Ihre über 1.400 Mitglieder umfassen Unternehmen aller Grö- ßen, Pensionskassen, Pensionsfonds, Unterstützungskassen, Arbeitgeberverbände, Gewerkschaften, Versicherungen, Ban- ken sowie Einzelexperten. Die aba berät Ministerien, Behörden und Gerichte, begleitet Gesetzgebungsverfahren national wie europäisch, veranstaltet Seminare und Tagungen und gibt die Fachzeitschrift BetrAV her- aus. Auf EU-Ebene ist sie aktives Mitglied von PensionsEurope. Geschäftsführer ist seit 1999 Klaus Stiefermann; seit Mai 2025 ist Beate Petry (BASF) Vorstandsvorsitzende. Quelle: aba, LobbyFacts, Lobbyregister Bundestag

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